landtag-bw.de ↗

Dr. Wolfgang Reinhart

01.07.2021 Sitzungen 17/8

Was ist mit der Zwischenfrage vom Kollegen Klos? Lassen Sie die zu? Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Theresa Schopper: Ich glaube, nicht. (Vereinzelt Lachen – Abg. Anton Baron AfD: Das ist schwach!) Noch einmal zu den Fragen, die Herr Fulst-Blei hatte, Stichwort „Bridge the Gap“: Von Anfang an war ganz klar, dass das kein flächendeckendes Programm ist. Das hat auch niemals jemand gesagt. Weder die Kollegin Bauer hat gesagt noch ich habe gesagt, dass wir da flächendeckend für alle Schulen entsprechende Programme ausrollen würden. Es ging bei diesem Programm darum, zu versuchen, aus den Schools of Education und den PHs, die sich um die entsprechenden Standorte herum befinden, Lehramtsstudierende mit in die Schulen zu bringen – zugegebenermaßen für vier Stunden und mit einer Entlohnung von 15 €. Das ist jetzt nicht die Welt, aber es ist ein Anfang. Das war genau der Punkt, dass wir sagen: Das ist der Pilot, um zu schauen, wie wir Lehramtsstudierende – – Da sind wir dran, ob es da Credit Points gibt, die sie auch für ihren weiteren beruflichen Weg, den sie nach der Ausbildung einschlagen, nutzen können. Das wollen wir prüfen. Aber dass „Bridge the Gap“ jetzt in diesem Punkt der Heilsbringer wäre, dass das flächendeckend gemacht würde, das hat niemals jemand behauptet. Wir sind in der Auswertung, und da werden wir auch nachjustieren. Denn nicht nur Sie, sondern auch wir haben einen Telefonhörer und erfahren genau von diesen Fällen. Es wird ganz genau geschaut, wo es Nahtstellen gibt, wo es nicht passt. Denn hier hoffen wir natürlich für das Programm „Lernbrücken“ und das Programm „Rückenwind“ auf große Unterstützung, auf die Unterstützung von Lehrkräften, die wir haben, von den pensionierten Lehrkräften bis zu denjenigen, die (Ministerin Theresa Schopper) Lehrkräfte werden wollen, aus den Nachhilfeinstituten, aus den Volkshochschulen. Das sind doch die Ressourcen, die wir nutzen werden, um personell an den Schulen, wenn möglich alltagsintegriert, in den emotionalen Bereichen, wo das Sozialministerium auch Gelder der Bundesebene kofinanziert – – Das sind die Bereiche, für die wir das Programm „Rückenwind“ auf den Tisch legen. Wir werden im Bildungsausschuss und danach sicher noch genügend Gelegenheit haben, über dieses Programm, wenn es einmal auf dem Tisch liegt, zu diskutieren und es entsprechend auch nachzujustieren. Denn wir sind – das sage ich ganz ehrlich – auch dankbar für Ihre Vorschläge. Wir warten auch auf gute Vorschläge seitens der SPD und der FDP/DVP. (Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Die liegen seit ei- nem Jahr auf dem Tisch!) An diesem Punkt will ich Ihnen eine gute Zusammenarbeit anbieten. Noch einmal – nicht, dass ich jetzt zu lange spreche – zu dem, was mir wichtig ist. Was die Frage der Digitalisierung betrifft, die Sie, Herr Kern, aufgeworfen haben: Wir sind natürlich im Austausch mit dem Landesdatenschutzbeauftragten. Er hat moniert, dass wir momentan an 1 200 Schulen mit Microsoft kein datenschutzkonformes Programm haben. Das müssen wir bis zum Schuljahresbeginn entsprechend auf den Weg bringen. Da sind wir in guten Gesprächen. Ich kann Ihnen eines versprechen: Es wird – auch bei BelWü – keine schwarzen Bildschirme geben, es werden keine Lichter ausgehen. Wir sind da wirklich in konstruktiven Gesprächen mit dem Datenschutzbeauftragten, damit wir das hinbekommen. Denn es ist für die Schulen, wenn wir den Präsenzunterricht jetzt haben, immens wichtig, dass die digitale Welt nicht plötzlich eingestellt wird und nicht plötzlich wieder zur Kreidezeit zurückgekehrt wird. Das, was wir in der Digitalisierung an Positivem erreicht haben, müssen wir auch mitnehmen. Da sind wir jetzt nicht im entwicklungspolitischen Zentrum, wie Sie uns das hier weismachen wollen – dass wir da auf der Brennsuppe hergeschwommen wären, wie man in Bayern sagt. (Beifall) Zum Schluss noch das eine: Wie gesagt, das Impfen bzw. der Impffortschritt ist das wichtigste Instrument, das wir haben, damit wir im Herbst nach den Ferien die Schulen im Präsenzunterricht nicht nur öffnen, sondern auch offen halten können. Es geht dann ja auf den Winter zu. Da müssen wir schauen, dass wir möglichst viele Geimpfte haben. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Daran arbeiten wir wirklich mit aller Macht. Wir müssen aber eine gesellschaftliche Debatte führen, um diesen Impffortschritt auch zu erlangen. Ich freue mich wirklich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen. Doch will ich eines noch sagen: Ich musste jetzt lachen, weil Sie mir alle viel Glück gewünscht haben. Auch bei Amtsbeginn habe ich sehr viele Glückwünsche bekommen. Das freut mich sehr, doch hatte ich immer das Gefühl, dass bei den meisten Glückwunschschreiben durchklingt: „Das ist so ein schweres Amt. Das ist alles so schwer.“ Fast hätte man schon den Strick mitgeliefert. periode – 8. Sitzung – Donnerstag, 1. Juli 2021 (Heiterkeit – Vereinzelt Beifall) Ehrlicherweise freue ich mich sehr auf die Zusammenarbeit; denn für die Kinder, für die jungen Menschen in diesem Land zu arbeiten ist aller Ehren wert. Ich mache das gern, auch wenn der Rucksack sicher schwer ist, der mir da mitunter aufgesetzt wird. Es liegt aber auch an Ihnen, wie viele Steine Sie mir hineinlegen. Herzlichen Dank. (Anhaltender Beifall)

Alle Reden von Dr. Wolfgang Reinhart Protokoll ↗