Nicole Walter-Mundt
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Liebe Gäste! Der vorliegende Antrag befasst sich mit der Neuauflage des Azubi-Tickets in Brandenburg. Gemeinsam mit der SPD-Fraktion haben wir uns zum Ziel gesetzt, wieder ein vergünstigtes Angebot für junge Menschen in Ausbildung und in Freiwilligendiensten zu schaffen. Bis Ende 2024 profitierten unsere Auszubildenden bereits von solch einem vergünstigten Ticket im Nahverkehr; es nannte sich das 365-Euro-Ticket. Diese Vergünstigung lief unter der Koalition zwischen SPD und BSW aber leider aus, und es gab auch kein Nachfolgemodell. Genau da setzt unser Antrag heute an. Wir wollen gemeinsam mit Berlin ein neues Azubi-Ticket auf den Weg bringen, das auf dem Deutschland-Ticket basiert und gleichzeitig bezahlbar bleibt, denn gerade bei uns in Brandenburg sind viele junge Menschen auf Busse und Bahnen angewiesen, oft über weite Strecken wie in der Uckermark, der Prignitz oder der Lausitz. Sie fahren morgens in die Betriebe, anderntags geht es in die Berufsschule, und sie sind täglich viele, viele Stunden unterwegs. 63 Euro für ein Monatsticket sind für viele Auszubildende sehr viel Geld. Studenten bekommen über ihre Hochschulen ein vergünstigtes Semesterticket, und das ist auch gut und richtig so. Aber wenn wir sagen, dass uns die berufliche und die akademische Bildung gleichermaßen wichtig sind, muss sich das auch im Alltag der jungen Menschen widerspiegeln. Wir sprechen dabei von Fairness – und Fairness bedeutet hier konkret, in der Mobilität die gleichen Rahmenbedingungen für Studierende und Azubis zu schaffen. Unsere Auszubildenden sind unsere Fachkräfte von morgen – im Handwerk, in der Pflege, in der Industrie und im Mittelstand. Klar ist: Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, übernimmt Verantwortung für sich selbst und für unser Land – und gute Rahmenbedingungen helfen dabei, junge Menschen in Brandenburg zu halten. (Beifall CDU sowie vereinzelt SPD) Wenn Fahrten und Wege aber zu teuer sind, werden sie zur Belastung. Ein bezahlbares Ticket schafft hier Abhilfe. Ich finde, es ist auch ein wichtiges Signal an unsere Unternehmen in Brandenburg, dass wir sie bei den wichtigen Fragen rund um unsere künftigen Fachkräfte unterstützen. Das Azubi-Ticket ist hier ein wichtiger Baustein. Über 5 000 junge Menschen unter 25 Jahren beziehen in Brandenburg aktuell Sozialleistungen; sie sind nicht in Arbeit. Das kann nicht unser Anspruch sein! Wir wollen deshalb mehr Anreize schaffen, damit sich junge Menschen wieder bewusst für eine Ausbildung in Brandenburg entscheiden. Dieses Land braucht nicht nur Akademiker, sondern auch viele junge Menschen, die sich nach der Oberschule und dem Abitur für eine klassische Ausbildung entscheiden, (Beifall CDU, vereinzelt SPD sowie des Abgeordneten Gunnar Lehmann [BSW]) und ein vergünstigtes Azubi-Ticket trägt dazu bei. Ich möchte zum Schluss meiner Ausführungen kommen und sagen: Brandenburg ist ein Flächenland, und die Wege hier sind ungleich länger als in Berlin. Wer zur Ausbildungsstätte oder zur Berufsschule fährt, muss einiges an Zeit und Geld aufwenden. Mobilität und Alltagswege sind in Brandenburg aber gerade für junge Menschen eine Herausforderung. Wenn der Weg bezahlbar ist, wird er leichter. Darum sagen wir: Wer arbeitet, wer lernt, wer Verantwortung übernimmt, erhält auch unsere Unterstützung. Wir als CDU sagen ganz klar: Beide Ausbildungen sind gleichwertig. Ich möchte noch etwas zu Herrn Münschke sagen: Sie haben mit Ihrer Interpretation, dass es ein Schaufensterantrag sei, leider mal wieder nicht den Nagel auf den Kopf getroffen. Warum nicht? Weil es kein Signal aus Brandenburg gab – und es braucht eine politische Willensbekundung, damit der VBB in seiner Aufsichtsratssitzung Ja sagt, denn wir müssen es ja mitfinanzieren. Und wenn wir dieses Signal nicht senden, wird es das Ticket weder heute noch morgen geben. Deswegen ist es …
