Winfried Mack
Herr Minister, kann es sein, dass der vorletzte Fragesteller, der im Hinblick auf die Bioökonomie nach Flächenkonkurrenz gefragt hat, die Bioökonomie nicht ganz begriffen hat? (Vereinzelt Heiterkeit – Abg. Anton Baron AfD: Oje, oje!) Diesen Eindruck habe ich, weil er von Flächenkonkurrenz ausgeht, es aber bei der Bioökonomie ja gerade darum geht, Reststoffe zu verwenden, beispielsweise Sägemehl oder Hackschnitzel oder Stroh? Bioökonomie ist die Disziplin, in der man sogar gedroschenes leeres Stroh oder Reisstroh oder was auch immer noch verwenden kann. (Zuruf des Abg. Hans-Ulrich Sckerl GRÜNE) – Herr Kollege Sckerl, aus leerem Stroh kann man wirklich viel machen. – Können Sie das dem Kollegen vielleicht noch mal erläutern, Herr Minister? (Vereinzelt Heiterkeit – Zuruf von der AfD: Danke für die Nachhilfe!) periode – 10. Sitzung – Mittwoch, 21. Juli 2021 Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk: Zu dieser Frage kann ich selbstverständlich nichts sagen, weil sich mir das aus der Frage nicht ganz erschlossen hat. Aber ich erläutere es natürlich gern noch einmal. Herr Kollege Mack, das mache ich mit Vorliebe. Erstens: Bei der Bioökonomie geht es in erster Linie zunächst darum, regenerative Kohlenstoffe einer weiteren, höherwertigen Verwendung zuzuführen – in Alternative zu den fossil gewonnenen Kohlenstoffen. Zweitens: Eine Flächenkonkurrenz muss sich daraus nicht zwingend ergeben, weil es in der Tat zur Wertschöpfung beiträgt, wenn eben auch Reststoffe, bisher ungenutzte Reststoffe oder nur weniger wertig genutzte Reststoffe wie z. B. Stroh, dabei zur Verarbeitung kommen können. Das muss aber nicht auf parallelen Flächen geschehen. Sinnvoll ist es, wenn ich alle drei vereine: Naturschutz und Biodiversität auf derselben Fläche wie bioökonomische Produktion, wie Lebensmittelproduktion. Das ist das Sinnvollste; dort müssen wir hin. Wenn wir dort sind, verwirklichen wir, glaube ich, das Prinzip einer flächensparenden, hoch produktiven Landwirtschaft im besten Sinn des Wortes.
