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Gunnar Lehmann

BSW 18.06.2026 Sitzungen 8/35

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich hatte meiner Fraktion vorgeschlagen, diesem Antrag aus Mitleid zuzustimmen, (Lachen des Abgeordneten Tim Zimmermann [AfD]) aber je öfter man ihn liest, desto deutlicher wird, dass er eher ein Offenbarungseid und Armutszeugnis ist. Schon bei der revolutionärsten Forderung dieses Pamphlets, nämlich dem Prüfauftrag, ob und wie der Erwerb des Führerscheins der Klasse T unterstützt werden kann, wird der allenfalls untergeordnete Stellenwert, den CDU und SPD den grünen Berufen beimessen, deutlich. Vergleichen wir dieses Angebot doch einmal mit einem anderen „grünen“ Beruf und den geldwerten Vorteilen, die damit verbunden sind, um die Attraktivität zu steigern, nämlich dem Beruf des Soldaten: Nach dem Wehrdienst-Modernisierungsgesetz wird seit 2026 für jeden Rekruten ein Pkw-Führerschein mit 3 500 Euro und ein Lkw-Führerschein sogar mit 5 000 Euro bezuschusst. Auszubildende der grünen Berufe sollen sich stattdessen mit einem rückzahlbaren Darlehen für einen Führerschein begnügen, mit dem sie dann einen Traktor fahren dürfen. Genauer gesagt: Sie sollen sich mit der Prüfung, ob dies möglich ist, zufriedengeben. Eigentlich ist das eine ganz simple Rechnung: Ein solcher Führerschein kostet höchstens 1 500 Euro. Nach Ihrem Antrag gibt es 1 300 angehende Fachkräfte. Gehen wir davon aus, dass 1 000 davon diesen Führerschein brauchen, sind das 1,5 Millionen Euro. Davon wird der größte Teil dann sicherlich in Form dieses Darlehens zurückgezahlt.

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