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Dr. Marcel Schröder

FDP 20.08.2025 Sitzungen 21/24

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Grünen! Sie haben in der Aktuellen Stunde ganz viele Themen in den Titel reingepackt, sodass ich erst mal überlegt habe: Worüber spreche ich denn jetzt? Wenn man über alles spricht, dann reichen die fünf Minuten nicht. Das Thema, das aber, glaube ich, die Bürgerinnen und Bürger diesen Sommer beim Thema Hitze am meisten bewegt hat, ist tatsächlich der Werdersee. Der ist gerade in der Neustadt für die Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig, der ist deren Vorgarten. Der Werdersee ist wichtig als Schwimmfläche und der Werdersee ist gerade bei Hitze auch wichtig, um sich abzukühlen. Deswegen sollten wir vielleicht beim Thema Klima und Hitze mal runter von dieser abstrakten Ebene und weg davon, immer alles durcheinanderzuschmeißen. Herr Saxe, Sie haben gerade ganz viele Themen angesprochen, wenn wir dann aber mal ein konkretes Thema haben, dann sieht man, dass im Senat eigentlich nicht so wirklich viel passiert und dass der Handlungsbedarf nicht wirklich gelöst wird. Was hat der Klimawandel mit der Wasserpest zu tun? Es wurde schon gesagt: Durch die wärmeren Temperaturen wird die Ausbreitung gefördert. Mildere Winter führen zu weniger Eisdecken. Auch die natürliche Regulation wird schwieriger. Die Sauerstoffknappheit, gerade in flachen Seen, wird verschärft. Das alles sind natürlich ideale Bedingungen für invasive Pflanzenarten wie die Wasserpest. Sie ist sehr robust, sie breitet sich sehr schnell aus, auch durch übriggebliebene Bruchstücke. Gerade bei so flachen und nährstoffreichen Gewässern ist das natürlich für so eine invasive Art alles ideal. Was macht man dagegen? Das Mähboot wurde schon genannt. Das ist natürlich eine sofortige sinnvolle Maßnahme, die auch schnelle Erfolge bringt. Die Frage ist aber, wie nachhaltig eine solche Maßnahme ist, denn die Wasserpest braucht nur kleinste Bruchstücke die übrigbleiben, um sich wieder neu zu vermehren. Insofern kann das wahrscheinlich nicht die endgültige Lösung sein. Eine weitere Lösung, die von Experten vorgeschlagen wurde, ist das Ausbaggern. Das hat natürlich den Vorteil, dass der Werdersee dadurch tiefer werden würde, die Nährstoffe, auch im Sediment, würden entfernt werden und durch eben diese strukturelle Veränderung – wir wissen aus dem Bio-Unterricht, tiefere Seen sind klarer – wäre das wahrscheinlich eine nachhaltige Lösung. Das ist aber sehr teuer, und es ist natürlich auch ein relativ großer ökologischer Eingriff. Das müsste man wahrscheinlich vorher erst mal prüfen. Dann gibt es noch naturnahe Maßnahmen. Man kann gucken, ob man Pufferstreifen anlegt. Da kann man auch mit Matten arbeiten, die man vielleicht im Eingangsbereich hinlegt. Da gibt es auch Maßnahmen. Wichtig ist nur, dass man was tut, und vor allem auch, dass der komplette Werdersee von der Wasserpest befreit wird. Die PMs (Anmerkung: Pressemitteilungen) der Senatorin fand ich sehr nur auf diese Badestelle bezogen. Ja, es ist schön, dass die Badestelle frei ist, aber seien wir doch mal ehrlich: Das ist doch nicht die Realität der Nutzung. Die Menschen baden nicht nur an der offiziellen Badestelle, sondern auch in dem Bereich der Brücke. Die Realität der Nutzung am Werdersee sieht anders aus und deswegen sind wir der Auffassung, der komplette Werdersee muss von der Wasserpest befreit werden. (Beifall FDP) Wir sind auch der Meinung, dass man das mit dem Ausbaggern tatsächlich ernsthaft prüfen sollte, um das nachhaltig zu lösen. Das ist für uns durchaus eine denkbare Option, zusätzlich zum Mähboot. Insgesamt würden wir uns freuen, wenn da, anstatt immer Aktuelle Stunden zu machen und über Gott und die Welt zu diskutieren – liebe Grünen, reden Sie doch mit Ihrer Senatorin – auch konkret was passiert, denn es ist den ganzen Sommer nicht wirklich gelöst worden, das Problem. Es gab eigentlich nur Ausreden. Klimaanpassung heißt eben auch, dass man Dinge anpassen muss und dass man auch anpacken muss. (Beifall FDP) Das heißt, man muss Entscheidungen treffen. Man muss Entscheidungen finanzieren, man muss Entscheidungen umsetzen und ja, Klimaanpassung ist auch teuer, aber da fragen wir uns: Wofür haben wir denn die Wasserentnahmegebühr, wenn nicht dafür, unsere Seen schön zu machen? Da muss man Prioritäten setzen. Wir hätten gar kein Problem damit: zwei, drei Bullerbü-Projekte weniger und dafür im Sommer schöne Badeseen, in denen man sich abkühlen kann. Dann kämen wir bei Hitze mehr voran. – Vielen Dank! (Beifall FDP)

Alle Reden von Dr. Marcel Schröder Protokoll (PDF) ↗