Carola Wolle
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Frau Dr. Leidig, Sie haben angesprochen, es gebe Verunsicherung. Die rechtliche Seite ist eigentlich klar. Es gibt hier halt nur sehr extreme Positionen zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern. Dass man sich da nie einig wird, ist wohl klar. Aber man muss dann endlich einmal in einen Diskurs finden. Unsere Position als AfD ist an dieser Stelle richtig. (Lachen bei der SPD) Sie haben angesprochen, dass es verschiedene Gründe gibt, warum abgetrieben wird. Ja, da ist es weniger der Fall – es kommt natürlich vor –, dass man nach einer Vergewaltigung abtreiben möchte. Aber wenn man recherchiert, was die Hauptgründe für eine Abtreibung sind, dann muss man sich ganz klar Folgendes vor Augen führen: Der erste Punkt ist, dass die Partner kein Kind wollen. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist, dass es die Sorge um die Existenz gibt. Da geht es um Armut. Wenn man genau weiß, dass 40 % der Kinder, die deutschlandweit in Armut leben, in Familien von Alleinerziehenden leben, dann muss man das wirklich anpacken, und dann gehört Aufklärung dazu. Da ist der Staat gefordert. (Beifall bei der AfD) Dazu muss ich auch ganz klar sagen: Das Austragen eines Kindes hat nicht unbedingt zur Konsequenz, dass das Kind bei der Mutter, bei dem Vater, bei der Familie leben muss. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Man kann auch sagen: Ich gebe das Kind zur Adoption frei. (Zurufe von der SPD) Das kann man selbstverständlich machen. (Unruhe) Der dritte Grund ist, dass das Kind nicht in die Lebensplanung passt. Jetzt überlegen Sie mal: Da wäre doch dann mal eine entsprechende Aufklärung wichtig. Und, Frau Kliche-Behnke, Sie haben von der Abschaffung des § 218 gesprochen. Da befinden Sie sich in bester Gesellschaft mit Ihren Jusos. Ich denke, hier ist allen klar, dass dies bedeuten würde, dass die Abtreibung bis zum neunten Monat, kurz vor der Geburt, möglich ist. Ich glaube, das will niemand; diese Diskussion hatten wir schon einmal. Wir seitens der AfD lehnen das ab. (Beifall bei der AfD – Zurufe)
