Fynn Voigt
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte die restliche Redezeit nutzen, um noch mal kurz ein, zwei Sachen richtigzustellen. Es ist, glaube ich, der Sinn und Zweck des Antrags an manchen Stellen verkannt worden. Wir sind uns ganz bewusst, dass wir damit nicht das Fachkräfteproblem in Gänze lösen können, und unsere Wunschlösung ist auch nicht, dass alle Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen nur noch ein Fach studiert haben. Es geht ganz speziell um den Fall, der jetzt hier auch schon ein-, zweimal beschrieben wurde, dass wir eine Lösung haben, falls wir einen Überbedarf oder ein Überangebot an Menschen, Studierenden mit dem Fach Philosophie zum Beispiel haben, die dann keinen Platz im Referendariat finden können, damit das nicht in einem Chaos mit vielen individuellen Lösungen enden muss. Frau Strunge, Sie haben diesen ganzen Vorgang sehr schön und ausführlich beschrieben, sagten am Ende, das Problem wurde gelöst, und es wurden pragmatische Lösungen gefunden. Das ist richtig, aber dieser ganze Prozess hätte gar nicht erst anfangen müssen, wenn es diese Regelung, wie wir sie jetzt vorschlagen, schon im Gesetz geben würde, und ob die Beteiligten dieses Prozesses das Ganze so pragmatisch finden, ist, glaube ich, fraglich. (Beifall FDP, BÜNDNIS DEUTSCHLAND) Eine Sache noch, damit fing es ja an. Herr Bries, ich fand das sehr bemerkenswert, weil Sie sagten, wir würden die realen Bedarfe des Bildungssystems verkennen. Die realen Bedarfe des Bildungssystems sind Lehrkräfte. Ich glaube, die Frage ist eigentlich: Können wir es uns leisten, diese 28 Lehrkräfte so doll zu frustrieren, dass Teile davon in anderen Bundesländern ihr Referendariat machen und vielleicht auch in anderen Bundesländern bleiben? Uns ist wichtig, dass hier niemand hängen gelassen wird, uns ist wichtig, dass wir nicht ein halbes Jahr lang Individuallösungen für bestimmte Probleme finden müssen, sondern dass wir diese Lücke im Gesetz schließen, damit so was nicht noch mal aufkommt. Das möchte ich mir auch verbieten, dass uns vorgeworfen wird, dass wir die realen Bedarfe des Bildungssystems verkennen würden, erst recht von einem bildungspolitischen Sprecher der SPD. – Vielen Dank! (Beifall FDP, BÜNDNIS DEUTSCHLAND)
