Nicole Walter-Mundt
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Liebe Gäste! Ich freue mich, dass das Projekt „Feuerwehr macht Schule“ in den zurückliegenden Tagen und Wochen so viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Diese Aufmerksamkeit ist mit Blick auf die Nachwuchsgewinnung und auf das Ehrenamt Feuerwehr ganz besonders wichtig für die Zukunft des Brand- und Katastrophenschutzes im Flächenland Brandenburg. Ich durfte letztes Wochenende wieder einmal unsere Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Germendorf besuchen. Sie erfüllen das Projekt „Feuerwehr macht Schule“ gemeinsam mit einem Partner, der Oberschule Lehnitz, seit zwei Jahren Woche für Woche mit Leben. Schon ein flüchtiger Blick auf den Lehrplan zeigt, wie viel ehrenamtlicher Einsatz dafür notwendig ist: Neben der Arbeit, neben der Familie, neben dem normalen Einsatzgeschehen und der persönlichen Fortbildung sind die Kameradinnen und Kameraden bereit, in die Schulen zu gehen und den Kindern und Jugendlichen das Einmaleins der Feuerwehr beizubringen. (Beifall CDU) Das verdient unseren größten Dank und unsere höchste Anerkennung. Für das Projekt „Feuerwehr macht Schule“ lohnt es sich also, zu streiten. Dies haben der Landkreis Uckermark und die Ehm-Welk-Oberschule in Angermünde bereits 2016 bewiesen: Gegen so manche Widerstände hat der damalige Schulleiter den Feuerwehrunterricht als Wahlpflichtfach eingeführt; erst im Jahre 2019 wurde die Genehmigung dazu offiziell vom Bildungsministerium erteilt. Manchmal muss man einfach machen und Mut haben, Dinge auszuprobieren. Der Erfolg gibt dem Projekt am Ende recht: 25 % der ausgebildeten Schülerinnen und Schüler haben nach der 9. und 10. Klasse einfach weitergemacht (Beifall CDU) und den Weg als Kameradin und als Kamerad in die freiwilligen Feuerwehren in Brandenburg gefunden. Auf diese Blaupause für den Feuerwehrunterricht können mittlerweile 22 Schulen im ganzen Land zurückgreifen. Weitere Schulen in Brandenburg stehen bereits in den Startlöchern und möchten dieses großartige Angebot ebenfalls vor Ort etablieren. Das möchte die CDU sehr gern unterstützen. Wir möchten die Zahl der Schulen auf 44 verdoppeln, den Feuerwehrunterricht in die Fläche bringen und die Blaulichtfamilie im ganzen Land weiter stärken. (Beifall CDU) Das Ziel ist, dass neben den ehrenamtlichen Kräften hauptamtliche Kräfte den Unterricht unterstützen, zum Beispiel in Form von organisatorischer Planung, Abdeckung der Kernunterrichtszeiten und Beschaffung von Material und Ausstattung. Die aktuelle Nachfrage nach dem Unterricht übersteigt die Möglichkeiten des Ehrenamtes. Es braucht bereits jetzt sowie in Zukunft mehr Unterstützung des Landes, personell wie auch finanziell. Hier müssen wir ansetzen, damit der Feuerwehrunterricht an unseren Schulen weiter ausgebaut werden kann. Ich werbe also dafür, dass bereits im Haushalt 2025/26 die notwendigen finanziellen Mittel für künftig mindestens 44 Schulen bereitgestellt werden. Ich werbe dafür, dass die erforderlichen Lehrkräfte gewonnen und ausreichend qualifiziert werden, möglicherweise auch unter Rückgriff auf Seiteneinsteiger mit Feuerwehrhintergrund. Und natürlich braucht es auch das notwendige Material und die Ausstattung für den Feuerwehrunterricht. Die Lottomittel des Landes waren dazu in der Vergangenheit gut angelegtes Geld, aber diese Mittel garantieren keine Planbarkeit und werden der Nachfrage auch nicht mehr gerecht. Es braucht ein klares Bekenntnis der Landesregierung. Wird aus dem Modellprojekt „Feuerwehr macht Schule“ nun endlich ein planbarer und anerkannter Unterricht im ganzen Land? Es ist bereits seit neun Jahren ein Modellprojekt, das funktioniert, und wenn Sie mich fragen, hat es es wirklich verdient, endlich auf das ganze Land ausgeweitet zu werden. (Beifall CDU) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme zum Ende meiner Ausführungen. Ich weiß, wir als CDU sind in der Rolle der Opposition im Land, und als Regierungskoalition tut man sich manchmal mit so guten Anträgen schwer. Aber – liebe Frau Poschmann; ich schaue mal in Ihre Richtung – der Brand- und Katastrophenschutz, die Sicherheit des Landes, die Feuerwehr und der so wichtige Einsatz für die Nachwuchsgewinnung kennen keine Opposition. Ich werbe für die Nachwuchsgewinnung im besten Sinne. Lassen Sie uns das Projekt „Feuerwehr macht Schule“ gemeinsam auf einen neuen Weg bringen! Es hat eine breite parlamentarische Unterstützung verdient und sollte nicht im parlamentarisch-politischen Klein-Klein zerredet werden. Insofern freue ich mich auf die Debatte und hoffe, dass zumindest eine Befassung in den entsprechenden Fachausschüssen möglich ist, denn: Hier geht es um die Sache. – Insofern vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall CDU)
