Martina Maxi Schmidt
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung. Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg gehören lange Wege zwischen Wohnort, Ausbildungsbetrieb und Berufsschule für viele junge Menschen zu ihrem Alltag. Wer sich für eine duale oder vollschulische Ausbildung entscheidet, muss zuverlässig und bezahlbar ans Ziel kommen – und das Tag für Tag. Mit dem bisherigen VBB-Azubi-Ticket hatten Brandenburg und Berlin ein bewährtes Instrument geschaffen, das genau hier angesetzt hat. Rund 11 800 junge Menschen in Brandenburg haben dieses Angebot zuletzt genutzt. Es hat konkret entlastet, und es hat gezeigt, dass wir berufliche Bildung ernst nehmen. (Beifall SPD und CDU sowie der fraktionslosen Abgeordneten Melanie Matzies) Ende 2024 ist dieses Ticket ausgelaufen, und hieraus ergibt sich eine Lücke: eine Lücke für Auszubildende an Berufsschulen, die kein vergünstigtes Jobticket über den Arbeitgeber in der betrieblichen Ausbildung erhalten, eine Lücke für junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr, im Freiwilligen Ökologischen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich, dass wir als SPD und CDU diese Lücke nun schließen können. Unser Ziel ist, das Azubi-Ticket auf Basis des Deutschland-Tickets wieder einzuführen. Künftig sollen Auszubildende nur 37,50 Euro im Monat zahlen – und das Land Brandenburg übernimmt den restlichen Anteil. Damit orientieren wir uns erneut – wie bereits bei der Implementierung des Deutschlandsemestertickets für Studierende – an den bestehenden tariflichen Strukturen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist mehr als nur eine tarifliche Frage. Studierende profitieren selbstverständlich von vergünstigten Semestertickets. Wer sich jedoch bewusst für eine Ausbildung entscheidet, darf nicht schlechtergestellt werden. Es ist damit auch eine Frage von Wertschätzung und Chancengleichheit. (Beifall SPD und CDU sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW] und der fraktionslosen Abgeordneten Melanie Matzies) Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig – und diese Gleichwertigkeit muss sich auch in den Rahmenbedingungen widerspiegeln. Genau hier setzt unser Antrag an: Erstens fordern wir die Landesregierung auf, gemeinsam mit Berlin ein neues, auf dem Deutschland-Ticket basierendes Azubi-Ticket zu entwickeln und zügig einzuführen – idealerweise zum kommenden Ausbildungsbeginn und zum Start der Freiwilligendienste. Zweitens soll sichergestellt werden, dass neben dualen und vollschulischen Auszubildenden auch Teilnehmende am FSJ, am FÖJ und am Bundesfreiwilligendienst einbezogen werden. Ich möchte ihnen an dieser Stelle auch meinen herzlichen Dank für ihre Dienste im Land Brandenburg aussprechen. (Beifall SPD und CDU sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW] und der fraktionslosen Abgeordneten Melanie Matzies) Diese jungen Menschen leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft, und auch sie brauchen verlässliche Mobilität. Drittens wollen wir in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kammern erreichen, dass Mitgliedsunternehmen verstärkt Jobticket-Rahmenverträge abschließen. Ziel ist es, Auszubildenden überall dort, wo es möglich ist, ein arbeitgebergestütztes Deutschland-Ticket anzubieten. Damit stärken wir nicht nur die Mobilität, sondern auch die Attraktivität der Ausbildung insgesamt, denn eines ist klar: Eine erfolgreiche Ausbildung ist ein zentraler Baustein unserer Fachkräftegewinnung. (Beifall SPD und CDU sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW]) Gute Rahmenbedingungen tragen dazu bei, junge Fachkräfte in Brandenburg zu halten, und sie senden ein deutliches Signal: Leistung und Engagement lohnen sich und werden wertgeschätzt. Das Azubi-Ticket ist deshalb weit mehr als ein Fahrtkostenzuschuss. Es ist ein Beitrag zur sozialen Teilhabe, es ist ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit, und es ist ein Beitrag zu nachhaltiger Mobilität in Brandenburg. (Beifall SPD und CDU sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW] und der fraktionslosen Abgeordneten Melanie Matzies) Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir schaffen mit diesem Antrag Verlässlichkeit für Auszubildende, für Betriebe und für unsere Freiwilligendienste. Von diesem Ticketzuschuss der Länder Berlin und Brandenburg profitieren also alle gleichermaßen. Ich bitte Sie daher um Ihre Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall SPD und CDU sowie des Abgeordneten Falk Peschel [BSW] und der fraktionslosen Abgeordneten Melanie Matzies und André von Ossowski)
