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Rainer Genilke

27.02.2025 Sitzungen 8/8

Vielen Dank. – Für die Landesregierung spricht nun Herr Minister Keller zu uns. Daniel Keller (Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz): Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Dr. Ludwig, ich würde als Abschlussgeschenk gern sagen, dass ich mich jetzt für die Annahme oder die Überweisung des Antrags ausspreche; das ist aber nicht der Fall. Aber ich bin froh darüber, dass wir heute die Gelegenheit haben, über das Thema Tiefengeothermie zu sprechen. Das ist eine zuverlässige Technologie, die große Fortschritte bei der Wärmewende bringen kann und in Zukunft auch bringen wird; da sind wir uns, glaube ich, ausnahmsweise – anders als in vielen anderen Diskussionen heute – alle einig. Schon in den vergangenen Jahren haben das Ministerium und die letzte Koalition – da war die CDU mit dabei – die Thematik erkannt und Vorkehrungen dahin gehend getroffen, dass vor allem auch die Stadtwerke Unterstützung bekommen. In der Vergangenheit habe ich selbst auch schon Gespräche mit Unternehmen, mit Stadtwerken, aber auch mit Verbänden dazu geführt. Weitere Gespräche sollen unter Einbindung der Wissenschaft folgen. Die Energiewende schreitet mit enormem Tempo voran. Das bestätigen die Zubauzahlen für Windenergie und PV sowie die in die Netze eingespeisten Kilowattstunden Strom. Wir haben also auch mehr Energie zur Verfügung. Hier kann man durchaus von einem Selbstläufer sprechen. Die Abkehr von den fossilen Energieträgern hin zu den erneuerbaren Energien – dazu hatten wir heute Morgen auch schon eine Veranstaltung –, ist vor allem für die Wärmewende, also die Umstellung der Wärmeversorgung, von hoher Relevanz. Die Wärmewende ist in meinen Augen sehr herausfordernd, zum Teil sogar herausfordernder als die Umstellung der Energieversorgung allgemein mit den Zielen, die auch von der Bundesregierung gesetzt wurden. Es ist viel schwieriger, hier geeignete Lösungen zu finden, die zum einen dezentral und regional sind und zum anderen die benötigten Wärmemengen bedarfsgerecht liefern. Hier bietet sich die ganzjährig verfügbare Tiefengeothermie als eine vielversprechende Lösung an, um unsere Wärmebedarfe zu decken. Es ist unbestritten, dass der Investitionsbedarf in Höhe von ca. 25 Millionen Euro für ein Tiefengeothermieprojekt mit zwei Bohrungen und der notwendigen Wärmeübergabestation mit integralen Wärmepumpen sehr hoch ist. Dafür sind aber am Ende – das ist der große Mehrwert – die Betriebskosten überschaubar. Die Kollegin vom BSW hat es gerade angesprochen: Das kann dann auch einen Beitrag zur sozialen Gestaltung der Wärmewende leisten. Ganz am Ende können die Wärmepreise sinken. Die Entwicklung der Tiefengeothermie in Brandenburg hat in den letzten Jahren bereits Fahrt aufgenommen. Zahlreiche Projekte wurden initiiert, und es gab erfolgreiche Beispiele in Potsdam, Neuruppin und Prenzlau, die zeigen, wie diese Technologie in der Praxis funktionieren kann. Diese Projekte sind nicht nur ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen Energiezukunft, sondern auch ein wichtiger Impuls für die regionale Wirtschaft. Ich kann allen Stadtwerken, die auf die Tiefengeothermie setzen, nur zu ihrer Entscheidung gratulieren. Ich möchte die Wärmeversorger in Brandenburg ermuntern, bei ihren weiteren Planungen auch die Tiefengeothermie als Zukunftstechnologie zu berücksichtigen. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam die Potenziale der Tiefengeothermie in Brandenburg weiter ausschöpfen können.

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