Tim Zimmermann
Wer einen Nachfolger sucht oder selbst ein Unternehmen übernehmen und unterhalten möchte, muss schnell und unkompliziert fündig werden können. Zweitens: Wir verbessern die finanzielle Förderung. In Brandenburg ist die Finanzierung einer Unternehmensnachfolge bislang schwierig. Viele Programme schließen Nachfolger aus oder sind nicht ausreichend ausgestattet. Die ILB vergibt in diesem Bereich bislang keine Rückbürgschaften. Der Brandenburg-Kredit Mezzanine II und der Mikrokredit Brandenburg sind für Nachfolgen nicht zugänglich. Die bestehenden Fonds – Frühphasen-, Wachstums- oder Eigenkapitalfonds – sind auf Nachfolgen ebenfalls nicht ausgelegt. Das ist ein strukturelles Defizit. Deshalb müssen der Zugang zu günstigen Darlehen, Bürgschaften und Tilgungszuschüssen erleichtert und Beteiligungsfonds für Nachfolgekandidaten mit geringerem Eigenkapital geöffnet werden. Wer ein Unternehmen weiterführen und Arbeitsplätze sichern will, darf nicht an starren Förderregelungen scheitern. (Beifall AfD) Drittens: Wir setzen auf eine starke Öffentlichkeitsarbeit. Wir müssen das Bild des Unternehmers positiv besetzen. Nachfolge ist eben kein Notausgang oder ein Plan B; sie ist eine Karrierechance. Darum wollen wir eine Kampagne initiieren, die junge Menschen ermutigt, Chef zu werden, statt zu suchen. Erfolgreiche Nachfolgen sollen sichtbar sein, zum Beispiel durch Wettbewerbe oder Auszeichnungen, denn Vorbilder inspirieren, und genau diese Inspiration brauchen wir. (Beifall AfD) Viertens: Wir fördern Qualifizierung und Sensibilisierung. Unternehmensführung muss gelernt sein. In Kooperation mit Hochschulen, Meisterschulen und Gründerzentren wollen wir entsprechende Weiterbildungsangebote ausbauen und stärken. Ein Schlüssel sind Mentoringprogramme. Wenn erfahrene Unternehmer ihre Erfahrungen an potenzielle Nachfolger weitergeben, entsteht Vertrauen, und Vertrauen ist die Basis jeder gelungenen Übergabe. (Beifall AfD) Fünftens: Wir berücksichtigen regionale Besonderheiten. Strukturschwache Regionen brauchen gezielte Unterstützung. Wir schlagen regionale Nachfolgelotsen vor, die vor Ort aktiv Unternehmen und Interessenten zusammenbringen. Wir wollen Rückkehrer-Initiativen stärken und sie für das Thema „Nachfolge“ nutzen. Viele gut ausgebildete Brandenburger leben heute anderswo. Wir sollten es ihnen leichter machen, mit einer Unternehmensübernahme in die Heimat zurückzukehren. (Beifall AfD) Sechstens: Wir vereinfachen die Verwaltung. Für die Übernehmer unter den Unternehmern sind viele Genehmigungen, Eintragungen und Verfahren zu aufwendig, sie sind kaum digitalisiert und abschreckend.
