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Daniela Oeynhausen

AfD 16.07.2025 Sitzungen 8/17

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Brandenburger! Stellen Sie sich Folgendes vor: Ihr Sohn spielt gerne Fußball und trifft sich mit seinen Kumpels am Samstagvormittag auf dem Bolzplatz. Da gibt er so richtig alles. Mitten im Spiel streikt sein Herz; er fällt plötzlich um und regt sich nicht mehr. Seine Freunde um ihn herum sind ganz aufgeregt. Der eine beginnt direkt mit der Herzdruckmassage, der andere ruft den Notarzt. Die eigentliche Freude über diesen Samstagvormittag ist dann schnell Angst und Ohnmacht über den Vorfall gewichen. Das ist keine erfundene Geschichte, nein, das ist bittere Realität. Das hat sich im Frühjahr so zweimal hier in Brandenburg auf einem Fußballplatz ereignet. Ein junger Mann konnte reanimiert werden; für einen anderen kam die Hilfe zu spät. Das ist wirklich furchtbar. Wir dürfen uns mit diesen tragischen Todesfällen nicht abfinden – auf keinen Fall. Wenn nur eine gewisse Chance besteht, eine gewisse Möglichkeit, solche tragischen Todesfälle zu verhindern, dann müssen wir sie ergreifen. Deswegen fordere ich: Brandenburg braucht ein Förderprogramm für automatisierte externe Defibrillatoren, kurz: AED. Und wir brauchen sie jetzt! Wir dürfen nicht länger warten, bis noch mehr passiert. Es geht um die Gesundheit und das Leben unserer Bürger. Jedes Jahr sterben etwa 120 000 Menschen am plötzlichen Herztod. Das sind etwa so viele, wie Cottbus und Spremberg Einwohner haben. Die meisten wissen gar nicht, dass sie krank sind. Diese Herzprobleme fallen meist erst dann auf, wenn sich die Betroffenen körperlich besonders stark belasten. Andere Bundesländer sind hierbei schon viel weiter: In Bayern gibt es ein solches Förderprogramm und in Mecklenburg-Vorpommern auch. Für uns könnte beispielsweise Nordholland Vorbild sein. In Nordholland gibt es ein Förderprogramm für sieben Defibrillatoren auf 10 000 Einwohner. Wir brauchen solche Förderprogramme für Orte, die risikobehaftet sind, das heißt, an denen das Risiko für einen plötzlichen Herztod groß ist: Sportstätten, Einkaufszentren, Wohnanlagen, Parks oder Bahnhöfe. Anträge sollen Vereine, Träger und Eigentümer stellen können. Die Kosten sind absolut überschaubar: Sie können ein Gerät je nach Ausstattung für 1 000 Euro bis 2 500 Euro erwerben. Die Kosten für die Wartung betragen rund 100 Euro jährlich. Wenn wir das auf Brandenburg hochrechnen, sind es etwa 1,7 Millionen Euro. Das ist nicht nur finanzierbar, das ist lebenswichtig. Denn jede Minute zählt: Wenn Sie einen Menschen innerhalb der ersten Minute reanimieren, beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit etwa 90 %. In jeder verlorenen Minute schrumpft die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 %. Sie können sich also selbst ausrechnen, dass nach zehn Minuten kaum noch jemand einen plötzlichen Herztod überlebt. Sie sehen: Ein Defi kann Leben retten. Ein weiterer Punkt: Die Retter müssen wissen, wo sich ein Defi vor Ort befindet. Deswegen schlagen wir gleichzeitig ein Kataster mit einer Handy-App vor. Ein staatliches Förderprogramm und ein Kataster sind gute Voraussetzungen dafür, dass wir Defibrillatoren wirklich flächendeckend installieren können. Das sollte auch tatsächlich vom Land ausgehen. An die Abgeordnete der BSW-Fraktion Frau Gruhn gerichtet: Sie sprachen gerade das Defibrillatorprogramm in Brandenburg an. Tatsächlich konnte mir die Landesregierung nur zu solchen Programmen in Cottbus und Barnim antworten. Ansonsten hatte sie keine Ahnung. Sie sehen, wir brauchen ein solches landesweites Förderprogramm, um überhaupt zu wissen: Wo installieren wir die Defibrillatoren? Wo sind sie zu finden? Wie können wir sie zuverlässig in ein Kataster einpflegen? Die technischen Möglichkeiten sind alle da, allein der Wille dieser Landesregierung fehlt bisher. Meine Damen und Herren! Wir müssen auch das Erste-Hilfe-Wissen der Bürger stärken. Ich frage Sie: Wer hat in der letzten Zeit sein Erste-Hilfe-Wissen aufgefrischt? Kaum einer. Warum? – Kaum jemand möchte sich ein Wochenende um die Ohren schlagen, klar. Darum brauchen wir kurze und knackige Erste-Hilfe-Kurse. Deswegen fordere ich die Landesregierung auf, sich mit den einschlägigen Anbietern ins Benehmen zu setzen und sich mit ihnen darauf zu verständigen, solche kurzen und schnellen, aber effizienten und wirksamen Erste-Hilfe-Kurse aufzulegen. Wir können mit einem Prämiensystem arbeiten: Derjenige, der sich freiwillig in Erster Hilfe schulen lässt, erhält Vergünstigungen. Außerdem sollten wir ein Erstrettersystem aufbauen. Wir haben in Brandenburg eines. Das ist gerade bei der Hilfsfrist von 15 Minuten sehr wichtig. Diese 15 Minuten sind schon lang. In der Ostprignitz oder im Landkreis Spree-Neiße kommt bereits fast jeder fünfte Rettungswagen zu spät. Deswegen ist es wunderbar, dass sich so viele Sanitäter, Feuerwehrleute und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen ehrenamtlich dafür engagieren. An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank für diese sehr wertvolle Arbeit! (Einzelbeifall AfD) Wir müssen aber noch mehr Menschen gewinnen. Das kann der Nachbar im Ortsteil oder können Menschen sein, die beruflich viel mit Menschen zu tun haben und auf den Straßen unterwegs sind. Meine Damen und Herren! Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihnen im Notfall schnell geholfen wird. Die AfD steht für eine Politik, die das Leben schützt. Deswegen: Lassen Sie uns handeln – für unsere Kinder, für unsere Familien, für Brandenburg. – Vielen Dank.

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