Dr. Erik Schweickert
Herr Minister Lucha, vielen Dank für das Zulassen der Zwischenfrage. – Ich frage deshalb, weil ich heute Morgen um 8:30 Uhr nicht mehr aus meinem Ort herausgekommen bin, weil um 9:00 Uhr ein Popup-Impfzentrum aufgemacht hat. Da waren schon um 8:30 Uhr auf der Landstraße mehrere hundert Leute gestanden. Ich bin dann hin und habe die ersten beiden in der vorderen Reihe gefragt, ob sie sich boostern oder zum ersten Mal impfen lassen. Beide kamen zur Erstimpfung. Auf die Frage, warum erst jetzt, kam die Antwort, jetzt sei es wohl notwendig. Glauben Sie nicht, Herr Minister, dass es in so einer Situation wichtiger wäre, anstatt über eine Impfpflicht zu diskutieren, über ein konkretes Impfangebot für jeden dieser Menschen, die Stunden in der Schlange stehen und von denen viele wieder nach Hause geschickt werden müssen, nachzudenken und sie konkret anzuschreiben, wann sie geimpft werden können? Dann können sie entscheiden: Ja oder nein? Wäre das nicht sinnvoller und würde dem, was Sie gerade gesagt haben, nämlich der Entlastung der Intensivstationen, viel mehr bringen? (Beifall bei der FDP/DVP) Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Manfred Lucha: Genau das Gegenteil ist der Fall. (Lachen bei der AfD – Abg. Andreas Stoch SPD: Was? Jetzt wird es mir zu intellektuell! – Abg. Rüdi- ger Klos AfD: Auf die Idee muss man erst einmal kommen! – Zuruf: Da kann ich jetzt nicht folgen!) Der Druck – – (Abg. Gabriele Rolland SPD: Eine 80-jährige Mutter steht auf der Straße! – Weitere Zurufe – Unruhe) Mit Verlaub, die 80-jährige Mutter hat zeitnah prioritär ein Boosterangebot ab dem 15. September erhalten, wenn sie in der ersten Prioritätsgruppe war. (Abg. Gabriele Rolland SPD: Termin am 15. Januar! So ist es! Das ist doch die Realität!) (Minister Manfred Lucha) Die Hausärzte haben uns zugesagt, dass sie da noch einmal nachsteuern. (Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Nicht die Frage vergessen!) – Ich antworte gleich auf die Frage. (Zuruf: Termine im März!) Die Kassenärzte haben eine Aktion beschlossen. Sie haben ja gehört, dass sich nur 40 % der Praxen beteiligen. 15 impfende Ärzte der Kassenärzte rufen weitere 15 an und motivieren und fordern sie auf, ins Impfkonzept einzusteigen. Das wird eine gute Dynamik geben. Sie haben ihre Kapazitäten jetzt schon von 800 000 auf eine Million pro Monat erhöht. Ich habe es erwähnt. Herr Schweickert, es ist doch jetzt genau – – (Zurufe von der SPD) Der, der sich jetzt in die Schlange stellt, hätte vor vier Wochen – – (Zurufe von der SPD: Hätte, hätte! – Abg. Dr. Hans- Ulrich Rülke FDP/DVP: Was hilft das?) – Darf ich mal ausreden? (Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Sie probie- ren es ja schon seit zehn Minuten!)
