Volker Schebesta
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben vier Kinder; das jüngste Kind ist elf Jahre alt. Aber ich kann mich noch gut an die Zeit der Kinder zwischen null und sechs Jahren erinnern, und ich finde es nach wie vor faszinierend, wie sich die Persönlichkeit der Kinder gerade in diesen Jahren entwickelt. Diejenigen, die diese Erfahrung auch selbst gemacht haben, wissen, dass die frühkindliche Bildung unglaublich wichtig ist für die Persönlichkeitsentwicklung, für die ersten Schritte der Kinder in die Welt und als Vorbereitung auf das, was sie das Leben über prägen wird. Wir arbeiten dafür, dass die frühkindliche Bildung in Baden-Württemberg gut funktioniert. Dafür arbeiten Kitaleitungen, dafür arbeiten die Erzieherinnen und Erzieher, und dafür arbeitet die Kindertagespflege. Das tun sie alle, gerade in den letzten eineinhalb Jahren, bei allen Herausforderungen, die sonst schon bestehen, noch mit zusätzlichen Anforderungen durch die Coronapandemie. (Staatssekretär Volker Schebesta) Wir hatten nie ohne Notbetreuung die Kindertageseinrichtungen vollständig geschlossen. Die Sorgen der pädagogischen Fachkräfte bei der Frage, was das für sie und ihre Familien bedeuten könnte, wie die Auswirkungen von gesundheitlichen Entwicklungen, von Infektionen und Quarantäne in der täglichen Arbeit sind, sind eine besondere Belastung gewesen. Kindertageseinrichtungsleitungen haben sich mit dieser besonderen Belastung ihrer pädagogischen Fachkräfte, aber auch dem ganzen organisatorischen Drumherum auseinandersetzen müssen und natürlich auch mit den unterschiedlichen Anforderungen, die von Eltern formuliert worden sind und formuliert werden. Sie mussten dabei trotzdem den Kindern gerecht werden, die mit Sorgen, mit Unsicherheiten und mit unterschiedlichen Reaktionen auf die ungewisse Zeit in die Kindertageseinrichtungen gekommen sind. Deshalb herzlichen Dank ganz besonders in dieser Phase unter Coronabedingungen an alle, die in der frühkindlichen Bildung einen wertvollen Beitrag dafür leisten, dass die Kinder nicht über Gebühr darunter leiden müssen. (Beifall bei den Grünen und der CDU sowie Abge- ordneten der SPD, der FDP/DVP und der AfD) Dass sich diese Belastung auch in der Wahrnehmung von Wertschätzung auswirken kann, ist, meine ich, bei der Größe der Belastung offensichtlich. Herr Dr. Fulst-Blei, Sie haben es angesprochen. Ich will darauf eingehen. In der DKLK-Studie wurde nach den aktuell größten Problemen in den Kitas gefragt. Darauf antworteten viele Befragte, dass es dabei vor allem um unklare Vorgaben und fehlende Planungssicherheit geht. Wenn nun in Baden-Württemberg der Anteil derjenigen, die dies zurückgemeldet haben, bei 76,8 % liegt, während der bundesweite Wert bei 80 % liegt, dann mag es statistisch nicht signifikant sein, dass wir besser als der Bundesdurchschnitt sind. Doch es ist jedenfalls so, dass nicht viel dafür spricht, dass es an der Arbeit der Landesregierung liegt, sondern es spricht viel dafür, dass es schlicht und ergreifend an der Situation der Coronapandemie liegt. (Beifall bei der CDU – Glocke des Präsidenten)
