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Julian Brüning

CDU 22.05.2025 Sitzungen 8/14

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vorangestellt: Herr Jank, ich verstehe nicht, warum Sie zu Beginn der Debatte diese Schärfe hier hineingebracht haben, indem Sie sagten, dass die Abgeordneten, die hier zu diesem Thema sprechen, den Blick für den ländlichen Raum verloren hätten. (Lena Kotré [AfD]: Schafe? – Zuruf von der AfD: Schafe oder Schärfe?) – Schärfe. (Andreas Galau [AfD]: Schafe, nicht Schärfe! – Lars Hünich [AfD]: Schafe! – Zuruf von der AfD: Mäh!) Ich denke, ich kann für die Kolleginnen und Kollegen, die hier zu diesem Thema sprechen, und auch für den Ausschuss sagen, dass wir beim Thema Wolf eine gemeinsame Stoßrichtung haben. Ich finde es unnötig, diese Schärfe hier hinzubringen, (Beifall CDU und SPD) wo wir im Ausschuss für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz doch bei vielen Themen eine gemeinsame Stoßrichtung haben. Deswegen habe ich das nicht verstanden und finde es bei einem so wichtigen Thema auch ein bisschen schade. Sehr geehrter Herr Präsident! Der Wolf ist längst zurück in Brandenburg – und mit ihm die berechtigten Sorgen vieler Weidetierhalter, die täglich mit den Folgen seiner ungebremsten Ausbreitung konfrontiert sind. Ich komme selbst aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Drebkau; dort wurde bereits 2016 ein erster Wolfsriss dokumentiert. Was damals noch eine Ausnahme war, ist heute vielerorts Normalität: gerissene Schafe, Ziegen, Kälber – trotz Zäunen und Herdeschutzhunden. Für die Halter ist das blutiger, brutaler Alltag. Als CDU-Fraktion sagen wir deshalb klar: Der Schutz des Wolfs darf nicht zur Gefährdung der Weidetierhaltung führen. (Beifall CDU) 2025 49 Wir brauchen ein aktives Wolfsmanagement, und das heißt auch: eine Reduzierung der Wolfszahlen in Brandenburg. Zu dem Antrag der AfD-Fraktion, Herr Jank und Herr Hünich: Er greift ein sehr reales Problem auf. Die Entschädigung nach Wolfsrissen ist zu langsam, bürokratisch und oft praxisfern. Viele Tierhalter warten nicht nur wochen-, sondern monatelang auf ihr Geld, und das, obwohl der Schaden sofort da ist. Das muss sich ändern. Aber der vorliegende Antrag überzeugt mich bzw. uns als Fraktion nicht vollends. Herr Roick hat dazu schon ausgeführt: Dass Entschädigungen nach dem ersten Gutachten ohne weitere Prüfung auszuzahlen sind, ist für uns rechtlich schwierig. Öffentliche Leistungen müssen überprüfbar sein; sonst gefährden wir die Rechtssicherheit. Was wir als CDU-Fraktion fordern, geht aber noch weiter: einen Neustart im Wolfsmanagement. Wir brauchen ein Konzept, das die Zahl der Wölfe in Brandenburg in Einklang mit den Möglichkeiten der Weidetierhaltung bringt. Das heißt: Regulierung durch kontrollierte Entnahme – systematisch und nicht nur im Einzelfall; denn, sehr geehrte Damen und Herren, wir brauchen eine Obergrenze für die Wolfspopulation in Brandenburg. Punkt zwei: Wir brauchen ein schnelleres, rechtssicheres Entschädigungssystem – und da gebe ich Ihnen recht – mit klaren Zuständigkeiten, zentraler Koordinierung und verbindlichen Standards. Punkt drei: Wir brauchen mehr Unterstützung für Tierhalter: Prävention, Herdenschutzhunde, weniger Bürokratie. Wir wollen Weidetierhaltung nicht nur erhalten, sondern auch stärken. Deshalb, meine Damen und Herren, haben wir als CDU-Fraktion das Fachgespräch im Ausschuss für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz für den 2. Juli mitinitiiert. Dort werden wir mit Fachleuten, mit Wissenschaftlern darüber beraten, wie wir zu einem besseren, wirksameren Wolfsmanagement und einem echten Ausgleich für Tierhalter kommen können. Zu guter Letzt: Ja, auch die SPD ist nun gefordert, Herr Roick. Ihr Umweltminister Carsten Schneider muss auf Bundesebene unter Beweis stellen, wie ernst es der SPD mit einem praktikableren und verantwortungsvollen Umgang mit dem Wolf ist. Unser CSU-Landwirtschaftsminister wird liefern. Zu dem hier vorliegenden Antrag werden wir uns enthalten. – Herzlichen Dank. (Beifall CDU)

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