Arno Gottschalk
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich würde gerne mal auf einen Aspekt hinweisen, der hier nie zur Debatte steht: Wie berechnet sich eigentlich eine Armutsquote? Man nimmt den bundesweiten Einkommensmedian und vergleicht ihn dann mit den regionalen Gegebenheiten. Für Bremen müssen wir feststellen: Wir haben viel mehr Arbeitsplätze, als wir Arbeitskräfte haben, die in Bremen wohnen. De facto sind 40 Prozent, fast 40 Prozent Pendler. Wenn man das netto betrachtet, leben gut ein Viertel der Menschen, die in Bremen gutes Geld verdienen, denen wir hier gute Bedingungen schaffen, nicht hier (Abgeordnete Yvonne Averwerser [CDU]: Nee, die wollen nicht hier wohnen.) und fließen auch gar nicht in die Armutsquote ein. Wir sind eine erfolgreiche Stadt mit Hochschulen. Wir haben fast 40 000 Studierende. Die sind alle arm. Wir sind eine Stadt, die wie andere Großstädte sehr große Anteile hat von Migranten und Geflüchteten, die wir aufnehmen – viel mehr als im Verhältnis zu Bayern oder BadenWürttemberg. Wenn die bei uns mit eingerechnet werden: Die sind natürlich arm. Was wir machen, ist doch, sie überhaupt erst hier aufzunehmen, sie zu entwickeln und ihnen eine Aufstiegsdynamik zu bieten. Das alles wird in diesem Bereich gar nicht gemessen. (Unruhe CDU) Deshalb würde ich mal sagen, wenn wir uns vergleichen in diesem Bereich, dann können wir uns mal vergleichen mit Städten, mit großen Städten. Dann sollten wir auch gucken, (Glocke) dass in Hamburg möglicherweise das Niveau der Kosten viel höher liegt als in Bremen. Wenn wir das mal mit korrigierend einrechnen, (Glocke)
