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Nelson Janßen

Die Linke 26.08.2026 Sitzungen 21/36

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Gäste! Der Tag der Deutschen Einheit wird ein Großereignis in Bremen und es werden mit Sicherheit Zehntausende Menschen in die Stadt strömen. Das wird logistisch und auch aus Sicherheitsaspekten heraus eine gewaltige Herausforderung. Danke für die Vorbereitung und auch die Einbindung an die Senatskanzlei, an dieser Stelle. Ich bin auf viele Dinge in meinem Leben stolz: auf meine Kinder, auf den einen oder anderen politischen Erfolg, auf meine Brettspielesammlung. Nationalstolz fehlt mir hingegen völlig. Ich finde auch das Konzept bizarr und etwas problematisch. (Beifall Die Linke) Um einmal Gustav Heinemann zu zitieren: „Ach was, ich liebe keine Staaten. Ich liebe meine Frau, fertig.“ Ehrlich gesagt, ich finde, das trifft es ganz gut. (Beifall Die Linke – Abgeordneter Piet Leidreiter [BIW]: Sie sind doch für freie Liebe!) Die Überwindung der DDR war ein Erfolg und ein wichtiger Schritt. Dass Ostdeutschland aber niemals wirtschaftlich zum Westen aufschließen konnte, gehört auch zur Wahrheit dazu, ebenso wie Probleme bei der Wende. All das kann man aber kritisch am Tag der Deutschen Einheit oder im Kontext des Tags der Deutschen Einheit diskutieren. Und ja, in einer Demokratie darf man friedlich demonstrieren, sogar mit Trillerpfeifen. Den Tag aber grundsätzlich zu blockieren oder gar anzugreifen, finde ich unsinnig, falsch und auch gefährlich, und natürlich distanziere ich mich von diesen Gewaltaufrufen. Weder wird so dem Nationalismus noch der Kinderarmut in Ostdeutschland Einheit geboten. (Abgeordnete Dr. Wiebke Winter [CDU]: Was sagt Olaf Zimmer dazu?) Ich wünsche allen daher viel Spaß bei den Fantastischen Vier und dem Bürgerfest und gerne die ein oder andere angeregte, gern auch kritische Debatte. – Vielen Dank! (Beifall Die Linke)

Alle Reden von Nelson Janßen Protokoll (PDF) ↗