landtag.brandenburg.de ↗

Fabian Jank

AfD 22.05.2025 Sitzungen 8/14

– Jawoll! – Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen Abgeordnete! Liebe Brandenburger! Liebe Tierhalter! Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Tierbestand zu Hause: Sie müssen diese Tiere täglich zweimal füttern, Wasser auf die Weide bringen und die Koppelfläche wechseln. Wenn die Jungtiere erstmals abkalben, stehen Sie mitten in der Nacht auf, um sich zu versichern, dass alles in Ordnung ist, oder Sie gehen einfach so noch einmal raus, um nach dem allgemeinen Wohlbefinden der Tiere zu schauen. All das machen Sie, weil Sie in der Landwirtschaft ihre wahre Berufung erkannt haben – und auch davon leben müssen. Die unzähligen privaten Tierhalter sollen natürlich auch nicht vergessen werden. Sie tragen ganzjährig Verantwortung für ihre Tiere. Sind sie krank oder wollen sie in den Urlaub fahren, müssen sie sich darauf verlassen, dass andere ihre Arbeit übernehmen. Eines Morgens – Sie gehen auf die Weide – dann der Schock: Ein Wolfsriss – tote Tiere liegen da, mit aufgerissenen Kehlen, abgenagten Leibern und Gedärmen, die nach außen drängen; und dort hinten, völlig verschreckt, ein überlebendes Muttertier. Sie hinkt, denn auch ihr Leib wurde angefressen. Dieses Tier wird noch am selben Tag gekeult werden müssen. Das überlebende Jungtier müssen Sie dann an der Flasche großziehen. 2025 47 Und als wäre das nicht genug, dürfen Sie sich im Anschluss noch mit einem Rissgutachter und allerlei Bürokratie herumschlagen; denn es könnte ja sein, dass nicht ein Wolf, sondern die bekannten Brandenburger Wildhunde Ihre Tiere getötet haben. Die offiziellen Zahlen der Landesregierung zeigen, dass es im Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 30. Juni 2024 nur vier Fälle bei fast 500 Nutztierrissen im Land Brandenburg gab, in denen ein Wolf als Schadensverursacher ausgeschlossen werden konnte. Das ist noch nicht einmal 1 % aller Fälle von Nutztierrissen. Trotzdem ist es nicht unüblich, dass Tierhalter in Brandenburg ein halbes bis Dreivierteljahr warten müssen, bis sie ihre Entschädigungszahlung erhalten. Dabei wird freilich nur der bloße Marktwert erstattet. Hat man sich als Züchter von Herdbuchtieren hervorgetan, sich sogar im Ausland einen Namen gemacht, werden damit noch nicht einmal die wirtschaftlichen Schäden beglichen. Wir haben ein Problem in Brandenburg. (Beifall des Abgeordneten Lars Hünich [AfD]) Der ökologische Hotspot des beweideten Dauergrünlands in Brandenburg ist seit mehr als einem Jahrzehnt stark in Bedrängnis. Die Rückkehr des Wolfes stellt Weidetierhalter vor große Probleme. Die Antwort auf eine Kleine Anfrage von meinem Kollegen Lars Hünich und mir hat ergeben, dass in den drei Jahren ab 2019 mindestens 50 % der Wolfsrisse kleine Wiederkäuer betrafen, bei denen der Mindestschutz eingehalten wurde. Wir sehen das komplette Versagen der Brandenburger Wolfspolitik. (Beifall AfD) Unsere Weidetiere und die Existenzen unserer Nutztierhalter sind hierbei stark bedroht. Die grünen Ideologen leisten sich mit ihrem falsch verstandenen Tierschutz beim Wolf einen Klimaablasshandel auf unser aller Kosten. (Beifall des Abgeordneten Lars Hünich [AfD]) Es ist bezeichnend, wenn die Geschäftsführerin des Forums Natur bei dessen Veranstaltung zum praktikablen Wolfsmanagement in der Brandenburger Kulturlandschaft feststellen muss, dass sich von den im Landtag vertretenen Fraktionen allein Vertreter der AfD-Fraktion offiziell angemeldet haben. (Einzelbeifall AfD) Es scheint, als hätten die Brandenburger Blockparteien den ländlichen Raum komplett vergessen. (Erik Stohn [SPD]: Quatsch!) Wir von der AfD haben den ländlichen Raum hingegen noch lange nicht aufgegeben. Ich werbe deshalb um Unterstützung unseres Antrags zur Beweislastumkehr im Falle von Wolfsrissen, um zumindest die Entschädigungsverfahren und die Auszahlung von Geldern zu vereinfachen. – Vielen Dank. (Beifall AfD) 48 Landtag

Alle Reden von Fabian Jank Protokoll ↗