landtag-bw.de ↗

Dr. Wolfgang Reinhart

22.07.2021 Sitzungen 17/11

Vielen Dank. – Ich darf für die Landesregierung Herrn Minister Lucha ans Redepult bitten. Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Manfred Lucha: Sehr geehrter Herr Präsident! Ich beantworte die Mündliche Anfrage wie folgt: Die Anfrage der AfD fordert eine Bewertung bezüglich einer Studienaussage der Universität Duisburg-Essen, wonach die Zahl der positiven PCR-Testergebnisse für Covid-19 nicht als Entscheidungskriterium für Maßnahmen genutzt werden soll. Die Ergebnisse des Briefes an die Herausgeber – es ist keine Studie von Wissenschaftlern – der Universitäten Duisburg-Essen und Münster sind bereits bekannt. PCR-Ergebnisse sind bekanntermaßen Nachweise, die keine direkte Aussage über die Infektiosität der Testperson zulassen. Die Aussage der Wissenschaftler, wonach 78 % der positiv getesteten Personen sehr wahrscheinlich nicht ansteckend sind, ist fraglich. Dieser Wert bezieht sich auf den Frühling 2020 und auf lediglich 305 positive Tests. Die Wissenschaftler schlagen zur Verbesserung der Aussagekraft von PCR-Ergebnissen die Nutzung des sogenannten Ct-Werts – Cycle-Threshold-Wert – vor. Dieser Ct-Wert ist keine standardisierte Kenngröße, auch wenn er häufig auf den Laborbefunden angegeben wird. Der Ct-Wert ist maßgeblich von präanalytischen Faktoren abhängig wie z. B. dem Zeitpunkt der Probenentnahme, der Qualität des Abstrichs und einiges mehr. Er stellt immer nur eine sehr begrenzte Momentaufnahme dar. Würden alle Personen mit positivem Ergebnis auf der Basis eines hohen Ct-Wertes von der Isolation befreit werden, so bestünde die Gefahr, dass einige Personen noch hohe Viruslasten entwickelten und andere ansteckten. Gemäß der Empfehlung des Robert Koch-Instituts – eine RKI-Empfehlung – sollen Ct-Werte nur in klar definierten Zusammenhängen herangezogen werden. Sie dienen der Entscheidungsfindung im Rahmen der Endisolierung von Patientinnen und Patienten, deren Symptombeginn mindestens 14 Tage zurückliegt und die außerdem seit mindestens 48 Stunden eine deutliche Besserung der klinischen Symptomatik aufweisen. riode – 11. Sitzung – Donnerstag, 22. Juli 2021 Ich glaube, mit Blick auf das Thema „Ausnahme und Steuerung“ haben wir gestern in der von der FDP/DVP beantragten Aktuellen Debatte sehr klar darlegen können, dass das Robert Koch-Institut, das Bundesministerium für Gesundheit und die Länder in der sogenannten Arbeitsgemeinschaft Infektionsschutz neue Kriterien wie Klinikhospitalisierung, Altersentwicklung, Intensivbettenbelegung, Ansteckungskoeffizient und Impfquote aufnehmen. Ich glaube, darüber ist in diesem Raum hinlänglich diskutiert worden. Insofern, denke ich, würde ich das, auch in Anbetracht des Wunsches, viele Fragen beantwortet zu bekommen, so stehen lassen. Ich würde aber auch noch längere Ausführungen vornehmen können.

Alle Reden von Dr. Wolfgang Reinhart Protokoll ↗