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Yvonne Averwerser

CDU 08.10.2025 Sitzungen 21/26

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Staatsrat Klieme! Das Thema Erste Hilfe, Resilienz war in den letzten acht Wochen irgendwie ein bisschen inflationär. Wir debattieren hier heute den Antrag, mit dem wir als CDU fordern, Schülerinnen und Schüler auf den Ernstfall vorzubereiten, durch regelmäßige Erste-Hilfe-Schulungen und Notfallübungen in allen Bremer Schulen. (Beifall CDU) Was bewegt uns dazu? Stellen Sie sich bitte einmal folgende Szene vor: Ein achtjähriges Kind auf dem Schulhof. Es sieht, wie seine beste Freundin plötzlich zusammensackt. Stille, Atemnot, Panik. Die Lehrerkraft rennt zum Telefon. Der Rettungswagen ist unterwegs, aber bis er kommt, vergehen qualvolle Minuten. Jetzt die entscheidende Frage: Soll dieses Kind danebenstehen und verzweifelt weinen, oder soll es wissen, wie man hilft? Genau darum geht es. Unser Antrag setzt hier an, frühzeitig, umfassend, verbindlich. Zunächst geht es bei uns um frühzeitige Ausbildung. Es bringt nämlich nichts, erst in der 7. Klasse anzufangen, wie es der Koalitionsantrag aus dem Sommer vorsieht. Notfälle nehmen keine Rücksicht auf das Alter ihrer Opfer. Schon Grundschüler können in Situationen geraten, in denen Erste Hilfe den Unterschied bedeutet: Sturz vom Klettergerüst, eine allergische Reaktion oder schlimmere Szenarien. Warum sollten unsere Jüngsten unvorbereitet sein? Unser Antrag sorgt dafür, dass Kinder bereits ab der 2. Klasse lernen: Ich kann helfen, ich darf helfen, ich weiß, was ich zu tun habe. Zweitens ist für uns die ganzheitliche Vorbereitung im Vordergrund. Unser Antrag konzentriert sich nicht nur auf Herzstillstände. Er denkt breiter, vom kleinen Unfall auf dem Pausenhof bis hin zu seltenen, aber sehr realen Bedrohungen wie Blackouts oder Amoklagen. Schulen sind ein zentraler Ort unserer Gesellschaft, dort sind unsere Kinder Tag für Tag. Wir haben die Verantwortung, sie nicht nur mit Wissen, sondern auch mit Sicherheit auszurüsten. Notfallpläne, Übungen, verbindliche Abläufe, das ist kein Extra. Das ist unser Schutzschild für die Jüngsten. Drittens: Nachhaltigkeit, Übung und Sicherheit durch Wiederholung. Ein einmaliger Kurs reicht nicht aus. Jeder von uns weiß das, der einmal den Führerschein gemacht hat. Er verpufft, er wird vergessen. Wir als CDUFraktion fordern deshalb eine regelmäßige Auffrischung alle zwei Jahre. (Beifall CDU) So bleibt Wissen wach, so sitzen jede Bewegung und jeder Handgriff. Im Ernstfall hilft nämlich keine vage Absicht. Im Ernstfall hilft nur Routine. Lassen Sie mich eins klar sagen: Eine App rettet kein Leben. Eine App leitet keine Herzdruckmassage ein. Eine App packt niemanden an. Das können nur Menschen – Menschen, die bestenfalls schon im frühen Kindesalter gelernt haben: Ich kann handeln, ich weiß, was ich zu tun habe. (Beifall CDU) Sehr geehrte Damen und Herren, wir alle wissen: Unsere Welt – mein Kollege von der FDP hat es schon gesagt – ist unruhiger geworden. Wir reden über Katastrophenschutz, über Verteidigungsfälle, über Szenarien, die niemand erleben möchte und doch erleben könnte. Kinder, die vorbereitet sind, haben bestenfalls weniger, im allerbesten Fall keine Angst. Da ergänzt unser Antrag den Antrag der FDP. Denn Resilienz wächst durch regelmäßiges Training, gibt Sicherheit bezüglich der eigenen Möglichkeiten, Selbstfürsorge und des bewussten Wahrnehmens vom Gestalten des eigenen Lebens. Kinder, die vorbereitet sind, haben Sicherheit, Selbstbewusstsein und Stärke. Darum sage ich Ihnen, unser Antrag der CDU-Fraktion ist der richtige, weil er früher ansetzt, weil er umfassender denkt und weil er verbindlicher umsetzt. Nun stellen Sie sich einmal dieses Bild vom Anfang vor: Ein Kind, das nicht weinend danebenstehen muss; ein Kind, das weiß, was es zu tun hat; ein Kind, das eingeübt hat, wie man hilft, ein Kind, das im entscheidenden Moment den Unterschied macht zwischen Hilflosigkeit und Rettung. Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass dieses Bild Wirklichkeit wird. Es gibt keinen Grund, unseren Antrag nicht zu unterstützen. – Vielen Dank! (Beifall CDU)

Alle Reden von Yvonne Averwerser Protokoll (PDF) ↗