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Gunnar Lehmann

BSW 18.06.2026 Sitzungen 8/35

Herr Abgeordneter Adler, das war einer meiner geschmacklosen Scherze. Ich habe tatsächlich die Waffenfarbe bzw. den Waffenrock gemeint und wollte da eine Assoziation herstellen. Das war eher ein Scherz, um Ihre Stimmung zu heben. (Vereinzelt Beifall AfD – Lars Hünich [AfD]: Das hat doch Herr Adler nicht verstanden! – Weitere Zurufe) Ich fahre fort: Mein Rechenbeispiel zeigt, dass es sich hier um eine relativ überschaubare Summe handelt, auf die das Land dann zurückgreifen müsste, um diesen Auszubildenden unter die Arme zu greifen. Dafür könnte man auf ein Prestigeprojekt verzichten; ich habe bereits häufiger einige besonders eklatante Beispiele genannt. Ich hoffe, dass dieser Antrag nur die Ouvertüre der Haushaltsverhandlungen darstellt und Sie uns im Herbst einen konkreten Vorschlag vorlegen, dem wir dann auch gerne zustimmen werden. Unter Buchstabe d. des Antrags regen Sie den Erhalt eines bedarfs- und flächendeckenden Angebots beruflicher Bildung an. Dieses flächendeckende Angebot müssen wir aber in einzelnen Bereichen erst einmal schaffen, zum Beispiel für die Ausbildung zum Forstwirt. Deshalb hatten wir uns zwischen BSW und SPD auch darauf geeinigt, im Koalitionsvertrag aufzuführen, dass im Süden des Landes eine zweite Waldarbeiterschule geschaffen werden soll. Uns war klar: Wenn wir den Waldumbau tatsächlich vorantreiben wollen, müssen wir auch das Personal dafür ausbilden können. Zumindest haben wir gemeinsam erreicht, dass die bestehenden Kapazitäten um zehn Ausbildungsplätze pro Jahr erhöht werden. Insofern muss ich Herrn Jank widersprechen: Unser Antrag zum Waldumbau hat doch etwas gebracht; im Agrarausschuss beschäftigen wir uns sogar immer wieder mit diesem Antrag. Die zusätzliche Ausbildungsstätte im Süden wäre eine große Verbesserung, weil die Auszubildenden aus der Lausitz im ersten Lehrjahr dann nicht mehr nach Neuruppin fahren müssten. Der Blick auf die ökonomischen Anreize, die ein guter Ausbildungsplatz bieten sollte – gutes Ausbildungsentgelt und die Aussicht auf gute Löhne –, fehlt im Antrag gänzlich. Hier geht die Koalition in großen Schritten in die genau entgegengesetzte Richtung: Die CDU legt das Klingbeil bekanntlich schon an den Mindestlohn in der Landwirtschaft – zunächst zwar nur bei den Saisonarbeitskräften, bei den Auszubildenden sieht es aber nicht besser aus. Wagen wir auch hier wieder den Vergleich mit der Bundeswehr, Herr Adler: Während ein Soldat im Grundwehrdienst 2 600 Euro brutto erhält, kommt ein angehender Forstwirt im dritten Lehrjahr gerade mal auf die Hälfte. Beide stehen im Staatsdienst, arbeiten aber in unterschiedlich priorisierten Branchen. Die SPD war ja mal eine Stimme der Arbeiterschaft und der Gewerkschaften: 2024 gab es eine Untersuchung der IG BAU, in der die Auszubildenden auf die Frage, was ihr größtes Problem in der Ausbildung sei, antworteten: die Arbeitszeiten und die Vergütung. – Davon lesen wir in Ihrem Antrag leider nichts. Gestatten Sie mir abschließend noch, grundsätzlich zu werden. (Steeven Bretz [CDU]: Nein!) Wer einen grünen Beruf ergreifen möchte, der braucht eine solide schulische Ausbildung. Sie schreiben es selbst: „Angesichts […] des abfallenden Leistungsniveaus der Ausbildungsanfänger ist es notwendig, mit gezielten Weichenstellungen nachzusteuern […].“ Da musste ich schmunzeln: Den Zustand unseres Schulsystems mit dem der Deutschen Bahn zu vergleichen – so viel Humor hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut. Wenn ab dem kommenden Schuljahr die Gefahr besteht, dass sich Brandenburger Absolventen gar nicht mehr in anderen Bundesländern bewerben können, der Unterrichtsausfall aber mit Wehrpropaganda kompensiert wird, dann brauchen wir keine Weichenstellungen mehr – dann brauchen wir eine Generalsanierung. (Beifall BSW)

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