Katrin Schindele
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Vielen Dank an das Ministerium für Wirt schaft, Arbeit und Tourismus für die ausführliche Beantwor tung der Großen Anfrage der CDU-Landtagsfraktion zum Thema „Tourismus in Baden-Württemberg“. Tourismus ist im Wirtschaftsministerium mit unserer Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, unserer Tourismusministerin, und unse rem Tourismusstaatssekretär Dr. Patrick Rapp sehr gut aufge hoben. Als tourismuspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion freut mich natürlich sehr, dass dem Tourismus als Leitökonomie für Baden-Württemberg der richtige Stellenwert eingeräumt wird. (Beifall bei der CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Nun ist es natürlich schwierig, zum letzten Tagesordnungs punkt zu sprechen; es ist jetzt auch schon ein bisschen später. (Unruhe – Zuruf: Es ist früh!) (Katrin Schindele) Aber der Tourismus in Baden-Württemberg ist es wirklich wert und verdient es, dass alle im Plenum noch einmal auf merksam diesem Tagesordnungspunkt folgen, auch wenn jetzt nicht alle zugehört haben oder nicht alle hier im Plenum sein können, aber von anderswo zuhören. Ich hoffe, dass vielleicht der eine oder andere einfach gerade noch seinen Urlaub in Ba denWürttemberg bucht (Vereinzelt Heiterkeit) oder einen Restaurantbesuch für heute Abend plant. Auch das soll mir – und vor allem dem Tourismus – recht sein. (Heiterkeit – Beifall bei der CDU sowie Abgeordne ten der Grünen und der SPD) Im Januar bzw. Februar 2020 wurde wahrscheinlich noch von einem bombastischen Jahr 2020 für den Tourismus ausgegan gen, mit weiteren Gästezahlrekorden und neuen Angeboten. Wir alle wissen, dass es anders kam. Die Pandemie hat den Tourismus und dessen Partner und Zulieferer in existenzbe drohender Weise getroffen. (Abg. Thomas Blenke CDU: Das stimmt!) Es stellt sich jetzt natürlich die Frage: Welche Wirtschaftsbe reiche waren und sind hier vor allem noch stark betroffen? Da folgt eine lange Liste, aber so versteht man auch, was alles zum Tourismus gehört und dass der Tourismus einfach ein ganz großer Wirtschaftsfaktor bei uns im Land ist. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Jetzt zu der langen Liste: Zum Tourismus gehören ganz klas sisch Beherbergungsbetriebe, das Gastgewerbe, aber natür lich auch Campingplätze, Ferienwohnungen, Urlaub auf dem Bauernhof, gastronomische Angebote wie z. B. Kneipen, Bars, Klubs und Diskotheken, die teilweise noch immer geschlos sen sind, die Reisebranche, also Reisebüros, Reiseveranstal ter und die Bustouristik, die Fitness-, Freizeit- und Erholungs branche, Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter, sta tionärer Handel, Kultur, Kreativwirtschaft, personenbezoge ne und körpernahe Dienstleister, Handwerker, das Taxi- und Busgewerbe. Sie sehen, der Tourismus hat eine große Vielfalt und war ex trem vom Einbruch betroffen. (Beifall bei der CDU) Dies möchte ich noch einmal anhand einzelner aus der Gro ßen Anfrage herausgepickter Zahlen detailliert darstellen. Die restlichen Zahlen findet man in der Antwort auf die Große An frage. 2020 gab es bei den Gästezahlen im Vergleich mit dem Jahr 2019 einen Rückgang um fast die Hälfte – fast die Hälfte, fast 50 % weniger –; in Zahlen: 11,4 Millionen Gäste. Bei den Übernachtungen gab es einen Einbruch von 40 %, also 23 Mil lionen Übernachtungen weniger. Die Nettoumsatzverluste wa ren ebenfalls dramatisch: Lag der Nettoumsatz 2019 noch bei 12,9 Milliarden €, war er allein im Gastgewerbe 40 % gerin ger. Gerade deshalb war und ist es so wichtig, dass der Staat hier unterstützt und weiterhin unterstützt. Sowohl der Bund als auch das Land sind ihren Verpflichtungen hier nachgekom men. (Beifall bei der CDU) iode – 27. Sitzung – Mittwoch, 2. Februar 2022 Ich werde hier auch nur einzelne Themen herauspicken: das „Stabilisierungsprogramm für die Leitökonomie Tourismus“ mit 35 Millionen €, das „Tourismusfinanzierungsprogramm Plus“ mit 20 Millionen €, Restart- und Werbekampagnen mit mehreren Millionen Euro, und im letzten Haushalt, den wir erst vor Kurzem verabschiedet haben, waren 12 Millionen € für „Tourismusfinanzierung Plus“ und Tourismuskonzeption und -marketing enthalten. (Beifall bei der CDU und des Abg. Dr. Markus Rös ler GRÜNE) Was hier natürlich auch besonders wichtig ist: dass man auf grund der eigenen Initiativen aus der Branche heraus sieht, wie innovativ und leistungsstark die Branche selbst ist. Auch viele Chancen der Digitalisierung wurden genutzt und werden weiter ausgebaut. Hier sieht man: Wir sind über alle Branchen hinweg, auch im Tourismus, wirklich das Land der Tüftler und Denker. Das hat sich auch in der Pandemie wie der gezeigt. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und der Abg. Da niela Evers GRÜNE) Wie können wir nun die Akteure unterstützen? Ganz klar: Die Tourismuskonzeption unserer Regierungskoalition im Land ist hier richtung- und zukunftweisend. Das, was schon in der letzten Legislaturperiode unter dem Tourismusminister Gui do Wolf gestartet wurde, war schon mal der richtige Weg, der auch weiterverfolgt wird. Ein ganz wichtiger Punkt darin ist das Tourismusbewusstsein. Das Tourismusbewusstsein ist im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU als zentrales Akti onsfeld enthalten und wird unser Handeln in Zukunft auch lei ten. Das Tourismusbewusstsein muss langfristig gestärkt und die Akzeptanz gesteigert werden. So profitieren alle davon: die touristischen Akteure, die Bevölkerung, die Unternehmen, die Natur und die Politik. (Beifall bei der CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Denn Tourismus schafft und sichert Arbeitsplätze, er erhöht den Freizeitwert vor Ort, fördert und unterstützt unsere regi onalen Besonderheiten und macht unser Land nicht zuletzt le benswert. Baden-Württemberg hat unendlich viel zu bieten – ob Ni schen-, Trendangebote oder individuell zugeschnittene Erleb nisse. Auch der nachhaltige Tourismus wird immer beliebter. Weltweit bekannte Destinationen wie der Schwarzwald, der Bodensee, die fränkische Weinstraße und natürlich ganz vie le andere – verzeihen Sie mir, wenn Ihre Heimatregion hier nicht dabei war –, alles ist schön und eine Reise wert. (Beifall bei Abgeordneten der CDU – Abg. Thomas Blenke CDU: Das stimmt!) Natürlich darf das gute Essen nicht fehlen. Spezialitäten aus Baden-Württemberg sind weltweit bekannt, begehrt und ge schützt. Ich glaube, jedem fällt spontan etwas ein, was er viel leicht gleich heute Abend essen wird. Zusammengefasst: Der baden-württembergische Tourismus zeichnet sich durch eine sehr hohe Qualität aus. Als Gast wür (Katrin Schindele) de man sagen: „Es war sensationell, ich komme wieder“, auch wenn der schwäbische Gast vielleicht ein bisschen zurückhal tender ist und sagt: „Es war okay“, oder auch nur „schön“. (Zuruf: Das größte Küchenlob: Man kann es essen! – Weitere Zurufe) Ich glaube, man kann sagen: Das Wichtigste ist, dass wir im Tourismus Gäste aus nah und fern haben. Daran müssen wir weiter arbeiten und auch in Zukunft den Tourismus stärken, fördern; den Rest machen die Beteiligten selbst. In der zweiten Runde wird Manuel Hailfinger noch das wich tige Thema Fachkräfte ansprechen. Die Fachkräfte sind es senziell, um die Qualität zu halten und weiter auszubauen. Und vielleicht gibt es auch noch den einen oder anderen Tipp von der Schwäbischen Alb. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen sowie des Ministers Peter Hauk)
