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Wolfgang Roick

SPD 19.11.2025 Sitzungen 8/21

Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Saal und natürlich zu Hause am Livestream sowie gegebenenfalls oben auf der Tribüne! Es liegen ja zwei – nein, sogar drei – Anträge vor: Es gibt den Ursprungsantrag der Koalition, den ich sehr gut finde, einen Änderungs- bzw. Ergänzungsantrag der CDU und einen mehrere Male verschobenen Antrag. Ich gehe erst einmal auf die beiden Anträge der Opposition ein: Vonseiten der CDU-Fraktion kommt die Forderung, Waldeigentümer bei der Reduzierung des Wildes mit Informations- und Unterstützungsmaßnahmen zu helfen. Ich gehe davon aus, dass unsere Revierförster – sofern sie existieren, denn wir haben da durchaus ein Personalproblem – das bereits machen und die Waldeigentümer entsprechend unterstützen. Zweiter Punkt: Wir werden morgen ja noch einmal über den Wolf reden, aber hier wird gefordert, das zweite Jagdpaket – so haben wir es ja genannt – bzw. die zweite Änderung im zweiten Quartal 2026 vorgelegt werden soll. Nur ist es leider so, dass wir in diesem Punkt nicht vom Land Brandenburg, sondern vom Bund abhängig sind. Ich gehe davon aus, dass, wenn der Bund die Gesetze schneller beschließt, auch das Ministerium daran arbeitet, im Hinblick auf den Wolf eine Änderung vorzunehmen, nämlich in unserem Wolfsmanagementplan. Aber wenn das nicht der Fall ist, müssen wir eben – so sagt es der Antrag der Koalitionsfraktionen – bis zum vierten Quartal 2026 warten. – Das dazu. Dann zum Waldumbau an sich; das ist neben der Saatgutgewinnung der wichtigste Punkt in Ihrem Antrag, Frau Muxel. Ich möchte auf zwei Dinge hinweisen: Das eine ist der Landeswald, also das Eigentum des Landes Brandenburg. Dort wird der Waldumbau planmäßig durchgeführt; das muss man so registrieren. Was die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Saatgut angeht, hatten wir während der Coronazeit das Problem, dass niemand sammeln konnte. Während der Afrikanischen Schweinepest hatten wir das Problem, dass die entsprechenden Saatgutbestände in Gebieten lagen, die nicht betreten werden durften. Aber: Der Waldumbau findet planmäßig statt. Damit komme ich auf unsere Forderung zu sprechen. In „Forstwirtschaft“ ist immer noch der Wortbestandteil „Wirtschaft“ enthalten. Ich möchte nicht, dass wir auf den ziemlich armen Standorten, für die eigentlich die Kiefer prädestiniert ist, aktiv Eichen, Buchen oder andere Laubhölzer ansiedeln. Wenn das im Rahmen der Naturverjüngung von sich aus geschieht, ist das in Ordnung; dann wird das aufgenommen. Aber aktiv sollte das nicht erfolgen. Genau das haben wir auch in unseren Antrag geschrieben. In einem großen Anteil des Privatwaldes in Brandenburg passiert das natürlich nicht. Dort entscheidet der Eigentümer – nach Beratung natürlich –, ob er den Waldumbau vornimmt oder nicht. Es kommt auf die Strategie des Waldeigentümers an: Wenn er ein bisschen Holz für seinen Holzvergaser ernten möchte, ist ihm die Kiefer natürlich genehm, weil sie insoweit gute Leistung erbringt. Möchte er gegebenenfalls mal einen Furnier-Stamm ernten – was nicht er kann, sondern erst seine Enkel können –, dann setzt er auf die Eiche und er bekommt die entsprechende Unterstützung von der Forstverwaltung. Kommen wir zu den Baumarten: Es gibt künftig die Möglichkeit, verschiedene Baumarten wie die Baumhasel, die sehr trockenresistent ist, oder die Gelb-Kiefer einzusetzen. Die Forschungsanstalt in Eberswalde arbeitet daran. Was die vielgepriesene Roteiche angeht, den Baum des Jahres 2025 – man kann davon halten, was man möchte; aber das Jahr ist ohnehin fast zu Ende –, möchte ich nur dazusagen, dass sich ihr Laub in unseren Breiten leider nicht zersetzt und deswegen die Aufschichtung der Laubstreu sehr hoch ist. Von dem Nieselregen, den wir in den letzten Jahren fast immer nur hatten, kommt im Boden nichts an. Deswegen ist die Roteiche nicht unbedingt der Baum der Wahl. In bestimmten Bereichen, insbesondere Waldbrandriegeln usw., ist das aber machbar. Unser Antrag enthält einige weitere Punkte, die ich für sehr wichtig halte und auf die ich gern noch einmal hinweise. So wollen wir, dass weiterhin Menschen den tollen Beruf des Waldarbeiters erlernen. Derzeit gibt es aber nur eine Waldarbeitsschule, in Kunsterspring. Das ist für viele Interessenten sehr weit weg, sodass sie sich womöglich einen anderen Beruf suchen. Deswegen wollen wir im Süden von Brandenburg eine weitere Waldarbeitsschule errichten, gegebenenfalls auch aus den Mitteln des Investitionspakets. Wir brauchen auch Menschen, die im Wald arbeiten und den Waldumbau, so er denn händisch erfolgt, durchführen. (Beifall SPD sowie des Abgeordneten Gunnar Lehmann [BSW]) – Danke schön. – Das war bereits Gegenstand in der vorherigen Legislaturperiode. Wir hatten das damals im Agrarausschuss sogar schon einmal beschlossen. Aber wir alle wissen, dass alles, was in der alten Legislaturperiode nicht zum Abschluss gebracht wurde, in der neuen Legislaturperiode perdu ist. Dann noch einmal zum Thema Saatgut: Ich denke, dazu haben wir unter Punkt 7 unseres Antrags alles ausreichend beschrieben, auch die Dinge, die die Forstverwaltung derzeit macht. In unserem Antrag heißt es nämlich: „… das Vermehrungsgutkonzept des Landesbetriebs Forst Brandenburg umzusetzen und wenn erforderlich weiterzuentwickeln …“ Da ist die Forstverwaltung dran. Zu den A- und Z-Standorten habe ich bereits etwas gesagt. Aber es gibt noch drei Punkte, die mir auch persönlich sehr wichtig sind. Ein Punkt betrifft die illegale Ablagerung von Abfall. Wir müssen leider konstatieren, dass sich Menschen nicht benehmen können und ihren Müll in unseren Wäldern hinterlassen. Ich hoffe, dass mehr dieser Leute erwischt werden und sich ihr Verhalten ändert, wenn wir die Bußgelder deutlich nach oben setzen. Ferner bitten wir zu prüfen, ob die aus der Historie bekannten Waldbrandschutzstreifen auf den Flächen aller Eigentümer wieder aktiviert werden können. Bilder von Waldbränden, wie wir sie erlebt haben, wollen wir alle sicherlich nicht mehr sehen. Ein Waldbrandschutzstreifen ist sehr nützlich und kann das Ausbreiten von Bränden verhindern. Bleiben wir noch bei den Waldbränden. Jetzt kommt der Innenminister in besonderer Weise ins Spiel; denn das ist auch sein Thema. Leider liegt in unseren Wäldern noch sehr viel Munition. Ich weiß, dass es auch ein finanzieller Kraftakt ist, aber wir müssen irgendwann damit anfangen, die Munition vermehrt zu beräumen. Dabei spielen insbesondere die Wege und mögliche Waldbrandschutzstreifen eine große Rolle, denn dort müssen die Tellereisen eingesetzt werden können. Dazu ist ein langfristig ausgerichtetes Konzept zu erarbeiten; unsere Forstverwaltung oder das Ministerium bzw. die Landesregierung wollen wir mit unserem Antrag entsprechend beauftragen. Ich denke, das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn wir sollten diese Hinterlassenschaften der vergangenen Jahrzehnte endlich beräumen. 2025 81 In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu unserem Antrag. – Danke schön. (Beifall SPD und BSW)

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