Marcel Penquitt
Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben in der gestrigen Aktuellen Stunde intensiv über die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und die damit verbundenen Herausforderungen in unserem Land gesprochen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden schwieriger. Zudem ist die Konkurrenz groß. Und vor allem: Sie schläft nicht. Wir müssen also alles daransetzen, unsere Wirtschaft zu stabilisieren, zu unterstützen und weiterzuentwickeln und die richtigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen. Die Film- und Medienwirtschaft in Brandenburg steht traditionell für großen künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg. In unserer Region gibt es über 50 000 Arbeitsplätze unmittelbar in der Film- und Medienbranche und weitere 100 000, die in einem mittelbaren Zusammenhang mit Film- und Fernsehproduktion sowie der Entwicklung von Games stehen. Das sind Jobs in der Kreativwirtschaft. Es gilt, auch unseren Filmproduktionsstandort konkurrenzfähig zu halten und die Leistungsfähigkeit der regional ansässigen Kreativindustrie zu stärken. (Beifall SPD und BSW) 2024 wurden 101 Filmproduktionen durch die Medienboard GmbH, die gemeinsame Film- und Medienförderung von Berlin und Brandenburg, mit einem Fördervolumen von 26,7 Millionen Euro unterstützt. Experten schätzen, dass durch diese Förderung ein ungefähr fünffacher Regionaleffekt – für die Kollegen von der AfD: 132 Millionen Euro – entstanden ist. (Beifall SPD) Es ist Geld, das hier, in unserer Region, ausgegeben wird. Das sichert und schafft Arbeitsplätze. (Beifall SPD sowie vereinzelt BSW) Die Film- und Medienwirtschaft ist eine klassische Querschnittsbranche, von der nicht nur die Filmindustrie selbst, sondern auch das Handwerk, die Logistik, die Gastronomie und die Hotellerie profitieren. Meine Damen und Herren, was haben die Produktionen „Die Schule der magischen Tiere 3“, „Chantal im Märchenland“ und „Eine Million Minuten“ gemeinsam? Alle drei haben ein Millionenpublikum ins Kino gelockt. 12,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen diese Filme 2024 im Kino. Aber vor allem: Alle drei sind maßgeblich durch eine Förderung der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH entstanden. – Kurzum: Die berlinbrandenburgische Film- und Medienförderung steht für große Erfolge in einer dynamischen und sich gut entwickelnden Branche. Die Drehorte, um die Geschichten erzählen und auch internationale Produktionen realisieren zu können, haben wir. Wenn die Hauptdarstellerin der Serie „Homeland“ beispielsweise durch Amsterdam streift, war sie in Wirklichkeit im Holländischen Viertel in Potsdam. Oder: Nur wenige von Ihnen werden wissen, dass sich Jennifer Lawrence in „Tribute von Panem“ auf einem ehemaligen Militärgelände in Krampnitz bewegt. 2024 war ein gutes Jahr für die Filmwirtschaft in der Region. Über 5 000 Drehtage stehen für ein wirklich hohes Niveau. Daran hat auch die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH großen Anteil. Doch der Wettbewerb wird umkämpfter. Bundesweit und international konkurrieren die Förderangebote. Genau deshalb brauchen wir auf der Bundesebene eine Reform der Filmförderung, (Beifall SPD) welche die Einführung eines Steueranreizmodells vorsieht – schlichtweg, um wettbewerbsfähiger zu sein. Andere Länder 2025 75 machen es uns mit ähnlichen Modellen vor. 30 % der deutschen Herstellungskosten könnten hier unbürokratisch als Steueranreiz oder Förderzulage abgerechnet werden. Umso wichtiger ist aber auch, die eigenen Stärken in der Produktionslandschaft auszuspielen. Beispiele für gute Drehorte habe ich genannt. Deshalb muss der Fokus auch bei der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH in Zukunft stärker auf den Potenzialen Brandenburgs liegen. Wir müssen unseren eigenen regionalen Standort stärken. Hier muss die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH weiterentwickelt werden, und speziell der Blick nach Brandenburg muss geschärft werden. Meine Damen und Herren, vor wenigen Tagen endete die 75. Berlinale mit einer fulminanten Preisverleihung von Goldenen und Silbernen Bären am Potsdamer Platz. In diesem Jahr wurden 15 vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderte Produktionen auf der Berlinale gezeigt. Mit dem hier produzierten Film „Das Licht“ wurde das Filmfestival sogar eröffnet. Fünf Filme liefen als Specials, weitere fünf feierten Weltpremiere in der Reihe „Panorama“. Hinzu kommt, dass die Produktion „Maria“ im vergangenen Jahr sogar eine Oscar-Nominierung für die beste Kameraarbeit feiern durfte. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die brandenburgische Film- und Medienwirtschaft kann auf Topniveau produzieren und findet in unserer Region perfekte Bedingungen für erstklassige Produktionen. Wir müssen sie gemeinsam mit dem Bund dabei unterstützen und es ermöglichen, dass wir diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben. (Beifall SPD und BSW) Wir, die Koalition, stehen fest an der Seite der Produzenten, der Unternehmer, der Beschäftigten, denn wir sehen, welche Strahlkraft diese Branche auf andere Wirtschaftsbereiche hat. Film- und Medienpolitik ist Standortpolitik. Wir stehen für das Filmgut „made in Brandenburg“. – Vielen Dank. (Beifall SPD und BSW)
