Dr. Marcel Schröder
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Erst mal vielen Dank für diese Große Anfrage und vielen Dank auch an den Senat für die Beantwortung! Ich denke, es ist dieses Themas auch angemessen, dass man hierüber in diesem Rahmen diskutiert, auch zu später Stunde, denn der Einfluss von KI auf unser Leben kann gar nicht überschätzt werden. Es handelt sich um exponentielles Wachstum und spätestens seit Corona wissen wir ja, dass es dem menschlichen Gehirn schwerfällt, exponentielles Wachstum einzuschätzen. Um das mal ein bisschen plastisch zu machen: Die Aktie von NVIDIA hat seit November 2019, also seit fünf Jahren, 2 852 Prozent an Wert gewonnen. Ich glaube, da sieht man ungefähr, was für ein exponentielles Potenzial in KI steckt. Was für ein gigantisches wirtschaftliches Potenzial, aber auch, was für ein gesellschaftliches Potenzial, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht da drinsteckt. Deshalb ist es natürlich für die Zukunft unseres Bundeslandes entscheidend, dass wir im Bereich Forschung und KI gut aufgestellt sind, und das sind wir grundsätzlich auch. Das wird in dieser Anfrage ganz deutlich. Frau Dr. Tell hat es gesagt. Das ist eigentlich ein Konsensthema heute Abend. Bremen ist ein prominenter KI-Forschungsstandort, hat mehrere Standorte des DFKI, unter anderem das Cyber-Physical-Systems (CPS) oder das Robotics Innovation Center (RIC). Da gibt es ganz viele tolle Abkürzungen in der Großen Anfrage. Es lohnt sich, die alle mal zu lernen, damit man weiß, worum es geht. Wir haben auch eine Exzellenzinitiative „Minds, Media, Machines“, die jetzt leider nicht in die nächste Runde gekommen ist, aber auch sehr, sehr starke Arbeit macht. Die Hochschule konnte auch zwei Projekte im DATI platzieren, die nächste Abkürzung: Das ist die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation, die jetzt von der Bundesregierung gegründet wurde, um den Transfer zwischen Forschung und Wirtschaft zu verbessern. Wir haben hier starke Forscherinnen und Forscher, die wirklich einen guten Job machen. Die Frage ist jetzt natürlich: Macht die Politik auch einen guten Job? Da fangen wir mal mit dem Bund an: Der Bund hat insgesamt 1,6 Milliarden Euro bis 2025 bereitgestellt, 500 Millionen Euro im Jahr für KI-Forschung. Das ist mehr als jede andere Vorgängerregierung. Es ist wirklich nicht alles schlecht, was die Ampel gemacht hat. Insgesamt gibt es 70 Initiativen in drei Bereichen. Das sind zum einen die grundlegende Infrastruktur, also die Daten, die Rechenkapazitäten aber auch die Fachkräfte. Das Zweite ist der Transfer von KI in bestimmte Felder, insbesondere Robotik und Gesundheit, das, was gerade hier in Bremen relevant ist, was auch schon angesprochen wurde. Das Dritte sind die Rahmenbedingungen des KI-Ökosystems, und hier zählt vor allem der regulatorische Rahmen. Da kommen wir Politiker ins Spiel. Der AI Act der EU ist ratifiziert. Er hat Maßstäbe in der Regulierung von KI gesetzt und ja, darauf kann man stolz sein, aber ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir Liberalen uns natürlich auch wünschen würden, dass die EU nicht nur führend bei der Regulierung von KI ist, sondern dass wir in der EU auch führend beim Hervorbringen von innovativen Unternehmen sind. Das würden wir uns wünschen. (Beifall FDP) Wie sieht es auf Landesebene aus? Auch hier wird kräftig investiert. Das sieht man in der Antwort auf Frage 3. Insgesamt liegt das Gesamtvolumen hier in Bremen inklusive der privaten Drittmittel bei 135,3 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen der staatlichen Landesmittel liegt bei 19,1 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen, wenn man dann EU und Bund dazurechnet, ist bei 41,5 Millionen Euro. Es ist also ungefähr Hälfte/Hälfte. Da sieht man: KIFörderung ist Teamarbeit. Deswegen bin ich auch froh, dass wir uns hier grundlegend einig sind, dass wir KI weiter unterstützen müssen. Die Risiken wurden angesprochen. Alles, was große Chancen mit sich bringt – jetzt kann man 2 Euro ins Phrasenschwein tun –, bringt immer auch Risiken mit sich. Es ist ganz klar: Ich mache mir mittlerweile etwas Sorgen, ob die Geisteswissenschaften bei der KI-Entwicklung hinterherkommen, weil wir doch sehen, dass es jetzt schon wirklich massive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat, gerade der Bereich Soziale Medien und weitere. Ich glaube, da muss man noch mal darauf schauen, dass es nicht nur um Robotik geht und um Informatik, sondern auch um interdisziplinäres Zusammenarbeiten. Gerade die Geisteswissenschaften haben da eine sehr, sehr große Aufgabe vor der Brust. Ich glaube, da muss man noch mal hinschauen, wie man da noch gezielter supporten kann. Umso erfreulicher ist es aber ja, dass wir grundsätzlich beim Thema KI an einem Strang ziehen. Ich glaube, das sollten wir uns beibehalten. – Vielen Dank! (Beifall FDP)
