Falko Bries
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste! Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für Kinder im Grundschulalter Realität. Bremen ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und diesen Anspruch Schritt für Schritt einzulösen. In unseren Grundschulen im Land Bremen ist Ganztag schon heute gelebte Praxis. Im Schuljahr 2024/2025 standen allein in der Stadtgemeinde Bremen 11 805 Ganztagsgrundschulplätze zur Verfügung, verteilt auf 52 Ganztagsgrundschulen – 16 offene und 36 gebundene. In Bremerhaven wurden an 10 Ganztagsgrundschulen weitere 1 591 Kinder ganztägig betreut. Insgesamt nehmen damit bereits über 14 000 Grundschüler im Land Bremen ein ganztägiges Angebot wahr – ein starkes Signal für Bildungsgerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Die Zahlen zeigen: Wir starten nicht bei null. Wir bauen auf einer guten Grundlage auf. Seit dem Schuljahr 2020/2021 ist die Zahl der Plätze im gebundenen Ganztag in Bremen von 6 477 auf 9 165 gestiegen, die Plätze im offenen Ganztag von 2 295 auf 2 640. Das sind kontinuierliche Zuwächse, Jahr für Jahr, die deutlich machen, dass Ganztag in Bremen keine Sonntagsrede, sondern ein echtes Ausbauprogramm ist. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Mit dem Rechtsanspruch ab 2026 gehen wir nun den nächsten großen Schritt. Unser Ziel ist klar: Alle Kinder sollen an fünf Tagen in der Woche mindestens acht Stunden am Tag ein verlässliches Paket aus Unterricht, Förderung, Betreuung erhalten. Dafür setzen wir auf den weiteren Ausbau der offenen und gebundenen Ganztagsgrundschulen, ergänzt um pädagogisch hochwertige Angebote von Horten und Schüler:inntreffs. Besonders wichtig ist dabei: Wir lassen kein Quartier zurück. Heute nehmen bereits rund zwei Drittel der Grundschulkinder in der Stadtgemeinde Bremen an ganztägiger Betreuung teil, sei es in der Ganztagsschule, Hort oder Schülertreff. Künftig rechnen wir mit einer Nachfrage von etwa achtzig Prozent. Genau darauf stellen wir unsere Planung aus, damit der Rechtsanspruch nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag der Familien ankommt. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Damit das gelingt, investieren wir kräftig. Bis 2029 sind für die Umwandlung der verlässlichen Grundschulen in Ganztagsschulen in der Stadtgemeinde Bremen rund 240 Millionen Euro fest verankert. Weitere rund 175 Millionen Euro [redaktionelle Anmerkung: akustisch unverständlich] werden zusätzlich benötigt. Dazu kommen Mittel aus dem Bundesfinanzierungsprogramm Ganztag, mit denen wir Mensen bauen, Räume erweitern und Ganztag so gestalten, dass er pädagogisch sinnvoll, barrierefrei und kindgerecht ist. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Klar ist auch: Räume allein machen noch keinen guten Ganztag; entscheidend sind die Menschen. Deshalb setzen wir auf multiprofessionelle Teams, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Sozialpädagogen und Partner aus der Jugendhilfe. Gute Ganztagsschule bedeutet mehr Zeit für individuelle Förderung, für sprachliche Bildung, für Bewegung, Kultur und Demokratieerfahrung. Gerade für Kinder aus sozial herausfordernden Lagen ist dieser zusätzliche Bildungsraum ein wirksamer Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit. Ja, der Weg bleibt anspruchsvoll. Wir müssen 31 verlässliche Grundschulen in der Stadtgemeinde Bremen Schritt für Schritt in Ganztagsorte überführen und gleichzeitig genügend Fachpersonal gewinnen. Aber wir tun das mit einem klaren Fahrplan, mit Transparenz über den Stand und über jeden Standort und mit der festen Zusage, Eltern frühzeitig mitzunehmen. Die Botschaft, die heute von diesem Parlament ausgehen sollte, ist deshalb eine positive. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist keine Last, sondern eine große Chance für unser Bildungssystem, für unsere Kinder und für die Familien in Bremen und Bremerhaven. Wir machen Ganztag nicht irgendwie, sondern Schritt für Schritt, gut vorbereitet, sozial gerecht und qualitätsorientiert. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen, für mehr Bildungsgerechtigkeit, für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für ein starkes, soziales, gerechtes Land Bremen. – Vielen Dank! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)
