Falko Bries
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Gäste! Ich versuche erst mal wieder ein bisschen Sachlichkeit, glaube ich, in diese ganze Diskussion zu bringen. Denn ich finde es schon schwierig, wenn man ständig immer nur draufhaut, ohne darüber nachzudenken, dass wir eigentlich wirklich über unsere Kinder reden. (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE) Der Grundstein, der mit den Sprachfördermaßnahmen in den Kitas gelegt wird, muss in der Grundschule aufgegriffen und ausgebaut werden. Neben den Maßnahmen der frühkindlichen Bildung, die meine Kollegin Heike Kretschmann schon beschrieben hat, gibt es 39 Grundschulen in Bremen, sogenannte Sprachförderbänder, die zwei- bis dreimal die Woche stattfinden und den Schulen zwischen zwei und zehn Stunden zusätzliche Förderung ermöglichen. Seit diesem Schuljahr setzt die Senatorin für Kinder und Bildung – übrigens, ich stehe zu meiner Senatorin – (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen) das Leseband als neues Lehrförderkonzept um, das innerhalb von fünf Jahren alle Kinder der Klassen eins bis sechs fördern soll. Eine Vorschule, in der Kinder separiert oder sonderbeschult werden, widerspricht unserer Sicht dem Gedanken der Inklusion. Das Kitabrückenjahr hingegen ist inklusiv, weil die Kinder den Tag gemeinsam verbringen und voneinander lernen. Daran ändert auch die Idee eines Modellversuchs nichts, in die viel Zeit, Ressourcen fließen, die an anderer Stelle besser eingesetzt werden können. Nur eine Handvoll Kinder würden von einem solchen Projekt profitieren. Angesichts steigender Schülerzahlen können wir es auf absehbare Zeit nicht flächendeckend umsetzen. Es fehlt nicht nur an räumlichen Kapazitäten, sondern auch am pädagogischen Personal, das in Kitas und Grundschulen besser eingesetzt wäre. Statt eines gut ausgestatteten Modellversuchs setzen wir als SPD-Fraktion mit unseren Koalitionspartnern darauf, Kitas und Schulen in herausfordernden Situationen durch zusätzliches Personal zu stärken. Das Kitabrückenjahr hat sich als inklusives Instrument bewährt, und darauf sollten wir aufbauen und nicht gleich alles schlechtreden, sondern das läuft ja nun auch nicht seit – –. Wie lange läuft es? Helft mir, ich bin jetzt zum ersten Mal dabei. Zwei, drei Jahre. Also muss man auch Zeit geben, um da wirklich etwas bei rauszubekommen. (Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Die Kinder haben aber keine Zeit!) Das Kitbrückenjahr hat sich als inklusives Instrument bewährt, und darauf sollten wir aufbauen, anstatt Ressourcen in einem Modellversuch zu investieren, von dem nur wenige profitieren. Glauben Sie mir, das ist tatsächlich in diesem Modellprojekt so, wir reden von zwei Modellschulen, wo Sie das einrichten möchten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann Kinder aus anderen Stadtteilen, die es dringend notwendig brauchen, auch bekommen. Wir setzen auf das Kitabrückenjahr, und das werden wir weiter tun. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall SPD)
