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Sandra Ahrens

CDU 17.03.2026 Sitzungen 21/34

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich Frau Kretschmann dafür danken, dass sie endlich dieses Thema eingebracht hat. Als Vorsitzende eines großen Sportvereins in Huchting kennt sie die massiven Herausforderungen und weiß, warum Bewegung für Kinder unverzichtbar ist. – Für Kinder in sogenannten sozialen Brennpunkten umso mehr, weil die Eltern, wir haben es hier ja jetzt schon mehrfach gehört, nicht immer ausreichend selbst die Förderung übernehmen. Genau deshalb ist es wichtig, dass wir heute über das wirklich unterschätzte Thema Bewegung bei Kindern sprechen, denn wer in den Kitas unserer Stadt arbeitet oder mit den Schuleingangsuntersuchungen vertraut ist, weiß: Wir haben motorische Defizite bei Kindern, wir haben Koordinationsprobleme, wir haben mangelnde Ausdauer, und das ist längst kein Randproblem und kein Randphänomen mehr. Insbesondere bei Kindern unter drei Jahren entwickeln sich Körper und Geist gemeinsam, oder beides bleibt aus. Es gibt eine untrennbare Wechselwirkung zwischen Bewegung, Motorik, Wahrnehmung, Emotionen und kognitiver Entwicklung, meine Damen und Herren. Bewegung ist also Gehirnentwicklung. Chancengerechtigkeit beginnt nämlich im Wickelalter. Deshalb ist es gut, dass Sie in diesem Antrag funktionierende Lösungen aus Baden-Württemberg benennen, insbesondere den Bewegungspass aus Stuttgart. – Erst einmal pragmatisch! Ihr Antrag vergisst aber auch, dass wir an dieser Stelle schon viele gute Bewegungsangebote in Kitas haben, dass wir eine verpflichtende Schulstunde, wenn Sie so wollen, oder KitasportBewegungsstunde in den Kindergärten haben, und ich erinnere da an die „Superhelden“ des Kinder- und Familienzentrums Regenbogenhaus in Tenever, die hervorragende Arbeit leisten, das kostet überhaupt kein Geld. Warum das noch nicht in die Fläche gegangen ist, nicht einmal beim eigenen Träger, ist für mich absolut unverständlich, meine Damen und Herren. (Beifall CDU) Ich selbst habe 2014 die „Kinderbewegungswelt“ in der AbrahamGemeinde miteröffnet, was damals auf meine Initiative hin passiert ist. Also es gibt sehr viele Ansätze in dieser Stadt, die heute schon funktionieren. Ihr Antrag will aber in Wirklichkeit nicht unbedingt diesen Bewegungspass, der sich ja nur auf den Kindergarten bezieht, in den Kindergarten bringen und die Erzieherinnen, die vielleicht noch nicht so gut sind, erstmalig darauf bringen, wie sie vielleicht ihre Ausbildung etwas besser nutzen können und tatsächlich den Bewegungsraum mit Leben füllen, sondern Sie haben eigentlich noch eine ganz andere Intention. In der Ziffer 1 sagen Sie, dass sie eine Verzahnung zwischen den Sportvereinen und den Kindertagesbetreuungseinrichtungen brauchen. Auch das ist in Zeiten von Ganztagsschule, die immer stärker kommt, in Zeiten einer immer stärkeren Standardisierung von ehrlicherweise auch Aufwachsen, weil es selbstverständlich ist, dass man auch lange im Kindergarten ist, weil es selbstverständlich ist, dass man sich auch lange Zeiten in der Schule befindet, ein guter Weg. Das können wir nachvollziehen, und das finden wir auch einen richtigen Weg. Wenn man sich das Ganze hier aber genau ansieht, dann stellt man fest, dass wir hier nur bei den Prüfaufträgen bleiben, und Vereine arbeiten ja bisher mit ehrenamtlichen Übungsleitern. Die sind natürlich zwischen 8:00 Uhr und 15:00 Uhr in ihrem Hauptberuf berufstätig, und das bedeutet, wir müssen Vereine stärken. Es braucht Übungsleiter, die dann auch ausreichend und übrigens auch sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden, damit wir die Möglichkeit haben, da entsprechend etwas zu machen. Das setzt eine vernünftige Struktur voraus, wie man an dieser Stelle vorankommt, und es darf bei den Vereinen am Schluss nicht mehr Bürokratie ankommen, denn bisher war einer der Punkte, weswegen es mit den Schulen dann nicht in der Verzahnung geklappt hat und weswegen es mit den Kindergärten nicht in der Verzahnung geklappt hat, dass die Schule gar kein Budget dafür hatte, um so etwas einzukaufen und der Sportverein auch nicht immer unbedingt vormittags die Angebote hatte, sondern die Übungsleiter erst später zur Verfügung standen. Deswegen, meine Damen und Herren, müssen wir über Umsetzung, Finanzierung und Prioritäten reden. Wir müssen deswegen unsere Zustimmung zu Ihrem Antrag, die wir hier heute erteilen werden, mit mehr oder weniger vier konkreten Forderungen verbinden. Erstens, wir brauchen eine Evaluation: Wo stehen wir in Bezug auf die Sportstunden? Die, das haben Sie ja auch gesagt, wollen Sie machen. Wir brauchen die Best-Practice-Modelle, und ich bin der Auffassung, da brauchen wir auch einmal eine positive Mitteilung, was es Gutes in dieser Stadt gibt und wie man das an andere weitergeben kann, wie beim Kinder- und Familienzentrum Regenbogenhaus. Wir brauchen eine seriöse Kostenschätzung: Was braucht es, wie ist das Preisschild, das daran sich befindet, damit man das politisch auch auf unterschiedlichen Ebenen entscheiden kann? Wir brauchen drittens einen konkreten Einführungsplan, die Fortbildung oder den Zeitplan, wenn man das Konzept von Baden-Württemberg nimmt, und viertens – das ist uns das Allerwichtigste –: Es darf nicht zu einem Mehraufwand und zu einer Mehrbelastung für Vereine führen. (Glocke) Es braucht weniger Bürokratie, meine Damen und Herren, und nicht mehr Bürokratie, und dann kann das ein richtig gutes Konstrukt werden. – Danke schön! (Beifall CDU)

Alle Reden von Sandra Ahrens Protokoll (PDF) ↗