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Sandra Ahrens

CDU 13.11.2024 Sitzungen 21/17

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte heute die Debatte für meine Kollegin Frau Hornhues. Wundern Sie sich also nicht, wenn ich ein bisschen mehr auf Bremen-Nord eingehen sollte. Die Stärkung der dualen Ausbildung sollte ein zentrales Zukunftsthema sein. Ein nicht unerheblicher Anteil unserer jungen Menschen wird genau an diesen Ausbildungsstätten ausgebildet. Sechzehn berufsbildende Schulen und ihr Zustand sind heute also Thema. Die duale Ausbildung bildet das Fundament unserer Fachkräftesicherung, doch die entscheidende Frage ist: Sind unsere Berufsschulen und Bildungszentren in Bremen für diese Aufgabe auch ausreichend gerüstet? Lassen Sie uns jetzt gemeinsam einen kritischen Blick auf die vielen Antworten, die der Senat auf die detaillierten Fragen der FDP gegeben hat, werfen. Die vorliegende Antwort verweist auf zwei Jahre alte Vorlagen, und bei deren erneuter Durchsicht wird bereits deutlich, was lieber nicht ganz so genau dargestellt wird. Es zeichnet sich ein besorgniserregendes Bild ab, meine Damen und Herren. Es sollen moderne Berufsschulcampus entstehen, jedoch ist der Senat hier bereits viele Jahre im Verzug. Es gibt kein Erkenntnisproblem, nein, meine Damen und Herren, wie immer in Bremen, es gibt ein Umsetzungsproblem. (Beifall CDU) Viele unserer Berufsschulen sind in einem schlechten baulichen Zustand – 128,5 Millionen Euro Sanierungsstau, der Kollege hat es schon berichtet. Sie benötigen dringend eine umfassende Sanierung. Beispiel hierfür ist das Schulzentrum an der Alwin-Lonke-Straße aus dem Stadtteil Burglesum, das das Problem verdeutlicht. Brandschäden, Heizungsausfälle, Wasserschäden sind nur einige Mängel, die den Schulbetrieb immer wieder beeinträchtigen. Mit diesen Beeinträchtigungen müssen Schüler und Lehrer noch jahrelang leben. Wie sollen junge Menschen in einer solchen Umgebung die Arbeitswelt kennenlernen, geschweige denn eine akzeptable Lernumgebung haben, meine Damen und Herren? Hier besteht dringender Handlungsbedarf. (Beifall CDU) Von dem, was die gerade angehenden Erzieher an der Inge-Katz-Schule zugemutet bekommen, sprachen wir heute Morgen schon in der Aktuellen Stunde. Ich will das hier nicht wiederholen. Der Kollege von Bündnis Deutschland, Herr Fricke, hat es eindeutig und deutlich klargemacht: Selbst bei Umzügen stellen Sie teilweise Heizungsausfälle und Ähnliches in Aussicht und lassen die Schülerinnen und Schüler die Möbel selbst schleppen. Das kann es ehrlicherweise nicht sein, meine Damen und Herren! Das Vorhaben des Senates, die Schulen am neuen Campus zu zentralisieren, ist nachvollziehbar und auch begrüßenswert, aber es dauert viel zu lange, und es muss endlich in Fahrt kommen. Die Renovierungen und Instandsetzungen müssen bis dahin dann leider auch noch stattfinden, weil wir zum Beispiel an der Inge-Katz-Schule abgängige Gebäude haben, die seit zehn Jahren aufgegeben werden sollen. Es ist alarmierend, auch übrigens klimaschutztechnisch, wenn dort im Sommer noch die Heizung bollert und man da oben in den vierten Stockwerken teilweise fast 40 Grad hat. Das würde jede Arbeitsstättenverordnung nicht mitmachen, wir aber muten das hier in Bremen unseren Schülerinnen und Schülern zu. Das, meine Damen und Herren, kann so nicht bleiben. Wir wissen aus der Antwort, dass die Ausstattungsfrage auch eine der maßgeblichen Fragen ist. Genügt der aktuelle Stand den Anforderungen? Es gibt positive Entwicklungen wie die Einführung von iPads und digitalen Lernplattformen wie „itslearning“, aber das reicht noch nicht aus. Wenn wir die jungen Menschen fit für die Zukunft machen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass sie auch Zugang zu den Technologien der Zukunft haben. Mit dem Taschenrechner geht heute allein nichts mehr, meine Damen und Herren. Ein weiterer Aspekt, den ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist die Weiterbildung unserer Lehrkräfte. Die Digitalisierung stellt hohe Anforderungen an die Schulen, und die Lehrkräfte müssen in der Lage sein, diese Herausforderungen zu meistern, denn spätestens ihre Schüler:innen müssen das hinterher umsetzen, meine Damen und Herren, dafür brauchen sie aber das Rüstzeug. Wenn wir den Lehrberuf nicht attraktiver gestalten, laufen wir Gefahr, in den kommenden Jahren in noch größere Personalengpässe zu geraten. Die derzeitigen Maßnahmen wie Seiteneinstiegsprogramme sind zwar ein guter Ansatz, aber sie lösen das Grundproblem nicht. Ein weiterer Punkt, der dringend Aufmerksamkeit erfordert, ist die Unterstützung von Schülern mit besonderen Bedürfnissen an unseren Berufsschulen. Wir wollen gerne Inklusion leben, aber es darf nicht sein, dass diese Schüler aufgrund von Personalmangel und unzureichender Ausstattung benachteiligt werden, meine Damen und Herren. Hier ist es unsere Verantwortung, gezielt zu investieren und die Inklusion in der beruflichen Bildung weiter zu stärken. (Beifall CDU) Besonders wichtig ist es mir, die duale Ausbildung nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu stärken. Sie ist der Schlüssel für die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte und damit ein wesentlicher Bestandteil unserer Wirtschaftsstruktur und des Erfolges und des Wohlstandes in Deutschland. Wir dürfen nicht immer mehr Menschen mit immer geringerer Qualifikation forcieren. Wir müssen eine gute berufsständische Ausbildung erhalten. Das war „Made in Germany“ und das soll auch so bleiben, meine Damen und Herren! (Beifall CDU) Abschließend möchte ich betonen: Wir stehen vor großen Herausforderungen, aber wir haben auch die Chance, viel zu verändern. Die Sanierung und Modernisierung unserer Berufsschulen muss eine Priorität sein. Wir müssen unsere Schulen fit für die Zukunft machen, sowohl baulich als auch personell und technologisch. Die duale Ausbildung darf nicht ins Hintertreffen geraten, denn sie ist das Rückgrat unserer Fachkräftesicherung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, unsere Berufsschulen müssen als gleichwertige Säulen neben den allgemeinbildenden Schulen betrachtet werden. Dafür braucht es Investitionen in die Infrastruktur, eine tiefgreifende Digitalisierung und vor allem die Bekämpfung des Lehrkräftemangels. Der Sanierungsstau muss dringend abgebaut werden und wir müssen Bedingungen für Lehrkräfte verbessern, um qualifiziertes Personal langfristig zu gewinnen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Bedingungen für unsere Schulen und Auszubildenden zu verbessern, denn nur so können wir sicherstellen, dass Bremen auch in Zukunft ein starker Standort für berufliche Bildung bleibt. Sorgen wir dafür, dass gerade auch in den Fachkräftemangelberufen, wie zum Beispiel der Erzieherausbildung, bestmögliche Bedingungen herrschen! Denn nur so werden wir die Fachkräfte gewinnen, um die entsprechenden Fachkräfte auch für diesen Beruf zu motivieren, um dann in eine zwei- oder fünfjährige Ausbildung zu gehen. Sonst wird nämlich das Wirklichkeit, was andere sich hier schon wünschen, dass man das auch alles mit Personen über 18 und einem Führungszeugnis machen kann, weil man ja nicht genügend Personen findet. Hier haben wir Hausaufgaben zu machen. Das haben Sie in der Vergangenheit nicht erledigt, und ich hoffe, dass wir uns jetzt gemeinsam auf den Weg machen, da Schritte voranzukommen. – Danke schön! (Beifall CDU – Abgeordnete Miriam Strunge [DIE LINKE]: Das stand nicht auf dem Zettel!)

Alle Reden von Sandra Ahrens Protokoll (PDF) ↗