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Andreas Sturm

CDU 26.01.2022 Sitzungen 17/26

Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine solche Debatte ist wichtig, um bestehende Maßnahmen zu evaluieren. Selbstverständlich spart die Opposition nicht mit Kritik, und die Regierung versucht, den eigenen Erfolg zu belegen. Ob die 61 000 Teilnehmer am Programm „Lernen mit Rückenwind“ ein Erfolg sind, bewerten wir durchaus unterschiedlich. Ich gebe aber zu bedenken, dass die Landesregierung sehr kurzfristig viel Geld für freiwillige Programme zur Verfügung gestellt hat, (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Als Kofinanzierung zum Bund!) um kurzfristig coronabedingte Lernrückstände aufzuholen. (Beifall bei Abgeordneten der CDU) Neben dem bereits erwähnten Programm „Lernen mit Rückenwind“ gibt es auch „Bridge the Gap“ und die „Lernbrücken“, um passgenau das richtige Angebot zu haben. Ich habe aber Verständnis dafür, dass Kinder durch diese belastende Situation bei freiwilligen Angeboten nicht unbedingt sofort zugreiiode – 26. Sitzung – Mittwoch, 26. Januar 2022 fen. Freizeitaktivitäten sind entfallen, es gab Ungewissheit, ob die nächste Klassenarbeit in der nächsten Woche stattfinden kann, und die Umstellung auf den Onlineunterricht war auch nicht weniger anstrengend. Deshalb wären auch verpflichtende Programme, bei denen es mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegeben hätte, nicht der richtige Weg. Herr Fulst-Blei, Sie haben richtigerweise die sozial-emotionalen Auswirkungen angesprochen. Hierzu hat Frau Aschhoff bereits erwähnt, dass es Maßnahmen wie z. B. den Ausbau der Förderung der Schulsozialarbeit gab, mehr FSJ-Stellen sowie die Stärkung und Förderung der Jugendsozialarbeit und der mobilen Kinder- und Jugendarbeit. Zudem haben wir Jugendfreizeiten sichergestellt, und die Übungsleiterpauschale wurde erhöht. Ohne Zweifel müssen wir aber noch mehr tun. Genauso wenig bezweifle ich, dass wir andere, ganz neue Wege gehen müssen. Digitalisierung bedeutet nämlich mehr als nur den Umstieg auf Onlineunterricht. Es geht um die Gestaltung lernwirksamer Lehr- und Lernsettings. Die CDU-Fraktion ist der Meinung, dass wir neue Methoden der Lerndiagnose und der Lernfortschrittsermittlung brauchen. „Aufholen nach Corona“, das kann langfristig nur auf der Grundlage individueller, differenzierter Diagnostik und Förderung erfolgen. Wir brauchen dafür moderne Diagnoseinstrumente, die den Lernstand von Schülerinnen und Schülern kontinuierlich messen, und dies ohne Leistungsdruck. Damit können wir Schülerinnen und Schüler sowie Eltern durchgehend konstruktiv begleiten und beraten. Das heißt, ein solches Diagnoseinstrument soll keine Extraprüfung sein, sondern die Diagnose läuft im Hintergrund. So können wir mit den vorhandenen Ressourcen objektiv und nachvollziehbar den individuellen Förderbedarf erkennen und passgenaue Maßnahmen zeitnah einleiten. Aus diesem Grund befürwortet die CDU-Fraktion, baldmöglichst ein landesweites Lerndiagnosetool einzuführen. Die CDU-Fraktion ist hierzu schon tätig geworden. Im Haushalt 2022 sind 48 000 € zur Erprobung der computergestützten Lernverlaufsdiagnostik „quop“ für Lesen und Mathematik etatisiert. DESI wird bereits sehr erfolgreich in Hessen und in Teilen Baden-Württembergs, besonders im Schulamtsbezirk Freiburg, bei 4 000 Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Wir brauchen also einen Gamechanger, und zwar mehr evidenzbasiertes Handeln. Dazu schont ein erprobtes, computergestütztes Diagnoseverfahren personelle Ressourcen bei der Diagnose. Genau diese personellen Ressourcen, diese Kapazitäten können wir bei der Behebung von Lernrückständen einsetzen. Durch diese digitalen Möglichkeiten haben wir die Chance, den Lernstand, die Lernrückstände und den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler zu erkennen und zu diagnostizieren. Nur so können wir erfolgversprechende Maßnahmen schnell ergreifen und zielgerichtet gegensteuern – und das nicht 2024, sondern schon 2022. Lassen Sie uns diesen Schritt für eine moderne Bildungspolitik gehen. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)

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