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Dr. Wolfgang Reinhart

02.02.2022 Sitzungen 17/27

Jetzt hat zu einer kurzen Replik die Ministerin gebeten, hier noch etwas zu er­ gänzen. – Bitte sehr, Frau Ministerin. Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Thekla Walker: Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! eriode – 27. Sitzung – Mittwoch, 2. Februar 2022 In aller Kürze, nur um es noch mal klarzustellen. Man wird es im Protokoll nachlesen können, aber ich wiederhole es jetzt noch einmal: Es ist völlig abwegig zu glauben, dass man den benötigten grünen Wasserstoff für die industrielle Produktion hier in Baden-Württemberg oder in Deutschland herstellen kann. Ich habe die zwei Zahlen am Anfang genannt, Herr Rül­ ke. Die Bundesregierung geht davon aus, dass 120 TWh bun­ desweit benötigt werden und dass wir nur 14 TWh selbst wer­ den produzieren können. Das ist der realistische Maßstab, und auf den habe ich selbstverständlich hingewiesen. Und ich habe auch gesagt – um das auch noch einmal klarzu­ stellen –, dass wir selbstverständlich von Frankreich oder von der Schweiz aus angeschlossen werden. Wir müssen also aus dem Süden an ein Wasserstoffnetz angeschlossen werden, um diesen Import sicherzustellen. Wir können es uns nicht leis­ ten, nur abhängig zu sein – das ist das, was ich gesagt habe – von den Leitungen bzw. Pipelines aus Nordeuropa oder Nord­ deutschland. Das ist das, was ich gesagt habe, und das möch­ te ich jetzt hier einfach noch mal klarstellen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und des Abg. Raimund Haser CDU) Das Zweite, was ich in Bezug auf Gas insgesamt noch einmal klarstellen will – das habe ich auch öffentlich explizit so ge­ sagt –: Es werden Gas und die flexible Bereitstellung von Gas­ kraftwerkskapazitäten notwendig sein. Deswegen ist es rich­ tig, die Kohlekraftwerke jetzt auf Gas umzustellen, dann aber „ready“ für Wasserstoff zu machen. (Abg. Anton Baron AfD: Aber mit welchem Gas?) Das ist notwendig. Dazu brauche ich mich nicht zu bekennen. Das habe ich öffentlich auch schon so geäußert, und das ist auch meine Haltung zur Taxonomie, dass man das differen­ ziert betrachten muss. Natürlich ist Gas langfristig überhaupt keine Lösung für un­ ser Klimaproblem. Das ist doch vollkommen klar. Aber für die Übergangszeit wird man solche Kraftwerke, Gas und auch andere Technologien wie CCS, vermutlich brauchen. (Abg. Anton Baron AfD: Woher soll das Gas kom­ men? Wir wollen doch Nord Stream 2 abschalten!) Das ist bekannt, das ist unstrittig. Wo und in welchem Um­ fang so etwas im Bereich von blauem Wasserstoff dann durch­ geführt wird, ist allerdings noch völlig ungeklärt. Im Bund gibt es dazu bis jetzt noch keine Gesetzgebung, die es ermög­ lichen würde, in Deutschland CCS in größerem Stil durchzu­ führen. Da gibt es also noch viel zu tun. Da können wir ja im Bund gut zusammenarbeiten. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU sowie des Ministers Winfried Hermann)

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