landtag-bw.de ↗

Thomas Dörflinger

CDU 02.02.2022 Sitzungen 17/27

Vielen Dank. – Herr Minis­ ter, können Sie vielleicht konkretisieren, welche Standorte bei uns für eine solche Anlage vorgesehen sind? Soll es ein zen­ traler Standort oder sollen es mehrere werden? Wir haben gerade über das Thema CO -Einsparung gespro­ chen; erwarten Sie durch dieses Vorgehen am Ende eine mo­ netäre Einsparung, was die ganzen Verfahren angeht? Minister für Verkehr Winfried Hermann: Wir haben keine genauen Standortpläne. Wir haben mit Vertreterinnen und Ver­ tretern der Branche darüber gesprochen, wo die Anlagen an­ gesiedelt werden könnten. Der Vorschlag lautet, dass man die­ se dort, wo heute ohnehin schon Asphalt gemischt wird, ein­ richtet. Die Anlagen, die den Asphalt, den wir verwenden, mi­ schen, haben auch die Berechtigung, solche Materialien zeit­ weise auf ihrem Gelände zu lagern, sodass wir das dort ma­ chen und die thermischen Anlagen dort einrichten. Diese An­ lagen sind übrigens nicht so groß wie große Kohlestromer­ zeugungsanlagen, sondern die haben eher die Größe eines gro­ ßen Lkws. Die Vorstellung ist, dass man die kleineren Mengen wirklich an mehreren Orten hat, sodass man nicht das Problem hat, dass man an einem Ort eine große Anlage braucht, die wahrschein­ lich auch schwer durchzusetzen sein würde. Im Moment können wir nur sagen: Die Kosten für den Trans­ port und die thermische Verwertung in den Niederlanden be­ tragen fast 60 € pro Tonne. Wenn das Material hier deponiert wird, sind es knapp 60 € pro Tonne; es ist also nur wenig güns­ tiger. Die Deponien gehen uns, wie gesagt, zunehmend aus. Es wird vermutlich um einen ähnlichen Preis gehen. Wir wer­ den keine Kosten sparen. Im Wesentlichen geht es um Um­ weltkosten. Wir sparen den Transport; das ist die CO -Reduk­ tion, wobei wir sie nicht genau beziffern können. Aber es ist ja offenkundig: Wenn nicht mehr Hunderte von Lkws in die Niederlande fahren, sondern hier ums Eck 20 km, 30 km zur nächsten Asphalterzeugungsanlage, dann bedeutet das eine er­ hebliches Einsparung. Wir haben eine Liste, was alles an Resten entsteht. Es ist doch erstaunlich, was in dem Stoff alles drin ist. Gips ist darin und bleibt übrig, aber auch andere Füllstoffe wie z. B. Granulat oder Sand. Es steckt natürlich auch, wenn wir die Behandlung machen, eine Menge Wärme drin. Die Idee ist auch, dass man die Ab­ wärme in den thermischen Anlagen im Industriegebiet oder (Minister Winfried Hermann) im nahe gelegenen Wohngebiet nutzen kann. Dann ist ein energetischer Gewinn da und damit auch ein CO -Redukti­ onseffekt.

Alle Reden von Thomas Dörflinger Protokoll ↗