Elke Zimmer
Herr Präsident! Lieber Kollege Dr. Schweickert, herzlichen Dank für diese Frage. Sie haben es gerade schon gesagt: Pendlerinnen und Pendler trifft diese Entscheidung am meisten. Daher handelt es sich tatsächlich auch um eine wichtige Frage. Ich würde mit dem zweiten Teil Ihrer Frage beginnen. Wir hoffen, dass wir diese Maßnahme nur noch bis zu den Osterferien laufen lassen müssen und dann der Krankenstand so ist, dass diese Maßnahme wieder ausgesetzt werden kann. Also, wir gehen Stand heute davon aus, dass die Notfallpläne mit den Osterferien beendet sind. Wir müssen natürlich den Verlauf der Pandemie und der Krankenstände abwarten. Da kann man jetzt noch keine hundertprozentige Zusage geben. Bevor wir die Maßnahme sozusagen auslaufen lassen, wird uns das Unternehmen noch einmal die Ressourcen des Personalpools darstellen. Wir, das Verkehrsministerium, sind dazu in ganz regelmäßigen Gesprächen mit der Geschäftsführerebene des Unternehmens, und dann wird eine Entscheidung getroffen. Jetzt komme ich zum ersten Teil Ihrer Frage: Warum gerade diese Verbindungen, die Sie angesprochen haben? Es ist die Verbindung in der Morgenzeit zwischen Wilferdingen-Singen und Stuttgart. Die Strecke wird bedient von Go-Ahead, und das Problem sind aktuell eben die hohen Krankenstände, die das Unternehmen hat. Grundsätzlich reduzieren wir Fahrpläne nur dann, wenn die Krankenstände so hoch sind, dass ein verlässlicher Fahrplan nicht mehr möglich ist. Denn unser Ziel sind verlässliche Fahrpläne und das Vermeiden kurzfristiger Ausfälle, bei denen dann Pendlerinnen und Pendler oder tagsüber auch Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer einfach am Bahnhof stranden oder schon gleich überhaupt nicht wegkommen. Jetzt ist es so, dass wir in den Hauptverkehrszeiten den höchsten Personaleinsatz haben, weil zu dieser Zeit auch die meisten Züge fahren. Deswegen ist in diesen Spitzen eine Kürzung eriode – 35. Sitzung – Donnerstag, 7. April 2022 tatsächlich am effektivsten. Die Alternative wäre, dass wir in den Hauptverkehrszeiten fahrplanmäßig fahren, aber dann den ganzen Tag über den Verkehr auf null herunterfahren. Manchmal hat man irgendwie zwei faule Eier, bei denen man sich entscheiden muss, welches das weniger faule Ei ist. In diesem Fall war die Streichung dieser zwei Pendlerzüge am Morgen – der Züge um 6:14 Uhr und um 8:18 Uhr montags bis donnerstags – letztlich das kleinere Übel. Am Freitag verkehren diese Züge regulär. Es ist, wie gesagt, bitter für die Pendlerinnen und Pendler, die genau diese Strecke fahren. Zum Glück ist es aber so, dass wir wenigstens in Richtung Karlsruhe gar keine Verschlechterung haben und auch die anderen Züge, die S-Bahnen, die hier fahren, noch regulär verkehren.
