Ralph Saxe
Herr Kollege Imhoff, zum einen ist das eine am Rande der Stadt und das andere im Inneren der Stadt. (Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Ah! – Abgeordneter Martin Michalik [CDU]: Weil es im Zentrum ist, oder was?) Lassen Sie mich doch ausreden, bitte! (Zuruf Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]) Das wäre auch ganz schön! Respekt bedeutet, auch ausreden zu lassen, Frau Ahrens, auch, wenn gerade Ihnen das schwerfällt. (Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: In Habenhausen sind die Wahlergebnisse der Grünen nicht so gut, ich habe es verstanden!) Ich sage ganz klar, dass auch wir im Laufe der Zeit Lernprozesse durchmachen. Ich würde sagen, die Gartenstadt Werdersee würden wir uns heute, acht Jahre später, zumindest in den Ausprägungen etwas anders denken können. Das heißt, wir lernen dadurch. Wir haben ja auch Prozesse innerhalb der Koalition miteinander gemacht. Wir haben einen Hitzeaktionsplan miteinander gemacht, den gab es damals nicht. Wir haben eine Biodiversitätsstrategie auf den Weg gebracht, und wir haben alle miteinander gesagt, dass wir das Thema Schwammstadt bewegen wollen. Das gab es damals alles nicht, wir beziehen das heute in unsere Überlegungen mit ein (Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Das war aber im Bebauungsplan schon drin, Schwammstadt!) und sagen deswegen, dass es nicht vernünftig ist, dies an dieser Stelle zu bebauen. (Zuruf – Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Das stimmt überhaupt nicht!) Meine Damen und Herren, ich versuche einmal, weiterzumachen! Ich habe es gerade eben schon erwähnt, damit habe ich Zeit in meiner Rede gewonnen, dass wir in der Zwischenzeit drei Dinge miteinander beschlossen haben. Ich erwähne einmal den Hitzeaktionsplan. Den Hitzeaktionsplan habe ich, als ich in Horn-Lehe im Beirat war – daran werden sich die, die da oben sitzen, noch erinnern –, mit nach vorn genommen und habe gesagt: Das haben wir jetzt beschlossen. Ich erinnere an ein Zitat, das der Leiter des Gesundheitsamtes gesagt hat. Er hat gesagt: Im Vergleich zu dem, was an Hitzeproblematiken auf uns zukommt in dieser Stadt, ist die Pandemie das kleinere Übel; nur dieses Übel Hitze, das hält an, hält an, hält an und wird uns immer wieder begleiten. Deswegen sind wir alle miteinander gefordert, auf diese Herausforderungen, die die Hitzeereignisse bereithalten, die auf uns zukommen, zu reagieren. Wenn wir eine Kaltluftschneise zubauen, ja, gut, die können Sie wieder öffnen, das werden Sie aber wahrscheinlich nicht tun. Das sind Infrastrukturen, die Sie schaffen, die werden für immer so bestehen bleiben, und deswegen ist es nicht verantwortlich, in einer Welt, die im Sommer immer heißer wird, wo Leute sterben werden, wo Leute wegziehen werden, die es sich leisten können, die Infrastruktur in dieser Stadt so zuzubauen, dass dabei sie in den Hitzeereignissen nicht mehr gut zu ertragen ist. Deswegen ist es verantwortlich, wenn wir miteinander darüber nachdenken und die Funktionen gegeneinander abwägen. (Zuruf Abgeordnete Susanne Grobien [CDU]) Es ist ja vernünftig, über Arbeitsplätze nachzudenken, und wir haben uns, glaube ich, wenig dagegen verwehrt, aber dieses Thema Hitze ist ein so riesig. Deswegen haben wir auch einen so dicken Hitzeaktionsplan miteinander gemacht, dass wir uns dem jetzt widmen müssen und dass wir hier nicht nur Schaufensterreden in der Bürgerschaft halten können, wie Sie das alle beim Thema Schwammstadt gemacht haben, aber dann, wenn es wirklich zum Schwur kommt, dass wir die Schwammstadt dann tatsächlich auch wirklich realisieren wollen, ein Stück Fläche, das für die Schwammstadt ganz wichtig ist, versuchen, klein zu machen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Ich sage nur Gartenstadt Werdersee! Da haben Sie Ihre Legitimation verloren!) Nach dieser Abwägung sind wir leider ganz eindeutig dafür, dass wir diesen kleinen Zipfel des Technologieparks, was er nämlich nicht ist, nicht bebauen dürfen, weil es nicht verantwortlich wäre. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
