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Niels-Olaf Lüders

BSW 17.07.2025 Sitzungen 8/18

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Berndt, bevor ich mit meiner eigentlichen Rede anfange, möchte auch ich noch ein paar Sätze zu Ihrer Rede loswerden: Ich teile durchaus Ihre Auffassung, dass die Feuerwehren eine besonders große Bedeutung für den Gemeinsinn und den Zusammenhalt haben; darin sind wir uns einig. Trotzdem halte ich es, gelinde gesagt, für ein Kunststück – aber nicht für ein zu würdigendes Kunststück –, ausgehend von dieser Tatsache eine Rede über Kulturkampf und Migration zu halten. Ich meine das also absolut nicht anerkennend, denn mit dieser Rede sind Sie dem Thema nicht gerecht geworden. (Beifall BSW und SPD – Dr. Hans-Christoph Berndt [AfD]: Die Überfälle!) Vor ziemlich genau 14 Tagen brannte bei Treuenbrietzen und bei Sonnenwalde im Landkreis Elbe-Elster großflächig der Wald. Mehrere Hektar Wald und Ackerland standen in Flammen. Eine Ortschaft, Kleinbahren, musste sogar für einige Stunden evakuiert werden. Drei Feuerwehrleute wurden bei diesem Einsatz verletzt; der Brand konnte ansonsten zum Glück schnell unter Kontrolle gebracht werden. Ganz anders der Brand nur wenige Stunden später – mein Kollege Lüttmann hat es erwähnt –: Da brannte auf sächsischer Seite, auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Gohrischheide, der Wald. Mehrfach drohte der Brand sich auf die Brandenburger Seite auszudehnen. Waldbrände gehen uns – länderübergreifend – alle an; daher haben unsere brandenburgischen Wehren ganz selbstverständlich in Sachsen unterstützt. Dieser verheerende Brand, bei dem eine enorm große Waldfläche vernichtet wurde, konnte erst vor wenigen Tagen gelöscht werden, auch dank des einsetzenden Regens. Für ihren Einsatz bei allen Waldbränden und anderen Notfällen danken wir den Angehörigen der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen. (Beifall BSW und SPD) Die hohen Temperaturen und die lang anhaltende Trockenheit haben insbesondere im Land Brandenburg zu einer schwierigen Situation geführt. Der Sandboden ist in tiefen Schichten trocken. Viele enge Kiefernbestände und eine hohe Munitionsbelastung führen zu einem hohen Risiko für Waldbrände. Und nicht nur das: Wie ein aktueller Versuch der Universität Magdeburg gezeigt hat, können insbesondere in Kieferwäldern mit sandigen Böden Brände im Boden oft über Tage unbemerkt weiterschwelen. Intensive Sonneneinstrahlung und leichter Wind reichen dann aus, um diese Schwelbrände in Flächenbrände übergehen zu lassen. Was man bislang nur von Mooren kannte, ist also auch auf unseren Sandböden möglich – so Andrea Klippel vom Institut für Apparate- und Umwelttechnik der Universität Magdeburg. Dennoch ist es nicht zielführend, gewaltige angsteinflößende Szenarien heraufzubeschwören. Und: Nicht jeder heiße Sommertag ist gleich eine Sondersendung wert. Die realen Risiken sind schon völlig ausreichend. Wir sind uns wohl alle einig: Im Zuge der klimatischen Veränderungen wird es in Zukunft mehr brennen, und die betroffenen Flächen werden größer werden. Brandenburg begegnet den Gefahren durch Waldbrände bereits mit vielen Aktivitäten: Die Löschwasserversorgung im Wald wurde verbessert. Die Einsatzkarten wurden digitalisiert und den Wehren zur Verfügung gestellt. Die Kommunikationsmöglichkeiten wurden durch zwei mobile Systeme verbessert. Waldbrandspezifische Einsatzmittel wurden beschafft. Ich will, wie mein Kollege Lüttmann, die neu beschafften gepanzerten Einsatzmittel, die bei den aktuellen Waldbränden bereits zum Einsatz gekommen sind, besonders hervorheben. An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass ich selbst mehr als zehn Jahre lang Mitglied der freiwilligen Feuerwehr war, und zwar in einem kleinen Dorf nahe Storkow, das von Wäldern umgeben ist, die erheblich mit Munition belastet sind. Ich kenne also durchaus das mulmige Gefühl, wenn man zur Waldbrandbekämpfung in ein solches Gebiet ausrücken muss. Deshalb freue ich mich für die Kameradinnen und Kameraden, dass durch die gepanzerten Fahrzeuge die nach wie vor großen Gefahren des Dienstes für uns alle um einiges minimiert werden konnten. (Beifall BSW und SPD)

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