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Thomas Hentschel

GRÜNE 20.10.2021 Sitzungen 17/15

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Vielen Dank an die FDP/DVP für das Thema dieser Debatte. (Abg. Jochen Haußmann FDP/DVP: Gern!) ode – 15. Sitzung – Mittwoch, 20. Oktober 2021 Es liegt nicht nur uns, sondern auch unserem Verkehrsminister Hermann sehr am Herzen. Die klimaneutralen Antriebe sind ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende. Ja, Sie haben recht, wir werden künftig auf synthetische Kraftstoffe angewiesen sein. Deshalb investiert das Land zu Recht schon seit Jahren in die Entwicklung und Hochskalierung von Techniken zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen. Wir investieren auch deshalb in diese Techniken – Sie haben es angesprochen, Herr Kollege Haag –, weil es dafür Maschinen braucht und unser Mittelstand bei der Entwicklung dieser Maschinen einen Vorsprung hat. Diesen Vorsprung gilt es auszubauen, meine verehrten Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU sowie des Abg. Gernot Gruber SPD) Die Regierungskoalition ist hiermit auf der Wasserstoff-Roadmap des Umweltministeriums und vor allem auf der „reFuels“- Roadmap des Verkehrsministeriums – vielen Dank dafür an Herrn Minister Hermann – und auf diversen Aktivitäten im Rahmen des Strategiedialogs für die Automobilindustrie vorbildlich unterwegs. Ich weise an dieser Stelle gleich darauf hin: Beim Thema „re-Fuels“ z. B., das hier schon seit 2018 massiv betrieben wird, Herr Haag, sind wir weiter als die Bayern, die erst jetzt damit angefangen haben, in diese Richtung zu agieren. Aber synthetische Kraftstoffe sind nicht schon deshalb klimaneutral, weil sie aus regenerativen Energien produziert werden. Sie sind es nur dann, wenn das CO auch tatsächlich aus der Luft gewonnen wird. Dafür braucht es einen glasklaren Defossilisierungspfad – und nicht nur die Richtung, möglichst schnell möglichst viel zu produzieren. Die Gewinnung von CO aus der Luft ist teuer. Darüber hinaus benötigt die Produktion synthetischer Kohlenwasserstoffe auch Unmengen an Energie – viel mehr, als wir für die Elektromobilität brauchen würden. (Zuruf: Genau darum geht es! – Gegenruf des Abg. Hermann Katzenstein GRÜNE: Ja! – Abg. Dr. Rai- ner Balzer AfD: Nein, nein! Genau das ist falsch!) Diese Energien stehen uns im Moment nicht zur Verfügung, erst recht nicht in regenerativer Form. Daran zeigt sich, dass wir künftig auf Energieimporte angewiesen sind. (Abg. Udo Stein AfD: Aus Atomkraft!) Über die Projekte des Landes in Spanien und Marokko soll ein solcher Produktionspfad aufgebaut werden. Sie sind ein wichtiger und ein richtiger Schritt, Herr Minister. Ich sehe derzeit nicht, dass in den nächsten zehn Jahren – bis dahin muss die Energie- und die Mobilitätswende geschafft sein – national und international ausreichende Kapazitäten für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe zur Verfügung stehen, ganz egal, wie wir die Abfrage jetzt tatsächlich gestalten; denn wir stehen hier vor riesigen technischen Herausforderungen. Da ist der Weg, den das Verkehrsministerium eingeschlagen hat, die Produktion synthetischer Kraftstoffe – insbesondere für den Flugverkehr – voranzutreiben, richtig. Im Übrigen sollten wir alles dafür tun, möglichst sparsam mit dem Gut „Regenerative Energien“ umzugehen. (Thomas Hentschel) Am Einsatz hocheffizienter Antriebstechniken führt dabei kein Weg vorbei. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen) Die direkte Nutzung von Elektromobilität bedeutet, dass wir 80 % der Energie direkt in Bewegung umsetzen können. Bei synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff reden wir da von 5 bis 10 %. Daran wird deutlich, dass die Elektromobilität der richtige Weg ist, auf den wir setzen. Und darauf setzen bekanntlich auch die großen Hersteller. Daimler, VW und Porsche werden ihre künftigen Modelle grundsätzlich nur noch elektrisch auf den Markt bringen. (Abg. Udo Stein AfD: Weil Sie es aufzwingen!) Sehr geehrter Herr Haag, Sie haben im Zusammenhang mit den gestellten Fragen auch die soziale Frage – bezogen auf die CO -Abgabe – aufgeworfen. Dazu ist Ihnen aber sicherlich auch bekannt, dass die Produktion von synthetischen Kraftstoffen extrem teuer ist. Im Moment reden wir von 4 €, und sehr, sehr optimistische Schätzungen gehen davon aus, (Abg. Friedrich Haag FDP/DVP: Das stimmt ja gar nicht! In Deutschland reden wir von 4 €!) dass wir vielleicht auf 1,50 € an Produktionskosten kommen. Da sind die Steuern noch gar nicht berücksichtigt. Auf diese Art und Weise wird dieser Stoff viel teurer. Deswegen sollten die synthetischen Kraftstoffe dort eingesetzt werden, wo man andere, effiziente Formen des Ersatzes von Kraftstoffen nicht einsetzen kann. Und zu guter Letzt – das haben Sie jetzt auch schön zum Ausdruck gebracht –: Sie erwecken immer gern den Eindruck, dass es von heute auf morgen möglich sein sollte, die Treibstoffe in Verbrennungsmotoren zu ersetzen und damit dem Klimaschutz in diesem Sektor Genüge zu tun. Dem ist aber angesichts der tatsächlichen Mengen an regenerativen Energien nicht so. Deswegen ist der Weg richtig, dass wir über den reinen Antriebspunkt hinaus auf die Mobilität insgesamt schauen. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU sowie des Abg. Gernot Gruber SPD)

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