Dennis Hohloch
Frau Seiler, es tut mir leid. Ich würde am Nachmittag gern Zeit mit meiner Tochter verbringen, aber ich stehe gerade hier – und ich gehe davon aus, dass auch Sie gern viel Zeit mit Ihren Kindern verbringen, wenn Sie welche haben. Ich empfinde das nicht als Bestrafung, sondern es ist das Bild einer Familie, dass sich Eltern um die Kinder kümmern. Ich möchte Ihnen ganz ehrlich sagen: Man kriegt es in einer intakten Familie natürlich auch anders hin, aber natürlich wäre es schön, wenn wir dieses vollkommene Rundum-sorglos-Paket hätten. Doch dieses vollkommene Rundum-sorglos-Paket existiert ja nur im Kopf des Ministers; es existiert nicht in der Realität. Sie als Sozialdemokraten können ja weitermachen und sich die Realität schönbiegen, schönreden, schönfärben; (Lars Hünich [AfD]: Machen die!) der Rundfunk springt Ihnen da sicherlich wieder gern bei. Aber wir sehen die Realität, und die Realität sagt ganz klar: Wir können das nicht stemmen, und deswegen brauchen wir es auch nicht durchzuführen, meine Damen und Herren. Die Regierung hat schon Probleme, den Kernunterricht abzusichern – dazu wollte ich eigentlich nachher noch kommen; ich kann es aber jetzt gleich in die Beantwortung der Frage einbauen: Weil der Minister sich vor die Presse stellte und sagte, der erste Schultag sei ein Erfolg gewesen, habe ich gerade eine Kleine Anfrage freigezeichnet, denn ich will wissen, wie hoch der Ausfall in der ersten Schulwoche war. Ich habe nämlich ganz andere Rückmeldungen und Screenshots von Vertretungsplänen aus unterschiedlichen Schulen bekommen. Schauen wir uns einmal die Gesamtschule Spree-Neiße an: Dort sind, wie es aussieht, faktisch 60 % des Unterrichts am ersten Schultag ausgefallen. Ich habe mich mit Schülern des Einstein-Gymnasiums Potsdam unterhalten, die am ersten Schultag eine einzige Stunde Unterricht hatten. – Sie schaffen es mit dem Personal, das Sie haben, also nicht einmal, den Kernunterricht abzusichern, sagen in der Öffentlichkeit aber natürlich etwas anderes – was sollen Sie auch tun; Sie haben halt versagt. Und jetzt stellen Sie sich hierhin und sagen: Wir wollen weiter den Ganztag. (Ines Seiler [SPD] tritt an ein Saalmikrofon.) – Ich erkläre Ihnen gerade, warum der Ganztag nicht funktioniert, und Sie sagen jetzt wahrscheinlich zum zweiten Mal, dass ich Ihre Frage nicht beantwortet hätte. Aber dafür, dass Sie es nicht verstehen, kann ich nichts. (Vereinzelt Heiterkeit und Beifall AfD) Herr Präsident, ich würde gern weiterreden und die Frage nicht zulassen, aber Sie müssen mich erst fragen.
