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Rainer Genilke

16.07.2025 Sitzungen 8/17

Vielen Dank. – Wir fahren mit dem Redebeitrag des Abgeordneten Hohm von der AfD-Fraktion fort. (Beifall AfD) Jean-Pascal Hohm (AfD):* Werter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn wir auf die Lage der wendischen Sprache und Kultur bei uns in der Niederlausitz schauen, zeigt sich ein sehr differenziertes Bild. Bezüglich der Sprache müssen wir feststellen, dass sie in ihrer Fortexistenz akut bedroht ist und aktuell fast ausschließlich von der Betreuung in Witaj-Einrichtungen, dem Unterricht in der Schule oder dem privaten Interesse und Engagement Einzelner abhängt. Umso wichtiger ist es, genau diejenigen zu unterstützen, die sich mit Herzblut für den Erhalt und die Weitergabe der wendischen Sprache einsetzen. (Einzelbeifall AfD) Programme wie Witaj, das Zorja-Projekt, die Menschen, die sich bereiterklären, die sorbischen/wendischen Traditionen mit Hingabe in den Museen zu erhalten, und Presseerzeugnisse wie der „Nowy Casnik“ leisten dabei einen unverzichtbaren Beitrag. Dementsprechend ist die institutionelle Förderung der sorbischen/wendischen Einrichtungen richtig und notwendig. Was an der Stelle zu betonen auch wichtig ist: Der fortschreitende Verlust der niedersorbischen Sprache sollte uns allen eine Mahnung sein – unabhängig davon, wie eng wir persönlich mit der wendischen Kultur verbunden sind –, zeigt die Entwicklung doch, was mit einer Sprache passieren kann, wenn ein Volk im Inneren gespalten ist, keinen eigenen Staat und keine eigenen Grenzen hat und wenn Ideologen ihm das Volksein absprechen sowie über Jahrhunderte gewachsene Strukturen leichtfertig zerstören. (Beifall AfD) Um die sorbische/wendische Kultur steht es bei uns in Brandenburg glücklicherweise besser. Sie ist lebendig, stabil und tief in unserer Heimat verwurzelt. Traditionelle Bräuche und Veranstaltungen werden von Menschen in der Lausitz organisiert und mit Leben erfüllt, unabhängig davon, ob sie wendischer oder deutscher Abstammung sind oder gar die Historie beider Völker in sich tragen. Über Jahrhunderte hat sich in unserer Region – in der Niederlausitz – eine einzigartige Symbiose aus deutschem Kulturgut und sorbischen/wendischen Bräuchen entwickelt. Diese Mischung macht die Lausitz zu etwas Besonderem. Darauf sind wir als AfD-Fraktion stolz, und das wollen wir bewahren. (Beifall AfD) Fakt ist aber, sehr verehrte Damen und Herren: Bei aller Richtigkeit dieses Antrages kann man den Fortbestand des Sorbischen/Wendischen mit keinem Geld der Welt, mit keinem Antrag, der in diesem oder einem anderen Parlament beschlossen wird, langfristig sichern. Was es dafür wirklich braucht, ist ein tiefes Bewusstsein dafür, wie wichtig die sorbischen/wendischen Einflüsse auf die Entwicklung der Kultur in der Lausitz waren und sind. Dieses Bewusstsein aber wird auch in zukünftigen Generationen nur entstehen, wenn Heimat, Identität und Verwurzelung wieder den nötigen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten. Wir brauchen ein Geschichtsbewusstsein, das uns dazu bewegt, uns kritisch, aber eben auch stolz mit unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es reicht nicht, Ortsschilder zweisprachig zu beschriften, Wahlplakate auf Wendisch aufzuhängen, sich für Millionen Euro im Landeshaushalt zu feiern und Grußworte oder Landtagsreden bei Domowina-Veranstaltungen mit zwei auswendig gelernten Sätzen auf Wendisch zu beginnen. (Beifall AfD) Viel wichtiger ist es, die Menschen vor Ort, diejenigen, die wendische Tradition aktiv leben und damit in die neue Zeit tragen, zu unterstützen – natürlich finanziell, aber vor allem auch ideell, indem man ernsthaftes Interesse zeigt, sich einbringt und den Wert des Wendischen für unsere Heimat tatsächlich erkennt. Darum an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die sich bei uns in Südbrandenburg, in der Lausitz, für den Erhalt des Wendischen einsetzen! Grüße gehen vor allem an die Domowina-Jugenden in und um Cottbus – macht weiter so! Lasst euch nicht einreden, Osterfeuer würden das Klima verpesten, das Hahnrupfen sei Tierquälerei, das Tragen einer Tracht altmodisch oder die Annemarie-Polka irgendwie rechtsextrem! All das ist linke Propaganda. Wir machen da nicht mit; wir stehen hinter euch. (Beifall AfD) Zum Schluss etwas Grundsätzliches: Der Umgang mit dem Wendischen in unserer Heimat zeigt auch etwas Elementares über uns Deutsche. Wir sind keineswegs ein Volk, das anderen 2025 81 Kulturen, Völkern und Einflüssen grundsätzlich abweisend gegenübersteht. (Beifall AfD) Ganz im Gegenteil: Wenn Bräuche und Traditionen unser Leben tatsächlich bereichern, wenn sie unsere Art, zu leben, nicht infrage stellen, nehmen wir sie offen auf. Die Geschichte der Lausitz ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Hier haben sich deutsche und wendische Elemente nicht nur nebeneinander entwickelt, sondern sind miteinander zu einem Ganzen verschmolzen, das unsere Identität prägt. Bewahren wir die Lausitz als das, was sie ist: eine Region im Osten der Republik, im Herzen Europas und die Heimat großartiger Menschen sowie einer beeindruckenden Kultur. Darauf können wir stolz sein. Streiten wir gemeinsam für ihre Zukunft! – Ich danke Ihnen. (Beifall AfD)

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