Julian Brüning
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Im letzten Sommer habe ich ein Praktikum in der Katzenstation des Tierschutzliga-Dorfes in Neuhausen/Spree absolviert. (Beifall CDU sowie vereinzelt AfD – Zuruf von der AfD: Miau!) Das war eine Erfahrung, die mir sehr eindrücklich gezeigt hat, was unsere Tierheime jeden Tag – oft unter schwierigen Bedingungen – leisten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der rot-weiße Kater Garfield, ein älterer, ziemlich mitgenommener Kater, der draußen gelebt hatte. Im Tierheim wurde er versorgt, medizinisch behandelt und aufgepäppelt, und mit der Zeit wurde er zutraulich. Mittlerweile ist er der sogenannte Sicherheitspatron der Station, der über die anderen Katzen und auch die Mitarbeiter auf der Station wacht und seit drei oder vier Jahren fester Bestandteil der Katzenstation ist. Der Fall zeigt: Tierheime sind keine Übergangsstation – sie sind oft die einzige Chance für Tiere wie diesen Kater. Daher schauen wir mit grundsätzlicher Zustimmung auf den Antrag der AfD-Fraktion. Die Forderung nach einem Förderkonzept für den Tierschutz, die finanzielle Unterstützung der Tierheime und auch der Vorschlag für die Einrichtung eines sogenannten Landestierschutzbeauftragten sind Ansätze, über die wir sprechen sollten. Aber: Der Antrag ist aus unserer Sicht nicht vollständig. Ein zentraler Punkt fehlt, und zwar die Kastration freilebender Katzen. Wer einmal im Tierheim war, dort ein Praktikum absolviert oder gearbeitet hat, weiß, dass genau das eine der größten Belastungen für unsere Tierheime ist. Kastrationsprogramme würden den Druck deutlich mindern und den Tierschutz an der Wurzel packen. Deshalb schlagen wir vor: Lassen Sie uns den Antrag nicht ablehnen, sondern im Ausschuss diskutieren. Dort können wir die Vorschläge weiterentwickeln, konkrete Maßnahmen ausarbeiten und Ergänzungen vornehmen. Tierschutz braucht durchdachte, praxistaugliche Lösungen, und für deren Ausarbeitung ist der Ausschuss der richtige Ort. Wir sind offen für diese Diskussion – im Sinne der Tiere, im Sinne derjenigen, die sich um sie kümmern, und im Sinne einer vernünftigen und nachhaltigen Tierschutzpolitik. – Herzlichen Dank. (Beifall CDU sowie vereinzelt SPD und AfD)
