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Reinhard Simon

BSW 27.02.2025 Sitzungen 8/8

Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Werte Abgeordnete! Liebe Gäste! Was ich soeben gehört habe, war die Quadratur des Kreises. (Zuruf vom BSW: Ja!) Einerseits sagen Sie, Sie wollten eine offizielle Einmischung des Staates verhindern, und andererseits wollen Sie jetzt Vaterlandsfilme drehen. (Beifall BSW, SPD und CDU) Das ist ja wirklich der Hammer. Für meine Begriffe bin ich der einzige Künstler, der hier im Saal sitzt, obwohl ich manchmal denke, dass hier eine ganze Menge Darsteller sitzen. (Heiterkeit CDU) Das ist unerträglich für mich. Ich gebe einigen mal Schauspielunterricht; dann klappt das besser. Auf jeden Fall haben Sie mit Ihrer Rede gerade die Kunstfreiheit beschnitten; das ist Ihnen wahrscheinlich nicht aufgefallen. Sie haben zunächst gesagt, politische Vorgaben hätten zu unterbleiben, haben dann aber selbst eine gemacht. Na, schönen Dank auch! (Beifall BSW, SPD und CDU) 2025 77 Liebe Abgeordnete, wie man es auch dreht und wendet: Die Filmförderung in Deutschland braucht eine anständige Aufstockung, denn die Filmproduktion ist, meine Damen und Herren, in einer schwierigen Lage. Diese muss man selbstverständlich genau analysieren. So war das vergangene Jahr von erheblichen Kostensteigerungen und dem Fehlen einer international konkurrenzfähigen Bundesförderung geprägt. Mit dem heute hier zu behandelnden Antrag fordern wir die Landesregierung auf, sich auf der Bundesebene für eine strukturelle Reform der Filmförderung starkzumachen, um den Filmstandort Brandenburg attraktiver und international konkurrenzfähiger zu machen – ja, meine Damen und Herren. Egal welches Genre: Film gehört zu unserem Leben. Die Bedeutung Brandenburgs als Filmland und Babelsbergs als Filmmetropole mit internationaler Strahlkraft ist unbestritten, wenngleich sie nicht immer so glänzt, wie wir es uns wünschen. 2024 – nur so zur Erinnerung – gab es den Rekord von 101 Film- und Fernsehproduktionen. Aber auch wenn der Standort Berlin-Brandenburg robust ist, bleibt die Situation herausfordernd schwierig. Deshalb ist es wichtig, in Deutschland ein international konkurrenzfähiges Fördermodell dauerhaft zu verankern. Um unser Studio Babelsberg, diese traditionsreiche Institution, besser auszulasten und wettbewerbsfähig zu halten, (Beifall BSW, SPD und CDU) müssen mehr deutsche und internationale Produktionen an diesem Drehort produziert werden, und dafür müsste man etwas tun. Weltweit boomt die Produktion von Serien und Kinofilmen. Innerhalb Europas ist Deutschland mit audiovisuellen Medien führend – dies nur so zur Kenntnis. Das ist die beste Voraussetzung für Produzenten und Kreative, sich für Brandenburg und speziell das Studio Brandenburg zu entscheiden, würde ich meinen. Doch in den letzten zwei Jahren hat die Filmindustrie einen Bogen um Deutschland gemacht. Bedauernswerterweise wurden sogar deutsche und deutschsprachige Produktionen im Ausland umgesetzt. Aber warum? Wegen zu niedriger Fördervolumina, bürokratischer Abwicklung, mangelnder Planbarkeit und langer Entscheidungswege. Und vor allem: Es gibt im Ausland attraktivere Förderbedingungen, zum Beispiel in Tschechien.

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