Claas Rohmeyer
Das wäre so nett geworden, Herr Bürgermeister. Frau Präsidentin! Ich freue mich, dass Sie an Aussagen von Jens Böhrnsen angeschlossen haben, der auch gesagt hat, er kann sich eine Sonntagsöffnung vorstellen. Er hatte damals „nur“ das Problem Andrea Nahles, die als Bundesarbeitsministerin, genauso wie ihr Nachfolger Hubertus Heil, jede Änderung des Bundesarbeitszeitgesetzes zusammen mit der SPD-Bundestagsfraktion blockiert hat. Aber Jens Böhrnsen wusste, was er an der Stadtbibliothek hatte. Sie wissen es offensichtlich auch. Von daher, herzlichen Dank für die generelle Aussage. Sie haben aber einen Fortschritt, einen digitalen Fortschritt, den Kultursenator Böhrnsen noch nicht hatte. Sie haben schon zwei bestehende Open-Library-Standorte. In der Vahr in der Berliner Freiheit und in Vegesack gibt es zwei Standorte der Stadtbibliothek Bremen. Die Bremerhavener Kolleginnen und Kollegen bitte ich kurz, zu entschuldigen, dass wir gerade nur rein stadtbremisch sind. Dort könnten Sie, Sie sind ja Vorsitzender des Betriebsausschusses der Stadtbibliothek, theoretisch ab nächsten Sonntag den Computer so programmieren, dass da sonntags, wenn Sie mit Ihrer Chipkarte an das Lesegerät gehen, die Tür aufgeht. Das ist derzeit einfach deshalb nicht möglich, weil die Öffnungszeiten anders programmiert sind. Aber das wäre ein ganz dolles Ding, Herr Bürgermeister. Ihre Aussage nehme ich jetzt sehr ernst. Ich werde regelmäßig nachfragen, wie weit Sie dabei sind, weil das könnten Sie ohne Probleme umsetzen. Sonntags sind ja auch keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den beiden Stadtbibliotheksstandorten. Von daher, ich nehme Sie beim Wort. Das wäre ein echter Fortschritt für die Familien, die eine BIB Card haben, meine Damen und Herren. (Beifall CDU – Zuruf Bündnis Deutschland) Das wäre der nette Teil gewesen, wenn Sie dann nicht noch den anderen Herrn Dr. Bovenschulte herausgelassen hätten. Der Stachel muss ja tief sitzen. Wir haben jetzt doch noch mal von Ihnen das Wort Stadtmusikantenhaus gehört. Ich kann ganz deutlich sagen, dass hier niemand im Raum ist, in dem Bereich der bürgerlichen Opposition, auf die Sie eben bei FDP und CDU gedeutet haben, der gegen den City of Literature-Titel in irgendeiner Form gekämpft hat, Bestrebungen gehabt hätte oder sonst etwas. Das ist eine Märchenstunde, womit wir wieder beim Titel Stadtmusikantenhaus sind, meine Damen und Herren. (Beifall CDU, FDP) Für die CDU-Fraktion kann ich – und das machen wir gern auch noch mal – Ihnen zumindest aus meiner kulturpolitischen Zeit alle Initiativen zeigen, wie wir den Literaturstandort Bremen zusammen mit dem Börsenverein des Buchhandels, mit ganz vielen Austauschen mit Barbara Lison oder jetzt Lucia Werder, mit anderen Akteurinnen und Akteuren, immer vorangebracht haben. Meine Damen und Herren, es geht auch nicht darum, dass wir, das habe ich Ihnen schon mal gesagt, die Idee Stadtmusikantenhaus falsch finden. Wir finden die Art dieser aberwitzigen Finanzierung und die horrenden Millionen, die sie da hinterherschmeißen, falsch, aber nicht die Grundidee, ein Stadtmusikantenhaus zu machen. Dass Sie ein Literaturhaus haben, habe ich ausdrücklich gelobt, meine Damen und Herren, samt der Anregung der Kollegin Wargalla, das besonders auf den Teil der Exilliteratur zu fokussieren. Bitte keine Märchenstunde, Herr Bürgermeister! (Beifall CDU, FDP) Sie haben das doch letzte Woche so nett hingekriegt. Sie wissen doch eigentlich, dass Sie mit Christdemokratinnen und Christdemokraten vernünftig reden können. Dann müssen Sie hier keine Show zum Feierabend der ersten Landtagssitzung aufführen. Von daher, meine Damen und Herren, hoffe ich einfach mal, dass das nur so ein Reflex war, weil Ihnen das im vorherigen Teil vielleicht einen Tick zu harmonisch war. – Herzlichen Dank! (Beifall CDU, FDP)
