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Falko Bries

SPD 15.11.2023 Sitzungen 21/5

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen! Nicht nur in Bremen leiden wir unter dem Fachkräftemangel in den Sozial- und Erziehungsberufen. Dass uns in allen Schulformen und allen Fächern das Personal fehlt, steht außer Frage. Doch wenn es um die Ausbildung und die Studienfächer geht, fällt uns auf, dass sie gerade in dem Bereich, wo Bremen ein sehr gutes bundesweites Standing hat, nämlich in der inklusiven Pädagogik, unbedingt wieder aufholen müssen. Das Einstellen des Studiengangs Sonderpädagogik war ein Fehler, die Einführung der Inklusion dagegen goldrichtig. 2009/2010 haben wir damit begonnen, an unseren Schulen inklusiv zu unterrichten. Das haben wir als SPD sehr begrüßt und auch immer unterstützt. Mit der Auflösung der meisten Förderzentren und der Integration von Sonderpädagogen wurde der Weg in die richtige Richtung beschritten. Einige Schulen waren zunächst auch gut ausgestattet. Hierzu ein Beispiel: An der Roland zu Bremen Oberschule, ehemals Schulzentrum Flämische Straße, wurde der inklusive Unterricht schon 2004 eingerichtet. Von da an wurde dort inklusive Pädagogik geleistet, die mehrfach bundesweit ausgezeichnet wurde. Ich persönlich kann mich gut daran erinnern, dass bis zum heutigen Tag viele Schulen aus vielen Bundesländern und sogar eine Delegation aus Japan dreimal an der Schule waren, um sich diese inklusive Schulform anzuschauen und Erkenntnisse für die Entwicklung in ihren Ländern mitzunehmen. Mit der Schulreform und der Einführung des Zwei-Säulen-Modells im Jahre 2009 wurden alle Schulen per Schulgesetz dazu verpflichtet, sich zu inklusiven Schulen zu entwickeln und dafür die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Zweifellos hätte in der Vergangenheit viel mehr für die Ausbildung getan werden müssen, doch wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Gerade haben 30 Lehrkräfte aus Grund- und Oberschulen, Gymnasien, berufsbildenden Schulen im siebten Durchgang des weiterbildenden Masters of Education „Inklusive Pädagogik/Sonderpädagogik“ an der Akademie für Weiterbildung der Universität begonnen, sich zu sonderpädagogischen Lehrkräften weiterzubilden. Diese erfolgreiche Weiterqualifizierung gilt es auch weiterhin auszubauen und aktiv an Schulen zu bewerben. Zum Wintersemester 2021/2022 wurden die ersten Studierenden zum neu eingeführten Lehramtsstudiengang „Inklusive Pädagogik/Sonderpädagogik“ an Gymnasien und Oberschulen zugelassen. Der Studiengang wurde bislang gut angenommen, und wir erwarten bald die ersten Absolventinnen. Es ist notwendig, dafür zusätzliche Kapazitäten am LIS zu schaffen. Es ist weiterhin eminent wichtig, umgehend mit der Universität ins Gespräch zu kommen, wie vorhandene Studienkapazitäten bestmöglich ausgeschöpft werden können. Dafür ist es wichtig, Bedarfe von Schulen zu benennen, ohne die Lage zu beschönigen. Zudem muss geprüft werden, ob es für dieses wichtige Studium alternative Zugangswege geben kann, beispielsweise für Erzieherinnen oder auch Heilerziehungspflegerinnen oder Seiteneinsteiger. Aber auch um Anerkennung und Studienmöglichkeiten für entsprechend ausgebildete Menschen aus dem Ausland müssen wir uns intensiv kümmern. Das Potenzial ist vorhanden. Die Bürokratie hält aber nicht mit der Entwicklung mit. Wir dürfen nicht länger warten. Wir als SPD werden diesem Antrag zustimmen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)

Alle Reden von Falko Bries Protokoll (PDF) ↗