Dr. Wolfgang Reinhart
Wunderbar. – Wir sind jetzt auch am Ende der Fragestunde angelangt. – Vielen Dank, Frau Staatssekretärin. Wir haben damit die Mündlichen Anfragen des Kollegen Wahl unter Ziffer 8 und Ziffer 9 aus Zeitgründen nicht mehr von der Regierung beantwortet bekommen. Wenn der Fragesteller, (Stellv. Präsident Dr. Wolfgang Reinhart) Herr Kollege Wahl, damit einverstanden ist, werden wir sie – wie üblicherweise gehandhabt – schriftlich beantworten lassen. Damit werden die Antworten auch in das Sitzungsprotokoll aufgenommen. – Sie sind damit einverstanden. * M ü n d l i c h e A n f r a g e d e s A b g . F l o r i a n W a h l S P D – I m p f e n h i l f t Teilt die Landesregierung die Auffassung des Landrats aus Tübingen und Präsidenten des Landkreistags Baden-Württemberg, es habe sich durch zahlreiche Infektionen in Alten- und Pflegeheimen des Kreises gezeigt, dass die Impfung nicht vor einer Ansteckung schütze, auch vor dem Hintergrund, dass das Robert Koch-Institut noch vor wenigen Tagen sehr deutlich festgestellt hat, dass sich insbesondere nach einer Auffrischungsimpfung das Risiko, sich zu infizieren und zu erkranken, reduziere? Schriftliche Antwort des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration: Bei der Beurteilung der Wirksamkeit und Effektivität von Impfstoffen muss immer der jeweilige Endpunkt berücksichtigt werden, der konkret betrachtet wird. Bei der Covid-19-Erkrankung wird dabei grundsätzlich zwischen dem Schutz vor asymptomatischer oder symptomatischer Infektion und dem Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf unterschieden. Herr Landrat Walter hatte sich in seiner Aussage auf den Schutz vor einer Infektion bezogen. Das RKI bezieht sich in seinen aktuellen Schlussfolgerungen bezüglich der guten Schutzwirkung hingegen auf den Schutz vor schwerer Erkrankung. Die Grundimmunisierung bzw. auch die Auffrischungsimpfung reduziert initial das Risiko einer symptomatischen Infektion. Das zeigt auch die Inzidenz der hospitalisierten Fälle: In der geimpften Bevölkerung lag diese unter der der ungeimpften Bevölkerung. Laut RKI und STIKO zeigen jedoch aktuelle Studiendaten, dass der Schutz gegen symptomatische Infektionen mit der Omikron-Variante nach der ersten Auffrischungsimpfung nach einigen Monaten abnimmt. Laut STIKO kann das Transmissionsrisiko durch eine zweite Auffrischungsimpfung auch weiterhin reduziert werden. Es lässt sich also grundsätzlich feststellen, dass Impfungen helfen – sowohl zum individuellen Schutz vor einer schweren Erkrankung als auch bei der Erreichung des übergeordneten Zieles, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden. M ü n d l i c h e A n f r a g e d e s A b g . F l o r i a n W a h l S P D – C o r o n a a u s b r ü c h e i n A l - t e n - u n d P f l e g e h e i m e n a) Wie viele der bundesweit 7 814 Fälle (betroffene Personen) von aktiven Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen, die dem wöchentlichen COVID-19-Lagebericht des Robert Koch-Instituts vom 31. März 2022 zu entnehmen sind, wurden aus Baden-Württemberg gemeldet? b) Warum wurde diese Zahl nicht wie bisher im entsprechenden Wochenbericht des Landesgesundheitsamts aufgeführt? riode – 35. Sitzung – Donnerstag, 7. April 2022 Schriftliche Antwort des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration: Zu a: Mit Stand 31. März 2022 wurden 101 aktive Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen mit insgesamt 2 092 Fällen in Baden-Württemberg ermittelt. Dies entspricht einem Anteil von 16,9 % der bundesweit berichteten Ausbrüche in APHs (n = 596) und 27 % der berichteten Fälle. Dabei ist zu beach- ten, dass die Meldezahlen immer Ausdruck der Meldepraxis und -qualität sind, das heißt, ein Vergleich beispielsweise zwischen Bundesländern immer auch berücksichtigen muss, wie sich die Meldepraxis und -qualität der Verglichenen darstellt. Zu b: In Abbildung 9 des jeweils donnerstags erscheinenden ausführlichen Lageberichts wird die Zahl der Covid-19-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen und der darauf entfallenden Covid-19-Fälle nach Meldewoche dargestellt. *
