Dr. Stefan Fulst-Blei
Sehr geehrter Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen! Herr Rapp, das ist ja genau das Problem – Herr Staatssekretär, wenn ich Ihre Aufmerksamkeit kurz haben darf –: (Staatssekretär Dr. Patrick Rapp: Die haben Sie!) Gestern beispielsweise haben mir wieder Unternehmer gesagt: „Unser Problem ist, dass wir an die Gymnasien nicht herankommen, dass wir die Informationen nicht dorthin vermitteln können.“ Sie sagen nun hier, Sie hätten sich gerade von der Kultusministerin bestätigen lassen, die Berufsorientierung existiere an den Gymnasien. Warum aber sind dann die Zahlen so, wie sie sind? Ist das, was mir die Vertreter der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer erzählen, etwa alles Käse? Man hat mir übrigens auch gesagt, es sei in den vergangenen zwei Jahren eben nicht gelungen, in die Schulen hineinzukommen; das sei viel zu wenig der Fall gewesen. Man sagte, zwar seien die Vertreter der Bundesagentur für Arbeit hineingekomiode – 38. Sitzung – Donnerstag, 12. Mai 2022 men, aber nicht die Kammervertreter. Da habe man viel zu lange nur zugeschaut. Eine ähnliche Meldung kommt vom DGB. Das können Sie alles kritisch analysieren. Wenn das stimmt, was Sie sagen – dass es funktioniert –, dann wird sich im Laufe des nächsten Jahres vieles gelöst haben. Meine Sorge ist nur: Sie haben es noch nicht verstanden, dass wir insbesondere bei den Gymnasien viel stärker auf Informationspolitik setzen müssen. Wie gesagt, die Wahrheit liegt auf dem Platz. Sie müssen vor allem liefern. Das ist meine nächste Bitte: Die Jugendlichen nehmen sehr genau wahr, wie attraktiv das ist. Ich habe mir gerade vom BLV per SMS die Zahlen – ich hatte vergessen, es zu recherchieren – noch einmal durchgeben lassen: Wir sind bei den beruflichen Schulen noch immer bei einem strukturellen Defizit von 4,6 %. Auch das spricht sich herum. Die Jugendlichen fragen: Komme ich da in ein System hinein, das wirklich gut aufgestellt ist, das attraktiv ist, oder komme ich in ein System, das mich von einer Lücke – Corona – in die nächste Lücke – strukturelles Defizit – führt? Daran müssen Sie wirklich arbeiten. Kollege Scheerer, bei allem Respekt – –
