Theresa Gröninger
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste hier vor Ort und an den Bildschirmen! Herr Stahmann, dass Sie unseren Antrag ablehnen, das wundert mich tatsächlich nicht, fordern wir doch wieder die Abschaffung der Zivilklausel. (Beifall CDU – Abgeordneter Volker Stahmann [SPD]: Was sich so alles in 34 Punkten versteckt!) Wenn man heute über Bremens wirtschaftliche Zukunft spricht, dann darf man nicht nur auf den Horizont schauen. Da muss man nach oben schauen, denn dort entscheidet sich ein Teil unseres Wohlstands von morgen. Dort entstehen neue Märkte, neue Technologien, neue Arbeitsplätze. Genau deshalb sagen wir als CDU heute klar und deutlich: Bremens Zukunft ist oben. Die Sehnsucht nach dem Mond ist so alt wie der menschliche Fortschritt. Sie steht für Neugier, Mut und Aufbruch. Schon die Familie Fuchs wusste: Der Blick nach oben lohnt sich. Heute ist diese Sehnsucht Realität. Mit den „Artemis-Missionen“ beginnt eine neue Ära der Raumfahrt. Menschen brechen wieder Richtung Mond auf. Neue Technologien entstehen, neue Märkte wachsen, neue Chancen werden verteilt. Die Frage für Bremen lautet deshalb: Schauen wir nur zu oder gestalten wir mit? Wir sollten der Sehnsucht der Familie Fuchs folgen – nicht träumerisch, sondern wirtschaftspolitisch, nicht nostalgisch, sondern strategisch, denn Bremens Zukunft ist oben. (Beifall CDU) Raumfahrt ist längst kein Spezialthema mehr. Raumfahrt bedeutet heute Navigation, Kommunikation, Wetterdaten, Katastrophenschutz, Sicherheit, Verteidigung, industrielle Wertschöpfung. Wer Raumfahrt beherrscht, beherrscht Zukunftsmärkte, und Bremen hat dafür beste Voraussetzungen. Mit OHB, Airbus, der ArianeGroup, ZARM, Universität Bremen und vielen innovativen Unternehmen gehört Bremen schon heute zu den wichtigsten Raumfahrtstandorten Europas. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Bremen war früh auf der Startrampe. Wir hatten Industrie, Forschung, Know-how und Talente, aber während wir diskutierten, starten andere längst. Andere Bundesländer investieren. Andere Nationen bauen neue Cluster, neue Wettbewerber drängen auf den Markt. Und ja, auch Markus Söder hat verstanden, dass Raumfahrt Zukunftspolitik ist. Das Problem ist nicht, dass andere Gas geben, das Problem ist, wenn Bremen vom Gas geht. Wir hatten einen Startvorteil, aber wir verlieren ihn Stück für Stück. Wer zu lange im Countdown bleibt, hebt niemals ab. (Beifall CDU) Wir wollen nicht nur mitfliegen, wir wollen führen. Unser Ziel ist klar: Bremen muss sich als das Space Valley behaupten – ein Ort, an dem Forschung entsteht, Start-ups wachsen, Satelliten gebaut werden, Missionen geplant werden, Talente aus aller Welt arbeiten, Kapital investiert wird und Industrie zusammenkommt und vor allem ein Ort, den man weltweit mit Raumfahrt verbindet. Bremen muss weit über die Raumfahrtbubble hinaus als der Ort der Raumfahrt bekannt werden. Deshalb haben wir als CDU unseren Antrag eingebracht „Bremens Zukunft ist oben – Raumfahrtstrategie konsequent weiterentwickeln – jetzt die richtigen Weichenstellungen für die nächsten 30 Jahre vornehmen!“ Wir fordern eine neue Raumfahrtstrategie bis Ende 2026, klare Ziele, priorisierte Maßnahmen, verbindliche Zeitpläne, transparente Finanzierung, nicht schöne Überschriften, nicht Strategiepapiere für die Schublade, sondern endlich einen belastbaren Flugplan. (Beifall CDU) Bremen muss führender Integrationsstandort für Satelliten, Raumstationen und Nutzlasten bleiben. „Starlab“ muss made in Bremen sein. Wir möchten New Space ermöglichen, mehr Venture Capital, mehr öffentliche Aufträge, weniger Bürokratie, mehr Geschwindigkeit. Wir wollen Talente sichern, Raumfahrt in Schulen sichtbar machen, MINT stärken, internationale Fachkräfte gewinnen und hier gut und schnell ankommen lassen, Ausbildung und Studium ausbauen. Wir wollen Sichtbarkeit erhöhen. Bremen braucht einen Raumfahrtort, Mitmachorte, internationale Präsenz und modernes Standortmarketing. Denn was keiner kennt, kann keiner besuchen, fördern oder investieren. Bremen hätte beste Voraussetzungen, Industriekompetenz, Forschungsstärke, internationale Namen, Erfahrung, Innovationskraft. Doch was fehlt, ist politischer Schub. (Beifall CDU) Zu langsam, zu kleinteilig, zu wenig ambitioniert, zu wenig sichtbar. Wir brauchen keinen Verwaltungsorbit. Wir brauchen Aufstiegskraft. Raumfahrt darf kein Nischenthema bleiben. Sie muss unser gemeinsames Projekt werden für gute Arbeitsplätze, Wohlstand, technologische Stärke, junge Menschen, internationale Strahlkraft. Wir sind nicht Zuschauer im neuen Space Race. Wir wollen vorn mitfahren. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Bremen klein denkt, wird Bremen klein gehalten. Wenn Bremen groß denkt, kann Bremen Großes bauen. Wir haben die Unternehmen. Wir haben die Köpfe. Wir haben die Geschichte. Jetzt brauchen wir Mut. (Beifall CDU) Deshalb werbe ich um Zustimmung zu unserem Antrag. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Bremens Zukunft nicht am Boden klebt! Bremens Zukunft ist oben. Vielen Dank! (Beifall CDU)
