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Dennis Hohloch

AfD 22.04.2026 Sitzungen 8/32

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Wenn Blinde vom Sehen sprechen, kommt so ein Antrag heraus. (Oh! bei der SPD sowie Zurufe – Steeven Bretz [CDU]: Oh, Herr Hohloch! Sie können immer nur beleidigen!) Meine Damen und Herren, lassen Sie uns Schule besser und sicherer machen. – Der beste Satz war: Junge Menschen sind Experten ihres eigenen Lernerfolgs. – Dieser Satz steht sinnbildlich für Ihren Antrag. (Unmut bei der SPD) Lassen Sie es uns bitte mal durchgehen, was Sie uns hier heute vorgelegt haben. Manchmal hat man ja so das Gefühl … – Da brauchen Sie sich gar nicht aufzuregen. Aufregen müssen sich die Lehrer und die Schüler, weil Sie in der Bildungspolitik nichts gebacken bekommen, und dieser Antrag ist der beste Beweis dafür. Offensichtlich sind Sie aufgestanden und haben sich gedacht: Wir haben schon lange nichts mehr zu Bildung gemacht. Wir haben einen neuen Bildungsminister, der noch nicht so richtig in Fahrt gekommen ist, also lasst uns mal was vorlegen. Was könnten wir machen? Ach, stimmt, die AfD sagt ja seit 2021 – seit der COPSY-Studie –, dass die psychische Belastung unserer Kinder stark zugenommen hat. Das ist jetzt fünf Jahre her; jetzt ist es mal an der Zeit, dass auch wir was machen. Hm, was könnten wir denn machen? Die AfD hat ja schon so viele Vorschläge dazu gemacht, wie man zum Beispiel die Schulpsychologenquote erhöhen könnte – zwölfmal eingereicht; da haben wir dann vier Jahre später nachgezogen. Gucken wir uns mal Dänemark und Bayern an – da kommen Sie ja her, Frau Ministerin –: Ein Verhältnis von 1 : 3 700. Bei uns ist ein Schulpsychologe noch immer für 5 000 Kinder zuständig. Gucken wir uns die Vorschläge der AfD an – ach, nee, wir können sie nicht komplett abkupfern. Also, was machen wir? Wir sagen, unseren Kindern wird es besser gehen, wenn wir erstens auf autonomes Lernen setzen – denn Lehrer haben wir ja nicht –, zweitens Lehrer zu Lernbegleitern degradieren – das ist „Bildung neu denken“ laut SPD – und drittens Feedbacksysteme einführen, weil Lehrer ja zu blöd sind, ihren Schülern Feedback zu geben. 94 Landtag Ich sage Ihnen mal was: Sie haben offensichtlich keine Ahnung vom Lehrerberuf. Das ist Teil der Ausbildung, (Vereinzelt Beifall AfD sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW]) das ist Teil des Studiums gewesen – in Erziehungswissenschaften, in Allgemeiner Fachdidaktik und in unserer zweiten Ausbildung im Referendariat. (Steeven Bretz [CDU]: Das kann bei Ihnen ja nicht sehr erfolgreich gewesen sein!) Und selbstverständlich … – Herr Bretz, Sie haben keine Ahnung, wie ich als Lehrer gearbeitet habe. Ich weiß aber, wie Sie als Politiker arbeiten. Darüber kann ich mir ein Urteil erlauben. (Vereinzelt Beifall AfD – Ludwig Scheetz [SPD]: Die zweite Beleidigung! – Zuruf der Abgeordneten Katja Poschmann [SPD]) Und ich sage Ihnen: Mit diesen Vorschlägen werden Sie wie immer nichts verbessern. Gehen wir es doch einmal durch: Schauen Sie in die COPSY-Studie zu Corona von 2021. Sie haben das unseren Kindern angetan! Und heute tun Sie alle so, als wäre das nichts gewesen, und sagen: Die Pandemie war schuld. Wir wissen, es hat nichts mit den Lockdowns, nichts mit der damaligen Debatte und nichts damit zu tun, dass der ehemalige Bildungsminister Baaske gesagt hat, Kinder seien verantwortlich für den Tod ihrer Angehörigen. An diese Debatte hier kann ich mich noch erinnern. Sie haben den Druck auf unsere Kinder gelenkt, meine Damen und Herren. Sie haben dafür gesorgt, dass bei den Schwächsten unserer Gesellschaft nicht einmal mehr das Jugendamt vorbeikommen konnte. Können Sie sich daran noch erinnern? Zu Kindern, die zu Hause geschlagen wurden – ich hatte solche Schüler, deren Eltern zum Beispiel Alkoholiker waren, übrigens auch bei mir in der Schule; ich war ja in Spandau –, konnte das Jugendamt nicht mehr gehen, weil Sie die Lockdowns verhängt hatten. Sie haben das unseren Kindern angetan, meine Damen und Herren! Und es wäre in den letzten Jahren Ihre Verantwortung gewesen, etwas dagegen zu tun. Stattdessen kommen Sie uns mit Feedbacksystemen, Lernbegleiterinnen und autonomem Lernen, weil Kinder natürlich selbst am besten wissen, was für sie richtig ist, weil Kinder bei Ihnen nämlich keine Kinder, sondern junge Erwachsene sind, meine Damen und Herren. (Vereinzelt Beifall AfD) Worin liegen denn die Gründe dafür, dass Kinder Angst haben, zur Schule zu gehen, dass sie Komplexe entwickeln? In der Regine-Hildebrandt-Grundschule zum Beispiel werden Feedbacksysteme so richtig helfen, meine Damen und Herren. Richtig, weil sich Mohammed und Ali wegen des Feedbacks, das ihnen der Lehrer gibt, total zurückhalten. (Zurufe von der SPD: Bingo!) Darum geht es doch. Die physische Gewalt an unseren Schulen nimmt zu. Die Kinder haben Angst. Sie haben Angstzustände und Komplexe entwickelt. Wir haben einen ausufernden Konsum von Social Media. Und das Einzige, das Ihnen dazu einfällt, ist ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige, anstatt das Problem mal wirklich an der Wurzel zu packen und Schulen zu digitalfreien Oasen zu erklären. Das wäre beispielsweise eine Lösung. (Beifall AfD) Dann haben wir schlechte Zukunftsperspektiven.

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