Bernd Gögel
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Nach der Mittagspause hat sich der Plenarsaal wieder etwas gefüllt – auch auf den Regierungsbänken. Das ist sehr schön. (Zurufe, u. a.: Pause! – Gögel hat Pause gemacht!) – Wer hat Pause gemacht? (Abg. Hans-Ulrich Sckerl GRÜNE: Sie offensicht- lich!) – Sie haben Pause gemacht. Das vermute ich mal. Kommen wir noch einmal zu Ihren gestrigen Ausführungen zurück, Herr Ministerpräsident. Gestern haben Sie den Vergleich gebracht zwischen Ihrem ersten Dienstfahrzeug, einem Diesel der S-Klasse, und der neuen rein elektrischen S-Klasse, die Mercedes vorgestellt hat. Sie haben die CO -Emissionswerte verglichen. Das wird häufig gemacht. Man lässt aber dann immer die Gestehungswerte bei der Herstellung des Fahrzeugs weg. Wenn Sie die Herstellung des E-Fahrzeugs der S-Klasse in Vergleich setzen mit einem Diesel, dann werden Sie auf doppelt so hohe Werte kommen, wie das bei dem Verbrenner der Fall ist. Erst nach einer Laufzeit von 100 000 bis 200 000 km gleicht sich das aus. (Zuruf: Genau so ist es!) Die E-Mobilität einseitig zu fördern halten wir also nach wie vor für falsch. (Beifall) Das ist ein Nischenprodukt, das sich in diesen Nischen sicherlich auch durchsetzen kann und dort auch sinnvoll ist. Aber weder beim Zugverkehr noch beim Luftverkehr, (Zuruf: Den Luftverkehr wollen die ja einstellen!) beim Lkw-Verkehr oder bei der Fernstrecke wird das in absehbarer Zeit irgendwo rationell zu betreiben sein. Wenn Sie Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe tatsächlich fördern wollen, dann müssen Sie wissen, dass Sie dafür einen deutlich höheren Energiebedarf haben. Diesen Energiebedarf können Sie sicher nicht über Wind- und Solarenergie abdecken. Das funktioniert nicht. Das kann auch kein Mensch bezahlen. Also haben Sie die Idee entwickelt, dass man das Ganze vielleicht in Afrika aufbaut und dort Energie gewinnt. Dann nehmen Sie den Einheimischen natürlich ihre Landflächen weg und machen diese arbeitslos. Man muss also schon schauen, wie man irgendetwas in dieser Richtung überhaupt durchdacht herstellen kann. Rein technisch ist es aber notwendig, in dem Schwerlastbereich andere Antriebsarten zu fördern. (Bernd Gögel) Ich bin da jetzt aber zuversichtlicher, dass wir ausreichend Energie bekommen werden. Denn Polen hat jetzt beschlossen, sechs neue Kernkraftwerke zu bauen – hauptsächlich an der Grenze zu Deutschland. (Abg. Anton Baron AfD: Frankreich!) Wir sollten in diesem Land irgendwann auch wieder dieses „Pfui Teufel“-Thema Kernkraft anfassen, und zwar nicht in der Form, dass man hier AKWs in der alten Technik aufbauen wollte, sondern indem man an der neuen Generation von Kraftwerken weiter forscht. Denn jetzt hat ja z. B. auch der Rat der EU – – (Abg. Anton Baron AfD: Wissenschaftlicher Rat!) – Bitte? – Auf jeden Fall hat ein Rat in der EU (Abg. Anton Baron AfD: Wissenschaftlicher Dienst!) ein Gutachten zur Kernkraft erstellen lassen. Und siehe da: Die Kernkraft ist als die nachhaltigste Energiequelle, die uns in Zukunft zur Verfügung steht, bezeichnet worden. (Abg. Anton Baron AfD: Schwarz auf weiß, Herr Kretschmann!) Da gibt es also auch Bewegung. Selbst in der EU gibt es – man glaubt es kaum – Bewegung in wissenschaftlichen Bereichen und nimmt man einmal andere Positionen ein. Darüber müssen wir auch nachdenken und sollten uns da nicht weltweit abhängen lassen. (Vereinzelt Beifall) Die Forschung in diesem Bereich geht weiter. (Zuruf) Auch wächst die Einsicht: bedarfsgerecht – (Zuruf) bedarfsgerecht! – und bezahlbar. (Zuruf des Abg. Daniel Andreas Lede Abal GRÜNE – Gegenruf des Abg. Anton Baron AfD: Am besten stellen wir so ein Windrad neben Ihr Wohnhaus!) – Herr Lede Abal, wenn es Ihnen egal ist, wann Sie morgens duschen, dann brauchen Sie natürlich keine bedarfsgerechte Strombelieferung. (Abg. Daniel Andreas Lede Abal GRÜNE: Wollen Sie jetzt forschen oder versorgen? – Gegenruf des
