landtag-bw.de ↗

Daniel Born

SPD 21.10.2021 Sitzungen 17/16

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit! Das stammt nicht von Daniel Born, das stammt von Maria Montessori. – Es ist richtig, dass wir heute im Landtag über die Situation in unseren Kitas diskutieren, weil wir entsprechende Meldungen aus den Kitas bekommen, und nicht, weil die SPD entschieden hat, heute Alarm zu schlagen, sondern weil die Eltern, weil Erzieherinnen und Erzieher, weil diejenigen, die vor Ort für Kitas Verantwortung tragen, Alarm schlagen und sagen: „Momentan haben wir an diesem Bildungsort für die Kinder in unserem Land eine Situation, die nicht einem reichen Land wie Baden-Württemberg entspricht.“ (Beifall bei der SPD) Frau Kollegin Wehinger, ich muss schon sagen, ich glaube jetzt ganz ehrlich, dass die Eltern, die uns wirklich E-Mails schreiben, in denen sie ihre Sorge ausdrücken, in denen sie sagen, dass sie jetzt selbst den Wiedereinstieg in den Beruf zurückstellen müssen, in denen sie sagen, sie merken, dass die Aufsichtspflicht nicht mehr gewährleistet ist, in denen sie schildern, dass Kitazeiten zurückgenommen werden, weil kein entsprechendes Personal da ist, nicht nur der SPD schreiben. Darum möchte ich Sie bitten, wirklich Ihre E-Mails abzurufen. (Beifall bei der SPD und Abgeordneten der FDP/DVP – Heiterkeit bei der FDP/DVP – Abg. Petra Krebs GRÜNE: Das ist schlechter Stil! Ganz schlecht!) Sie müssen doch auch als Abgeordnete wahrnehmen, was derzeit in unseren Kitas los ist. (Daniel Born) Jetzt ist hier thematisiert worden: „Bitte lasst uns das doch nicht im Landtag besprechen, das würde am Schluss Menschen davon abhalten, in den Erzieherinnenberuf zu gehen.“ Erstens: Menschen, die in unseren Kitas arbeiten, lassen sich im Zweifel nicht von einer Landtagsdebatte lenken. Die haben ganz andere Profile und ganz andere Ziele im Leben. Ich bin froh darüber, dass sich viele Menschen für diesen Beruf entscheiden. Aber es sind eben nicht genug. Das hat auch etwas damit zu tun, ob am Schluss die Landesregierung sagt: „Wir stellen genug Plätze zur Verfügung, (Abg. Andreas Deuschle CDU: Wer hat es denn pro- duziert?) wir übernehmen mit die Verantwortung und kümmern uns darum, und wir ignorieren es nicht, wenn SOS-Meldungen aus den Kitas kommen.“ Da muss ich eines sagen, Herr Staatssekretär: Wenn Sie hier schildern, wie wichtig es Ihnen sei, dass man mit mehr Wertschätzung und mit mehr Respekt über die Berufsgruppen spricht, und dass es darum falsch sei, wenn die SPD Alarm schlägt, dann finde ich schon, dass Sie die drei konkreten Fragen der Frau Kollegin Steinhülb-Joos, die sich genau auf dieses Berufsbild beziehen, auch hätten beantworten können. (Beifall bei der SPD) Sich hier hinzustellen und dann lieber über etwas anderes zu reden, zeigt genau diesen Respekt nicht. Das, was in den Kitas passiert, muss uns interessieren. Es interessiert die Eltern, es interessiert die Träger, es interessiert die Kinder, es interessiert die Erzieherinnen. Wir werden hier weiter über dieses Thema reden, weil es uns darum geht, dass es auf den Anfang ankommt und dass dieser Anfang auch gelingend für alle gemacht wird. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD)

Alle Reden von Daniel Born Protokoll ↗