Roman Kuffert
– Ja, danke. (Jean-Pascal Hohm [AfD]: Darauf spekulieren Sie! – Lars Hünich [AfD]: Dann verdunkeln wir erst! – Heiterkeit) Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kollegen des Hohen Hauses! Liebe Brandenburger! – Ein neues Markenzeichen für das Land: Möge die Mark mit Dir sein! (Beifall AfD) Die Mark Brandenburg ist ein seit Jahrhunderten existierendes Territorium, ein Kulturraum, eine Identität, der Ursprung unseres heutigen Bundeslandes. Auch die Zersplitterung in die Bezirke Potsdam, Frankfurt und Cottbus ab 1952 in der DDR in Verbindung mit sozialistischer Geschichtsleugnung konnte die Identität der Menschen als Brandenburger nicht zerstören. 2025 69 Der Begriff „Mark“ stammt noch aus dem Altdeutschen. Als nordöstliches Grenzland des Heiligen Römischen Reiches entstand die Mark Brandenburg mit der deutschen Ostsiedlung im 12. Jahrhundert. Wenig später, als Kurfürstentum, gehörte sie zu den sieben wichtigsten Säulen des Reiches und war somit eine Stütze der deutschen Nation. Auch als Kernland Preußens gewann die Mark eine ganz besondere Relevanz in der deutschen Geschichte als Herzstück des deutschen Kaiserreiches. Brandenburg ist das Herkunftsland zahlreicher Größen der Geschichte wie der Brandenburger Brüder Humboldt, die mit ihrem Gesamtwerk Deutschland als führende Wissenschaftsnation der Zeit prägten. Fontane durchwanderte die Mark Brandenburg und gab ihr als einer der bedeutendsten Schriftsteller der deutschen Sprache ein literarisches Gesicht. Die Sportgeschichte Mitteleuropas wurde von Friedrich Ludwig Jahn, einem Prignitzer, entscheidend geprägt. Auch der Humor sollte nicht vergessen werden. Lachen hat eine revolutionäre Kraft, das wissen wir alle – das Lachen über die Regierung wie das Lachen über sich selbst. Vicco von Bülow, bekannt als Loriot, war Brandenburger. Sein humoristischer Widerstand gegen die Zumutungen der Gegenwart ist bis heute ein grandioses Lebenswerk. (Beifall AfD) Ein widerständiges, wehrhaftes, sich seiner Souveränität bewusstes Volk braucht die Verwurzelung in der Heimat und in der Geschichte, nicht nur als philosophisches Gerede, sondern als Ausdruck der eigenen Werte. In Anbetracht der Identität unseres Landes ist das Brandenburger Motto „Es kann so einfach sein“ weder für die Vergangenheit noch für die Zukunft bezeichnend. (Beifall AfD) Es mangelt an einer Bindung der Menschen an das Land und seine Kultur. Es mangelt an Stolz. Ohnehin ist in Brandenburg rein gar nichts einfach: Die Bürokratie der EU und des Bundes lasten auf der freien Wirtschaft – das wissen alle. Politikgemachte Dauerkrisen, Verbotsorgien und das Hineinregieren bis ins Private erschweren uns das Leben im heutigen Brandenburg. Bereits die katastrophale Nachwende-Treuhandpolitik hat die Menschen enttäuscht und zu einem großen wirtschaftlichen Niedergang im Osten geführt. Das kostbarste Erbe der Menschen in Ostdeutschland besteht aber nicht nur aus verlorener Industrie, sondern aus dem Freiheitsgedanken, Heimatgefühl und seinen Wurzeln. Das kann nur bestehen, wenn wir uns unserer Geschichte und des Erbes der Mark Brandenburg bewusst bleiben. (Beifall AfD) Das überall spürbare Heimatbewusstsein – von der Uckermark bis ins Elsterland, von der Prignitz bis in die Lausitz – richtet sich gegen die Haltungsvorgaben der aktuellen Herrschaft. Aus diesem Geiste des Landes heraus sollen sich zukünftig auch Veranstaltungen und Anreize entwickeln, mit der Schaffung von Tourismusrouten, die geeignete Plätze ausweisen und miteinander verbinden. In künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit und in pädagogischen Konzepten wird der brandenburgische Beitrag zur deutschen Kultur für verschiedene Bevölkerungsgruppen ausgeführt, um uns alle zu verbinden und zu einen. 70 Landtag Die Landesregierung soll dementsprechend – sollte der Antrag wider Erwarten durchgehen – Kongresse, Gedenktage und Festveranstaltungen zu den Themenblöcken konzipieren und mit einer neu aufgelegten Kulturraumförderung ab dem Haushaltsjahr 2027 die Kommunen dazu animieren, diese regional auszugestalten, namhaft dotierte Historiker-, Kunst-, Philosophie- und Literaturpreise ausloben, die sich den Themenblöcken zuweisen lassen und für die Leistungen vergeben werden, die eine Weiterentwicklung landschaftlicher und brandenburgischer sowie deutscher Identität erkennen lassen, einen „Stolz-Pass“ einführen, der in allen historischen Städten, die im Zusammenhang mit der Kampagne stehen, erworben werden kann. Nach Art einer Stempelkarte wird der Eintritt geringer, je mehr Stätten besucht werden. (Minister Daniel Keller: Hochmodern, die Stempelkarte!) – Ja, das ist modern. Wenn man ein Emblem auf einen Stock nagelt, ist das auch hochmodern. Der „Stolz-Pass“ soll die Menschen an ihre Kulturinstitutionen heranführen. (Beifall der Abgeordneten Lena Kotré und Dennis Hohloch [AfD]) Museen und Theater gehen wegen Wirtschaftskrise und Massenverschuldung besonders schweren Zeiten entgegen. Es bedarf hier vielseitiger Ideen und neuer Finanzierungsmodelle. Jeder Mensch in Brandenburg, der kein Teil beherrschter Bevölkerung, sondern der souveränen Gemeinschaft eines Volkes sein will, verlangt nach Geschichte, nach Heimat, um darauf auch stolz sein zu können. (Zuruf von Minister Daniel Keller) Möge die Mark mit ihnen und mit Ihnen sein! – Vielen Dank. (Beifall AfD – Heiterkeit des Abgeordneten Kai Berger [AfD])
