landtag.brandenburg.de ↗

Lars Hünich

AfD 28.01.2026 Sitzungen 8/26

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Liebe Ernährungswirtschaft Brandenburg! Werte Gäste, Zuschauer, auch am Livestream! Herzlich willkommen! Ganz kurz vorab zum Thema Europa: Herr Funke, was man den Leuten erzählen muss, ist, dass GAP – Sie haben es heute auch richtig gesagt – eigentlich ein Ausgleich ist. Es wird immer so getan, als wären das Fördermittel. Es ist eigentlich immer dafür gedacht gewesen, dass der Aufwand für die hohen Standards und die hohen Produktionskosten von der Europäischen Union ausgeglichen wird. Es ist also keine Bittstelleranfrage, sondern es war immer ein Muss. Was habt ihr daraus gemacht? – Ihr habt daraus gemacht, dass aus einer Zahlung für die Flächen ein Zweisäulenmodell geworden ist, und in der zweiten Säule muss man dann etwas mit Grün und mit Umwelt machen. Da wird gesagt: Wir legen Flächen still. – Ein Haufen Schwachsinn! (Beifall AfD) Ich will aber zum Thema EU bewusst gar nicht viel reden, weil Landwirtschaft … Ja, da gebe ich Ihnen recht. Die Grüne Woche ist aber Ernährungswirtschaft. Da geht es also um das verarbeitende Gewerbe. Die Landwirtschaft gehört natürlich mit dazu. Die DDR hat uns in einem zentralen Punkt etwas vorgemacht, wenn auch sicherlich – darüber sind wir uns einig – nicht aus dem besten Konzept heraus. Aber was an Grundnahrungsmitteln in der Region verbraucht wurde, wurde zu einem Großteil in der Region produziert. Es gab Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe, Mühlen, Getränkehersteller. Es gab Eberswalder Würstchen, und wer Thüringer Bratwurst essen wollte, musste nach Thüringen. Das mag nostalgisch klingen, aber es hatte entscheidende Vorteile: kurze Wege, geschlossene Kreisläufe und weniger Lebensmittelimporte. Heute nennt sich das übrigens: regionale Wertschöpfungsketten. Aber wir in Brandenburg, wir im Osten, haben davon relativ wenig, so muss man sagen. Warum? SPD und Grüne machen die Landwirte sowie die verarbeitende Industrie zu Sündenböcken. Wir haben unsere regionalen Wertschöpfungsketten für Klimamodelle, Globalisierungsfantasien und das Brüsseler Bürokratiemonster mit Billigimporten aus dem Ausland ersetzt. Übrigens wollen die Länder, die zu uns exportieren, von Ihren Ideen weder etwas wissen, noch halten sie von Ihren Fantasien irgendetwas. Zumindest sind sie faktisch nicht an unsere deutschen Standards gebunden. (Beifall AfD) Das vorweg, aber jetzt kurz zur Grünen Woche: Seit 1926 öffnet die Internationale Grüne Woche in Berlin jedes Jahr ihre Tore – ein ganzes Jahrhundert Geschichte. Diese Messe hat Höhen und Tiefen unseres Landes miterlebt, von den Goldenen Zwanzigern über die Wiedervereinigung bis heute. Ein lebendiger Spiegel unserer Landwirtschaft, unserer Ernährungswirtschaft und vor allen Dingen unserer ländlichen Räume. Ich war auch diesmal, im Jubiläumsjahr, wieder dabei – übrigens begleitet mich diese Messe seit knapp 25 Jahren –, diesmal schon zur Eröffnung. Die Grüne Woche ist für mich längst mehr als nur ein Termin im Kalender. Sie ist quasi persönliche Tradition, nicht nur zum Essen. Die letzten 25 Jahre war ich immer wieder Teil dieser Messe. Ich habe als Mitarbeiter an Ständen gearbeitet. Ich selbst war Unternehmer auf der Messe, und ich habe für ein Cateringunternehmen gearbeitet, das die Stände versorgt hat. Das heißt, was Grüne Woche und was Messe bedeuten, weiß ich. 25 Jahre Grüne Woche, das sind 25 Jahre Begegnungen, Ideen, Geschmäcker und Geschichten aus unserem Land. Eines muss man sagen, wenn man schon lobt – da bin ich bei Herrn Funke. Das Land Brandenburg macht es hervorragend. Es ist ein hervorragendes Marketing für das Land Brandenburg. Das Ministerium sowie pro agro haben in den letzten Jahrzehnten absolut konstant sehr gute Arbeit abgeliefert. Wenn Sie heute auf die Grüne Woche gehen – da bin ich bei Ihrem Loriot-Ausspruch –, sehen Sie: Jeder weiß, dass er unbedingt in die Brandenburg-Halle muss. Ein besseres Marketing für Brandenburg gibt es auf der Grünen Woche nicht. Dafür danke! (Beifall AfD) Allerdings gibt es eben auch Negatives. Wer mich kennt, der weiß, dass ich das frei von der Leber weg auch sage. Bei der Eröffnung – Herr Funke, Sie waren da; Sie haben heute, glaube ich, auch Herrn Steinmeier zitiert – gab es drei Reden, von Wegner, Steinmeier und Schwesig. Ja, Schwesigs Rede war gut. Sie war emotional; sie war herzlich, und sie war voller Versprechen für starke ländliche Räume. So weit, so gut. Aber jetzt kommt das völlig Irre: Ihr von der SPD, ihr seid seit 35 Jahren in Brandenburg an der Macht, und jedes Jahr leere Versprechen! (Beifall AfD) Seit 2017 ist Schwesig in MV an der Macht. Nichts von dem, was sie da gesagt hat, hat die SPD in Brandenburg oder in MV umgesetzt. Das zeigt eines klar, und das ist viel schlimmer: Ihr wisst, welchen Schaden ihr dem Land zufügt, aber ihr tut nichts. 35 Jahre endlose Versprechen: Bürger stärken, Land aufbauen, ländliche Räume nicht alleinlassen usw. – Warum zur Hölle setzt ihr diese Versprechen nicht einfach um? Einfach machen! Ihr hattet doch 35 Jahre lang Zeit. Aber wir wissen es ja: Brandmauer! – Alles klar. Oder – und das ist noch schlimmer; den Eindruck kann man ja gewinnen – euch ist egal, was ihr erzählt! Ihr erzählt es einfach, nur tut ihr nichts. Hundert Jahre Grüne Woche, und unser letzter Schlachthof schließt. Brandenburg hat damit keinen mehr, null. Nach 35 Jahren SPD-Regierung liegt die Ernährungswirtschaft in Brandenburg am Boden. „Eberswalder“ ist übrigens das Paradebeispiel für das SPD-Versagen und geradezu typisch für den Ausverkauf Ostdeutschlands. (Beifall AfD sowie der Abgeordneten Jenny Meyer [BSW]) Ich muss es 2026 leider sagen: Westdeutsche Firmen schnappen sich Fördergelder, übernehmen, produzieren, ziehen Gewinne ab, und dann wird der Betrieb zugemacht. Warum? – Das ist relativ einfach: Man möchte gern den Markt bereinigen. So war das vor 35 Jahren, und so ist es leider Gottes heute noch. Man könnte ja auch sagen: Es ist relativ einfach. Wir bereinigen den Markt. Ostdeutschland braucht sowieso keine verarbeitende Industrie. Warum auch? Ostdeutschland braucht Windräder und Solar. Das bringt zwar keine Arbeitsplätze, aber Kohle für die westdeutschen Investoren, (Beifall AfD sowie der Abgeordneten Jenny Meyer [BSW]) wie in Perleberg so auch in Eberswalde. Und warum? – Weil die SPD seit 35 Jahren regiert und nichts anderes tut, als blind alles abzunicken, was von oben kommt. (Beifall AfD) Egal, welcher Wahn gerade durchs nächste Dorf getrieben wird, bei Woidke können sich die Genossen sicher sein: Er macht mit. (Beifall AfD) Wenn die Regierung der Kopf von Brandenburg ist, dann ist der Kopf inzwischen gehirntot. (Björn Lüttmann [SPD]: Ist heute schon Karneval?) Kein Puls, kein Plan, nichts. Was fehlt, ist ein Konzept, ein verdammt noch mal funktionierendes Konzept. Wir hatten Hoffnung: Die Ernährungswirtschaft ressortiert ja jetzt im Landwirtschaftsministerium. Nach einem Jahr liegt aber leider Gottes noch nichts vor. Was wir brauchen, ist koordiniertes Handeln, um die regionale Ernährungswirtschaft aus dem Grab zu holen. Man müsste sich einfach mal die Frage stellen: Wo kaufen denn der Eberswalder oder der Perleberger Arbeitslose ein? Das ist relativ einfach: beim Billig-Discounter. Und der Brandenburger Bauer? Schaut in die Röhre! Die Billig-Discounter brauchen keine regionale Wirtschaft. Sie fluten einfach den Markt mit maschinell hergestellten Billigbrötchen für 19 Cent. Hauptsache: Geld verdient! Der regionale Bäcker kann unter 55 Cent kein Brötchen herstellen und schon gar nicht zu diesem Preis verkaufen; sonst müsste er an den Tropf. Erst stirbt der Anbau, dann schließen das verarbeitende Handwerk, Fleischer und Bäcker, und schon bald wird von der ganzen regionalen Wertschöpfungskette nichts mehr übrig sein. Nicht weit davon entfernt sind wir mittlerweile. Ist das Ihr Konzept, Herr Woidke: „Ernährungswirtschaft tot – Problem gelöst!“? Dabei hätte Corona euch lehren müssen: Regionale Wertschöpfungsketten sind systemrelevant. Es wäre ja so einfach – und das erzählen alle immer –: Mitten in Brandenburg liegt Berlin. Allein dort leben vier Millionen Menschen, die jeden Tag essen müssen. Plus die Brandenburger! Allein durch die tägliche Schulspeisung für Kinder, und zwar in Brandenburg und in Berlin, könnte Brandenburg eine Oase in der agrarpolitischen Wüste Deutschlands sein. Und wer regiert? In Berlin sind es CDU und SPD, demnächst wird es auch hier so sein. CDU und SPD haben in Brandenburg übrigens schon in der vergangenen Legislaturperiode gemeinsam regiert. Ihr hättet also über Jahre hinweg reden können. Ihr hättet über Jahre hinweg gemeinsam Strategien entwickeln können, um die regionale Wirtschaft zu stärken. Allein, passiert ist nichts. (Beifall AfD) Zusammenfassend: Wir brauchen Sicherheit im Anbau, in der Herstellung, der Verarbeitung und der Vermarktung vor Ort. Was wir nicht brauchen, sind leere SPD-Versprechen. Nach 35 Jahren reicht es uns. Wir sagen: Regional vor global! Liebe Kollegen, wir haben jetzt noch einen Entschließungsantrag eingebracht. Ich weiß, dass das extrem kurzfristig erfolgt ist. (Zuruf des Abgeordneten Erik Stohn [SPD]) – Herr Stohn, bei aller Liebe: Wenn Sie reden wollen, kommen Sie nach vorn und machen Sie eine Kurzintervention. Manchmal brauche ich etwas Witziges – bei allem Respekt. (Zuruf des Abgeordneten Erik Stohn [SPD]) Wir haben einen Entschließungsantrag eingebracht. Er ist logischerweise etwas zu spät eingegangen. Dennoch: Genau angucken! Darin geht es um die Stärkung der regionalen Wirtschaft. – Danke. (Beifall AfD)

Alle Reden von Lars Hünich Protokoll ↗